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Persönlichkeit

von Psychomeda-Redaktion

Persönlichkeit: Überblick

Die Persönlichkeit umfasst alle überdauernden Eigenschaften einer Person. Dabei ist es eine alte Streitfrage, ob diese Eigenschaften unabhängig voneinander sind, oder bestimmte Eigenschaften häufig zusammen als Typen auftreten. Auch die Anzahl der wichtigsten Persönlichkeitseigenschaften ist umstritten.

Galenos Foto: NLM [Public domain] / Wikimedia Commons

Persönlichkeit in der Antike

Die Naturphilosophen der Griechen kannten vier Persönlichkeitstypen, die sie den vier Elementen zuordneten. Diese Typen sind auch heute noch aktuell und finden sich in vielen Persönlichkeitstheorien wieder (z.B. bei Eysenck).

  • Melancholiker: trübsinnig, zweifelnd, freudlos
  • Choleriker: erregbar, unausgeglichen, jähzornig
  • Sanguiniker: heiter, lebhaft, gesellig
  • Phlegmatiker: langsam, ruhig, schwerfällig

Persönlichkeit nach Freud

Freud entwickelte ein strukturelles und funktionales Modell vom Aufbau der Persönlichkeit (ES - ICH - ÜBERICH) mit dessen Hilfe sich unterschiedliche Persönlichkeitstypen erklären lassen, z.B.:

  • Narzisstische Persönlichkeit: Immer auf der Suche nach Anerkennung, da in der frühen Kindheit das Selbstwertgefühl aufgrund einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung gelitten hat
  • Zwanghafte Persönlichkeit: Sparsam und ordnungsliebend, da ausgeprägtes Über-Ich durch ungünstige Bewältigung der analen Phase.
  • Hysterische Persönlichkeit: Nervös, Angst vor Sexualität, da sexuelle Impulse in der Kindheit ungünstig verarbeitet wurden
Cattell Foto: Cattell family [CC-BY-SA-3.0] / Wikimedia Commons

Persönlichkeit nach Cattell

Cattell glaubte nicht an Persönlichkeitstypen sondern an einzelne Eigenschaften (wie z.B. Intelligenz) , die sich unabhängig voneinander (wie Gewicht und Länge) messen lassen. Mit Hilfe eines neuen mathematisch-statistischen Verfahrens (Faktorenanalyse) entdeckte er 12 grundlegende Eigenschaften, und hat damit alle späteren Persönlichkeitstheorien stark beeinflusst:

  • Wärme: ist freundlich und mitfühlend
  • Logisches Schlussfolgern: kann gut logisch denken
  • Emotionale Stabilität: ist ausgeglichen und ruhig
  • Dominanz: strebt nach Dominanz, Kontrolle und Macht, auch aggressiv
  • Lebhaftigkeit: spontan, impulsiv
  • Regelbewusstsein: hält sich an Regeln, moralisch, gewissenhaft
  • Soziale Kompetenz: geht auf andere zu, findet viele Freunde, beliebt
  • Empfindsamkeit: empfindsam, ästhetisch
  • Wachsamkeit: skeptisch, achtsam
  • Abgehobenheit: träumerisch, hat viele Ideen
  • Privatheit: diplomatisch, lässt sich nicht in die Karten schauen
  • Besorgtheit: ängstlich, viele Selbstzweifel
  • Offenheit für Veränderungen (Q1): experimentierfreudig, liberal, flexibel
  • Selbstgenügsamkeit (Q2): selbstbewusst, Selbstsicherheit, in sich selbst ruhend
  • Perfektionismus (Q3): diszipliniert, Organisationstalent
  • Anspannung (Q4): energiegeladen, ungeduldig

Gemessen werden Cattells 16 Eigenschaften auch heute noch mit dem von ihm entwickelten und weit verbreiteten Persönlichkeitstest 16PF.


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Persönlichkeit nach Eysenck

Wie Cattell so ging auch Eysenck von einzelnen Persönlichkeitseigenschaften aus. Allerdings postulierte Eysenck aufgrund theoretischer Überlegungen nur drei grundlegende Persönlichkeitseigenschaften (PEN-Modell):

  • Psychotizismus (P): gefühlskalt, aggressiv, unsozial
  • Extraversion (E): gesellig, spontan, aus sich herausgehend
  • Neurotizismus (N): nervös, unruhig, ängstlich

Mit den beiden Persönlichkeitseigenschaften Neurotizismus und Extraversion konnte er zugleich die vier Persönlichkeitstypen der Antike erklären:

  • Melancholiker: hoher Wert für N, niedriger für E
  • Choleriker: hohe Werte für N und E
  • Sanguiniker: niedriger Wert für N, hoher für E
  • Phlegmatiker: niedrige Werte für N und E

Heute gelten Neurotizismus (N) und Extraversion (E) als allgemein anerkannt und sind in fast allen Persönlichkeitstests enthalten, wie z.B. auch im Online-Persönlichkeitstest von Psychomeda.

Universelle Persönlichkeitseigenschaften

Immer wieder gab es Bemühungen, die Anzahl der unterschiedlichen Persönlichkeitseigenschaften zu vereinheitlichen. Das Ergebnis unterschiedlicher Versuche sind fünf universelle Faktoren (Big Five), die im Wesentlichen bei Eysenck und Cattell entlehnt wurden bzw. den Eigenschaften zweiter Ordnung bei Cattell entsprechen:

Ein Fragebogen-Test, der diese universellen Eigenschaften misst, ist das Five Factor Inventory (NEOFFI). Online können die universellen Persönlichkeitsdimensionen mit dem Big-Five-Test von Psychomeda bestimmt werden. Zum Big-Five-Test...

Persönlichkeit: Fragen und Antworten

Wie stabil sind Persönlichkeitseigenschaften?

Untersuchungen zeigen, dass sich bei gesunden Erwachsenen die Persönlichkeitseigenschaften kaum verändern und eine überraschend hohe zeitliche Stabilität aufweisen - bei Kindern ist das durchaus anders.

Haben Sie auch eine Frage? Dann fragen Sie unser Psychologen-Team...

Persönlichkeitstests: Mehr zum Thema

Verwandte Themen: Extraversion, Intelligenz, Multiple-Persönlichkeit, Neurotizismus, Persönlichkeitstests


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