Tinnitus, Ohrgeräusch
Tinnitus, Ohrgeräusch: Überblick
Wer von einem Tinnitus betroffen ist, hört Geräusche, für die es keine Schallquelle gibt. Ein Tinnitus kann vielfältige Ursachen haben, weswegen er nicht als eigenständige Krankheit angesehen wird, sondern als Symptom. Etwa 20% der Bevölkerung ist chronisch von einem Ohrgeräusch betroffen, bei älteren Menschen sind es deutlich mehr. Fast 50% leiden zumindest einmal in ihrem Leben unter einem Tinnitus.
Tinnitus, Ohrgeräusch: Symptome
Das Hören von Geräuschen, ohne dass es dafür eine Schallquelle gibt, z.B.
- Brumm- oder Pfeiftöne
- Zischen
- Rauschen
- Knacken oder Klopfen
Tinnitus, Ohrgeräusch: Ursachen
Die Ursachen können vielfältig sein und lassen sich häufig nicht vollständig klären. Ein Tinnitus kann z.B. verursacht werden durch:
- Ohrenschmalz
- Mittelohrentzündungen
- Lärm (lauter Knall, Discothek)
- Hörsturz
- Verletzung des Trommelfells
- Probleme mit dem Kiefergelenk, falscher Biss, schlechte Kronen
- Verspannungen der Nacken- und Kaumuskulatur
- andere Krankheiten
Experten gehen zudem davon aus, dass Stress eine wichtige Rolle spielt. So führt Stress zur Ausschüttung von Adrenalin und damit zu einer Gefäßverengung und schlechteren Durchblutung des Innenohrs.
Tinnitus, Ohrgeräusch: Behandlung
Diverse Behandlungsansätze (Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung, Sauerstofftherapie, Überdeckung des Tinnitus mit anderen Geräuschen, Durchtrennung der Hörnerven etc.) führten bisher nicht zu durchschlagenden Erfolgen. Hält der Tinnitus über mehrere Wochen an, wird es immer unwahrscheinlich, dass er nochmal 'von selbst' verschwindet.
Viele Tinnitus-Betroffene berichten gleichzeitig von Muskelverspannungen im Nacken, Kiefergelenksschmerzen und Zähneknirschen. Einige Experten vermuten, dass der erhöhte Muskeltonus ebenfalls den Tinnitus hervorrufen kann. Eine kieferorthopädische Behandlung der Kieferstellung kann in manchen Fällen Erfolge verbuchen.
Alternative Behandlungsansätze in der Übersicht:
- Psychotherapie: Lernen, mit dem Tinnitus zu leben. Verbesserung der Symptome durch Stressabbau und Entspannungstechniken
- Kieferorthopädie: Korrektur von Biss- und Kieferstellung z.B. mit dem Herbstscharnier
- Massagen, Physiotherapie, Osteopathie: Verbesserung der Symptome durch Lösung von Muskelverspannungen und Gelenkblockkaden
- Autogenes Training: Verbesserung der Sypmtome durch Stressabbau
Tinnitus, Ohrgeräusch: Fragen und Antworten
Ich bin seit mehreren Jahren von einem Tinnitus betroffen (dumpfes Rauschen im rechten Ohr). Sollte ich weiter Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung einnehmen?
Bei chronischem Tinnitus konnten mit Medikamenten bisher kaum Erfolge erzielt werden. Da alle Medikamente auch Nebenwirkungen aufweisen, sollte man sich genau überlegen ob der Nutzen die Risiken übersteigt.
Ich leide unter Nackenverspannungen, häufigen Verspannungskopfschmerzen und Kiefergelenkschmerzen. Können die Verspannungen Ursache für den Tinnitus sein?
Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Verspannungen und Tinnitus eine gemeinsame Ursache haben: Eine ungünstige Kieferstellung bzw. einen falschen Biss. Sie sollten einen Kieferorthopäden aufsuchen, der sich diese Themen spezialisiert hat und z.B. das Herbstscharnier zur Korrektur der Kieferstellung einsetzt.
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