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Psychotherapie - Lexikon der Psychologie

von Psychomeda-Redaktion

Psychotherapie: Überblick

Das Ziel einer Psychotherapie besteht darin, durch psychotherapeutische Methoden (Rollenspiele, Gespräche, Assoziationen, Hypnose, Übungen) möglichst ohne Medikamente Lösungen für psychische, körperliche und/oder soziale Probleme zu finden. Die Grundidee geht auf Siegmund Freud zurück, dem es durch die Bewusstmachung von unbewussten Konflikten im Gespräch mit seinen Patienten gelang, seelische und körperliche Probleme zu bessern.

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Psychotherapie: Methoden

Die psychotherapeutischen Methoden sind zahlreich. Zu den bekanntesten zählen:

  • Die freie Assoziation von Gedanken, um unbewusste Konflikte aufzudecken
  • Die Deutung von Träumen in der Psychoanalyse
  • Das einfühlsame Gespräch
  • Das Aufstellen von Belohnungsprogrammen zur Verhaltensänderung
  • Die Desensibilisierung (das langsame Gewöhnen), z.B. bei Ängsten
  • Die Hypnose und Selbsthypnose
  • Entspannungstechniken, wie z.B. autogenes Training
  • Selbst- oder Fremdsuggestionen, z.B. zur Förderung der Motivation
  • Die Beratung mit Tipps und Empfehlungen zur Lebensführung
  • Malen und Zeichnen unter therapeutischer Anleitung
Psychotherapie

Diese Methoden werden je nach Art und Umfang des Problems bzw. der Störung eingesetzt. Psychotherapeuten bevorzugen dabei die Methoden der von ihnen praktizierten Therapierichtung, z.B. Desensibilisierung bei der Verhaltenstherapie.

Psychotherapie: Psychotherapieformen

Es gibt unzählige Therapieformen, -richtungen und -schulen. Eine kurze Übersicht der wichtigsten Therapieformen (weitere Details auf den Unterseiten):

  • Psychoanalyse / Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Geht auf Freud zurück und versucht, Probleme durch die Analyse von unbewussten Impulsen und Konflikten zu lösen.
  • Verhaltenstherapie: Setzt auf Verhaltensänderungen und Durchbrechung von Denkmustern durch Training und Übung.
  • Hypnotherapie: Suggestionen sollen das Unbewusste erreichen und Verbesserungen herbeiführen.
  • Gesprächstherapie: Sucht Lösungen in einfühlsamen Gesprächen zwischen Patient und Therapeut.
  • Systemische Therapie: Versucht das System von zwischenmenschlichen Beziehungen und äußeren Bedingungen zur Lösung von Problemen zu beeinflussen
  • Familientherapie: Bezieht die Familie mit ein (oft mit systemischen Ansätzen)
  • Aufstellungen / Familienstellen: Rollenspiel, bei dem Personen im Raum als Stellvertreter für verstorbene oder lebende Menschen agieren. Durch die Aufstellung im Raum sollen Beziehungen und Konflikte thematisiert und gelöst werden.
  • Ergotherapie: Versucht durch handwerkliche und kreative Tätigkeiten die Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag zu verbessern.

Psychotherapie: Anerkannte Therapieformen

In Deutschland gibt es zwei Stufen der Anerkennung einer Psychotherapieform:
a) berufsrechtlich: Ist die Therapie für die Ausbildung zum Psychotherapeuten zugelassen?
b) sozialrechtlich: Kann die Therapie durch öffentliche Krankenkassen erstattet werden?

Wissenschaftlich anerkannt durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für die Ausbildung zum Psychotherapeuten sind:

Anerkannt durch den Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für die Erstattung durch die Krankenkassen sind:

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Psychotherapie: Die Wahl der richtigen Therapieform

Eigentlich sollte man von einem Menschen mit psychischen Problemen nicht auch noch erwarten, dass er die Entscheidung über die passende Therapieform treffen muss. Da es jedoch keine allgemeingültigen Regeln gibt, muss jeder Patient für sich herausfinden, was ihm helfen könnte. Drei Überlegungen spielen dabei eine Rolle:

Besteht überhaupt die Chance, das Problem nichtmedikamentös durch eine Psychotherapie zu verbessern? Um diese Frage zu beantworten, sollte man den Rat eines erfahrenen Psychiaters einholen und auch mit ein oder zwei erfahrenen Psychotherapeuten sprechen.

Sollen die Kosten von einer Krankenkasse übernommen werden, dann kommen nur die zugelassenen Psychotherapieformen in Frage.

Handelt es sich eher um ein Problem auf der Verhaltensebene (z.B. Zwänge) oder liegen die Ursachen etwa in der Kindheit begründet? Wenn erstes zutrifft, eignet sich Therapien, wie die Verhaltenstherapie, die versuchen durch Übung und Training Verbesserungen zu erzielen. Bei letzterem wird man eher zu einem tiefenpsychologischen Verfahren neigen.

In der Regel bieten Psychotherapeuten ein kostenloses Vorgespräch an. Bei Psychotherapeuten mit Kassenzulassung können die ersten 5 bis 8 Sitzungen als probatische (versuchsweise) Sitzungen auch ohne Antrag von der Kasse übernommen werden. Nutzen Sie diese Sitzungen, um die oben genannten Fragen zu klären und sicherzustellen, dass Sie eine Vertrauensbeziehung zum Therapeuten aufbauen können.

Psychotherapie: Dauer und Kosten

Je nach Therapieform, Störung und Therapieziel beträgt die Dauer eine Psychotherapie zwischen 25 und 200 Sitzungen (in Ausnahmefällen auch 300 Sitzungen), wobei eine Sitzung etwa 50 Minuten entspricht.

Psychotherapie: Fragen und Antworten

Was kostet eine Psychotherapie?

Die Kosten richten sich nach Art und Umfang der Psychotherapie und werden bei zugelassenen Therapeuten und Therapien (s.o.) auf Antrag von den Krankenkassen erstattet (die ersten 5 bis 8 Sitzungen werden als probatische Sitzungen von den Kassen oft auch ohne Antrag übernommen). Häufig wird eine Psychotherapie auch privat bezahlt. Dann liegen die Kosten zwischen 50 und 150 EUR pro Sitzung.

Wie lange dauert eine psychotherapeutische Sitzung?

Eine Sitzung dauert in der Regel 50 Minuten.

Wie häufig finden die psychotherapeutischen Sitzungen statt?

Die Sitzungen finden 1- bis 2-mal pro Woche statt, manchmal auch nur alle zwei Wochen.

Muss ich mich bei einer Psychotherapie auf die Couch legen oder hypnotisieren lassen?

Nein, denn Sie entscheiden über die Therapieform. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie werden z.B. weder "Couch" noch "Hypnose" eingesetzt. Bei einer tiefenpsychologischen Therapie (Psychoanalyse) wird Ihnen die Couch hingegen begegnen und bei einer Hypnotherapie wird natürlich mit Hypnose gearbeitet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie die ersten 5 bis 8 probatischen Sitzungen nutzen, um die Behandlungsmethoden mit Ihrem Therapeuten zu besprechen.

Wie finde ich einen zugelassenen Psychotherapeuten?

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