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Persönlichkeitstests

von Psychomeda-Redaktion

Persönlichkeitstests: Überblick

Persönlichkeitstests sollen überdauernde Eigenschaften wie Intelligenz, Neurotizismus oder Leistungsmotivation einer Person messen und vergleichbar machen. Persönlichkeitstests werden vor allem bei der Personalauswahl eingesetzt aber auch in Kliniken, bei der Beurteilung der Fahreignung (MPU) und im Rahmen von forensischen Gutachten. Im Wesentlichen lassen sich zwei Arten von Persönlichkeitstests unterscheiden: a) Tests, die die kognitive Leistungsfähigkeit (Intelligenz) messen und b) Tests, die Charaktereigenschaften messen. Letztere lassen sich noch mal in Tests unterteilen, die auf Selbstbeurteilung beruhen (Teilnehmer beantwortet einen Fragebogen) und einfach zu durchschauen sind, und projektive Tests, die kaum zu durchschauen sind.


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Persönlichkeitstest Foto: "Hermann Rorschach" (bis 1922) [Public domain] / Wikimedia Commons

Persönlichkeitstests: Konstruktion

Es gibt kein einheitliches Vorgehen bei der Entwicklung von Tests. Einer der bekanntesten Persönlichkeits-Tests (MMPI) wurde mit dem Ziel entwickelt, psychische Störungen zu diagnostizieren. Dafür wurden Aussagen (Ich habe Angst, irgendwann den Verstand zu verlieren) gesammelt, die typischerweise von psychisch Kranken bejaht werden.

Andere Tests (BIP) wurden speziell für die Personalauswahl erstellt und umfassen Aussagen (Verantwortung für wichtige Entscheidungen zu tragen, macht mir nichts aus) zu Schlüsselkompetenzen, wie Führungsmotivation oder Flexibilität. Das Problem mit diesen Tests ist ihre leichte Durchschaubarkeit. Praktisch jedem gelingt es, sich in solchen Test besser darzustellen.

Bei projektiven Tests sollen Bilder (Tintenkleckse) vom Testteilnehmer interpretiert werden. Oder es sollen vom Teilnehmer selbst Zeichnungen angefertigt werden. Die Antworten werden vom Psychologen kategorisiert und bewertet. Lange Zeit waren projektive Tests verpönt. Mittlerweile hat wegen der Manipulierbarkeit von Fragebogentests ein Umdenken eingesetzt.

Persönlichkeitstests: Qualitätsstandards

Es gibt eine Reihe von Qualitätskriterien, die ein Test erfüllen sollte, dazu gehört auch die korrekte Durchführung und Auswertung. Oft wird aber gerade hier nicht sorgfältig gearbeitet, und z.B. ein Intelligenztests nicht richtig erklärt.

Der Test selbst sollte möglichst genau messen (siehe Reliabilität), d.h. bei einer Wiederholung sollte das gleiche Ergebnis herauskommen. In der Realität ist das praktisch nie der Fall. Die Testergebnisse streuen in einem Fehlerintervall. Die Größe des Fehlerintervalls kann berechnet werden und sollte unbedingt bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden. Zur Sicherheit sollten Sie immer nach dem Fehlerintervall fragen! Wenn Ihnen das Fehlerintervall nicht angegeben werden kann, können Sie davon ausgehen, dass der Tester nicht qualifiziert ist.

Am Ende stellt sich immer die Frage, wie aussagekräftig die Ergebnisse sind (siehe Validität). Bei vielen Tests gibt es jedoch kaum Studien darüber, was die Testergebnisse eigentlich aussagen oder vorhersagen können. Bei anderen Tests (Intelligenztests) wird oft gerne verschwiegen, dass die Ergebnisse zwar den Schulabschluss vorhersagen können, aber schon bei den Schulnoten versagen und im späteren Leben ganz ihre Aussagekraft verlieren.

Die Qualitätsmerkmale in der Übersicht:

  • Objektivität: Ist das Ergebnis unabhängig vom Testleiter und sind die Testbedingungen für alle gleich?
  • Reliabilität (Genauigkeit): Würde eine Testwiederholung zu einem ähnlichen Ergebnis kommen?
  • Validität (Aussagekraft): Welche Schlüsse lassen sich aus dem Testergebnis ableiten, welche Vorhersagen können getroffen werden?
  • Fairness: Werden Teilnehmergruppen benachteiligt, z.B. Personen, die schlecht lesen können?

Bekannte Persönlichkeitstests

Intelligenztests

Zu den bekanntesten und besten Intelligenztests zählt der CFT20. Er soll die Intelligenz unabhängig von kulturellen Einflüssen messbar machen. Der Online-Intelligenz-Test von Psychomeda setzt ähnlich wie der CFT20 non-verbale Aufgaben ein, umfasst aber auch Aufgaben zum Sprachverständnis und zum Umgang mit Zahlen. Zum Online IQ-Test...

Fragebogentests

Im deutschsprachigen Raum wird häufig der FPI (138 Fragen) eingesetzt aber auch der NEOFFI (60 Fragen). Während der NEOFFI fünf universelle Eigenschaften einer Person messbar machen soll, umfasst der FPI Fragen zu einer mehr oder weniger willkürlichen Sammlung von Eigenschaften. Der Psychomeda-Persönlichkeitstest bestimmt wie der NEOFFI die fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen kann jedoch online durchgeführt werden. Die Auswertung erfolgt unmittelbar nach der Beantwortung der letzten Frage. Zum Online-Persönlichkeitstest...

Projektive Persönlichkeitstests

Der Rorschachtest (entwickelt im Jahr 1921 von Hermann Rorschach) ist immer noch das wichtigste projektive Verfahren - mittlerweile auch computergestützt. Den Testteilnehmern werden Tintenkleckse gezeigt und sie sollen sagen, was das sein könnte. Die Antworten werden nach einem vorgegebenen Schema kategorisiert.

Persönlichkeitstests: Fragen und Antworten

Bei unserem Kind wurde ein Persönlichkeitstest gemacht und fehlende Willenskontrolle und eine geringe Selbstüberzeugung festgestellt. Was bedeutet das?

Wahrscheinlich wurde bei Ihrem Kind der PFK 9-14 durchgeführt. Die Durchführung von Persönlichkeitstests sollte man als Eltern immer kritisch hinterfragen. Oft werden die Kinder durch die Testergebnisse in Schubladen gesteckt (stigmatisiert) aus denen sie nicht wieder herauskommen, obwohl die Aussagekraft und Genauigkeit dieser Testergebnisse in den meisten Fällen nur gering ist, wie z.B. für die Skala "Selbstüberzeugung" beim PFK. Sie sollten sich daher unbedingt das Fehlerintervall nennen lassen. Häufig befindet sich der Durchschnittswert noch im Fehlerintervall, sodass gar keine Abweichung von anderen "normalen" Schülern festgestellt werden kann. Nur unter Berücksichtigung des Fehlerintervalls lassen sich Testergebnisse überhaupt sinnvoll interpretieren.

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Extraversion/Introversion, Intelligenz, Intelligenzquotient, Neurotizismus, Persönlichkeit, Fairness, Objektivität, Reliabilität, Validität


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