Psychologische Online Beratung

Der Psychotherapieratgeber

Was ist der Unterschied zwischen Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut?

von Klaus Mass, Theologe und Heilpraktiker

Für Laien oft nur schwer zu durchschauen: Die unterschiedlichen Berufe und Berufsbezeichnungen in der Psychotherapie. Wir haben eine Übersicht der wichtigsten Berufsgruppen und ihrer Qualifikation zusammengestellt.

Psychiater und Neurologe

Aus dem alten Wort Nervenarzt sind zwei moderne ärztliche Berufe hervorgegangen. Der Psychiater ist der Facharzt für die Behandlung seelischer Erkrankungen. Er betreibt Psychotherapie und verschreibt Medikamente (Psychopharmaka). Bei der Therapie aller psychischen Erkrankungen, die auf körperliche Störungen zurückgeführt werden können, bedarf es des fachärztlichen Einsatzes von Medikamenten und somit der Behandlung durch den Psychiater.

Der Neurologe hingegen hat nichts mit dem seelischen Empfinden des Patienten zu tun, er interessiert sich für die Leitfähigkeit der Nerven, er fragt nach den Reflexen, nach Lähmungen, oder auch nach Gefühlsstörungen in der Haut.

Die Tabelle stellt die Berufsgruppen in der Übersicht dar:


Studium Zusatz- qualifikation Geschützte Bezeichnung Schwerpunkt Kostenübernahme durch Kassen
Psychiater Medizin Ja (Psychiatrie) Ja Behandlung mit Medikamenten Ja
Facharzt für Psychotherapie Medizin Ja (Psychotherapie) Ja Arzt und Psychotherapeut Ja
Psychologischer Psychotherapeut Psychologie Ja (Psychotherapie) Ja Psychotherapie Ja
Heilpraktiker für Psychotherapie Nicht zwingend Prüfung durch Amtsarzt Ja Psychotherapie mit Zusatz- versicherung
Psychologe Psychologie Nicht zwingend Ja Beratungsstellen, Schule, Polizei etc. Nein
Psychologischer Berater, Lebensberater, Coach, Trainer Nicht zwingend Nicht zwingend Nein, jeder kann sich so nennen nur Beratung (ohne Therapie und Diagnose) Nein


Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut

Psychologen sind keine Ärzte und verschreiben daher auch keine Medikamente. Sie beschäftigen sich im Studium jedoch ausgiebig mit dem Erleben und Verhalten von Menschen sowie mit der psychologischen Diagnostik (Persönlichkeitstests, Intelligenztests). Psychologen arbeiten in vielen Bereichen, u.a. bei der Polizei (Erstellen von Profilen von Straftätern), in HR-Abteilungen (Personalauswahl), bei Software-Unternehmen (Gestaltung von ergonomischen Programmen), im Sport (Mentaltrainer) und in Kliniken.

Psychologischen Psychotherapeuten sind Psychologen, die nach dem Universitätsabschluss noch eine mehrjährige Ausbildung in einem oder mehreren zugelassenen psychotherapeutischen Verfahren absolviert. Sie sind staatlich approbiert und können ihre psychotherapeutischen Leistungen über alle Krankenkassen abrechnen.

Psychologische Psychotherapeuten sind für alle Erkrankungen zuständig, die durch psychotherapeutische Gespräche und Übungen behandelt werden können, wie z.B. Zwänge, depressive Verstimmungen, Sucht oder Komplexe. Häufig arbeiten sie mit Ärzten zusammen.

Psychologische Psychotherapeuten im Psychomeda-Netzwerk anzeigen...

Heilpraktiker & Heilpraktiker für Psychotherapie

In Deutschland gibt es neben den Ärzten und den psychologischen Psychotherapeuten noch eine weitere Berufsgruppe, welche die Psychotherapie ausüben darf: Heilpraktiker sind selbstständig in der Lage körperliche und seelische Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln.


- Anzeigen -


Im Gegensatz zu den Ärzten und Psychologen müssen Heilpraktiker nicht über ein fachspezifisches Universitätsstudium verfügen, sie haben dafür eine Heilpraktikerschule besucht und oft langjährige Fachausbildungen absolviert.

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Heilpraktikern, die praktisch in allen therapeutischen Bereichen arbeiten dürfen, und Heilpraktikern für Psychotherapie, die ausschließlich psychotherapeutisch tätig werden dürfen. Letztere sind nach dem Gesetz keine 'echten' Heilpraktiker, sondern Personen, die lediglich eine Zulassung erhalten haben, Psychotherapie anbieten zu dürfen. Es gibt für sie keine vorgeschriebene Ausbildung, wodurch die Qualifikation sehr unterschiedlich sein kann und vom Patienten genau geprüft werden sollte. Patienten können bei diesen Therapeuten oftmals deutlich schneller an einen Termin kommen, als bei einem Psychiater oder einen Psychologischen Psychotherapeuten, allerdings wird die Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Alle Heilpraktiker haben ihr fachliches Wissen bei einer amtsärztlichen Überprüfung in Theorie und Praxis nachgewiesen.

Der 'echte' Heilpraktiker ist analog zum Arzt auch in der Lage Medikamente zu verschreiben. Er darf jedoch keine rezeptpflichtigen, sondern nur apothekenpflichtige Produkte verordnen. Dabei handelt es sich in aller Regel um pflanzliche und homöopathische Arzneien. Im Gegensatz zu Heilpraktikern dürfen weder Heilpraktiker für Psychotherapie noch Psychologische Psychotherapeuten Medikamente verordnen.

Heilpraktiker (für Psychotherapie) im Psychomeda-Netzwerk anzeigen...

Psychologische Berater

Der Begriff Psychotherapeut ist in Deutschland geschützt. Nur die gesetzlich zugelassenen ärztlichen Psychotherapeuten (Psychiater) und die psychologischen Psychotherapeuten (Psychologen) dürfen ihn verwenden. Darüber hinaus wird die Psychotherapie auch von Heilpraktikern und Heilpraktikern für Psychotherapie ausgeübt.

Der Begriff Psychologischer Berater ist hingegen nicht geschützt, so kann sich im Prinzip jeder nennen, der psychologische Beratung im weitesten Sinne des Wortes (z.B. Coaching) ausübt. Solche Berater dürfen jedoch keinerlei Erkrankungen feststellen oder behandeln.

Psychologische Berater im Psychomeda-Netzwerk anzeigen...

<< Zurück zum Psychotherapieratgeber | ↑ nach oben

Weiter auf Psychomeda

Veranstaltungen der Psychomeda-Therapeuten...

Qualifizierte Therapeuten in Ihrer Nähe: Zur Therapeuten-Datenbank...

Jetzt online und anonym Ihre Fragen zum Thema "Therapie" stellen...

- Anzeigen -