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Multiple Persönlichkeit - Lexikon der Psychologie

Bei der multiplen Persönlichkeitsstörung (auch dissoziative Identitätsstörung genannt) zerfallen Denken, Handeln, Erinnerung und Identität, so dass sich mehrere Persönlichkeiten bilden, die meistens nichts voneinander wissen.

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Die multiple Persönlichkeitsstörung ist sehr selten und einige Experten bestreiten, dass es sie überhaupt gibt. Von Laien wird die multiple Persönlichkeitsstörung oft mit der häufigeren Schizophrenie, verwechselt, mit der sie jedoch nichts zu tun hat. Im Durchschnitt liegen bei einer Dissoziativen Identitätsstörung acht bis zehn Teilidentitäten vor. Von diesen übernehmen mindestens zwei wiederholt die Kontrolle über das Verhalten. Die Person, die den Großteil des normalen Alltags bestreitet, wird als Host (englisch: Gastgeber), die Teilpersönlichkeiten als Alters abgeleitet von englisch: alternate, sinngemäß: anders, verändert) bezeichnet. Eine multiple Persönlichkeitsstörung geht oft mit anderen Störungen (Angststörungen, Depressionen) einher.
Symptome der multiplen Persönlichkeitsstörung
  • zwei oder mehr Persönlichkeiten in einer Person, die nicht gleichzeitig auftreten und meist nichts voneinander wissen
  • mindestens zwei dieser Identitäten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person.
  • nicht durch Drogen, Operationen oder hirnorganische Krankheiten (Epilepsie) verursacht
Nach dem internationalen Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (ICD-10) zählt die multiple Persönlichkeitsstörung unter den neurotischen, belastungs- und somatoformen Störungen (Schlüssel F40-F48) zu den sonstigen dissoziativen Störungen (F44.8).

Ursachen und Behandlung der multiplen Persönlichkeitsstörung

Als Ursachen gelten in erster Linie Traumatisierungen in der Kindheit, insbesondere sexueller Missbrauch, aber auch Traumata im Erwachsenenalter, z.B. durch Kriegserlebnisse. Der 'Sinn' der Abspaltung von Persönlichkeiten scheint oft darin zu liegen, das normale Leben vor schrecklichen Erfahrungen und Erlebnissen zu schützen.
Die Behandlung der multiplen Persönlichkeitsstörung zielt darauf ab, die Ursachen für die Abspaltung der Persönlichkeiten zu analysieren, das Trauma zu behandeln und den Weg für eine Integration der Persönlichkeiten zu bereiten, indem z.B. ein Bewusstsein für die abgespaltenen Persönlichkeiten aufgebaut wird. Da das Trauma oft in der frühen Kindheit liegt, ist ein tiefenpsychologisches, psychoanalytisches Therapieverfahren häufig am besten geeignet.

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