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Neurotizismus - Lexikon der Psychologie

Neurotizismus bezeichnet eine stabile, überdauernde Persönlichkeitseigenschaft. Neurotische Menschen gelten als ängstlich, launisch, empfindlich, depressiv, reizbar und labil.

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Eysenck Foto: Sirswindon [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0] Wikimedia Commons
Der berühmte deutschstämmige Psychologe H.J. Eysenck erkannte Mitte des vorigen Jahrhunderts als Erster die Bedeutung von Neurotizismus als Persönlichkeitsdimension. Eysenck beobachtete, dass sich Menschen auf einen Kontinuum von stabil (wenig ängstlich, ruhig, sicher) bis labil (ängstlich, nervös, unsicher) einordnen lassen. Die Ursache für diese Unterschiede sah Eysenck in der Erregbarkeit des Limbischen Systems: Bei neurotischen Menschen reagiert dieses Hirnareal überempfindlich.

Neben der Neurotizismus-Dimension postulierte Eysenck eine zweite Dimensionen der Persönlichkeit: Extraversion - Introversion. Beide sind laut Eysenck größtenteils genetisch bestimmt. Seit der Beschreibung dieser Dimensionen durch Eysenck, sind sie in viele Persönlichkeitsmodelle eingeflossen und heute praktisch in jedem modernen Persönlichkeitstest enthalten.
Neurose vs. Neurotizismus: Neurotizismus bezeichnet eine Persönlichkeitseigenschaft, Neurose jedoch einen psychoanalytischen Krankheitszustand. Eysenck ging zwar davon aus, dass neurotische Menschen auch öfters unter Neurosen und Depressionen leiden, lehnte die Psychoanalyse jedoch ab.

Neurotizismus und Gesundheit

Neurotische Menschen können oft weniger gut mit Stress umgehen und sind tendenziell Burnout gefährdeter. In Studien zum Gesundheitszustand weisen neurotische Menschen häufig mehr körperliche Beschwerden auf sowie insgesamt eine geringere Lebenszufriedenheit. Einige Studien lieferten auch Belege für eine häufigere Einnahme von Psychopharmaka. Amerikanische Untersuchungen fanden bei neurotischen Menschen Hinweise für eine höhere Herzfrequenz und eine geringere Lebenserwartung.

Neurotizismus und Beruf

Neurotizismus wird im Berufsalltag häufig mit geringerer Belastbarkeit und mehr Fehltagen in Zusammenhang gebracht. In ihrer Dissertation konnte Birte Rothkopf zeigen, dass Neurotizismus jedoch auch das Risiko-Verhalten beeinflusst. Rothkopf untersuchte das Anlageverhalten von Börsenmaklern und fand heraus, dass neurotische Börsenmakler Gewinne frühzeitiger realisieren. Aufgrund der Bedeutung für den beruflichen Erfolg, sind Neurotizismustests häufig Bestandteil von Einstellungstests.

Neurotizismus-Tests

Es gibt eine Reihe von Fragebogen-Tests, die eine Neurotizismus-Skala enthalten. Am gebräuchslichsten ist heute der Big-Five Persönlcihekisttests (B5T):
  • Psychomeda-Persönlichkeitstest: Online-Test, der Neurotizismus als eine der fünf Persönlichkeitsdimensionen (Big Five) testet. Zum Test...
  • Eysenck Personality Inventar (EPI): Fragebogen mit 57 Fragen, darunter 24 zu Neurotizismus z.B. "Wechselt Ihre Stimmung häufig?"
  • Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI): Fragebogen mit 138 Fragen, darunter 14 zu Neurotizismus z.B. "Ich grüble viel über mein Leben nach."
  • NEOFFI: Fragebogen mit 60 Fragen, darunter 12 zu Neurotizismus z.B. "Ich fühle mich oft angespannt und nervös."

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Weiterführende Quellen und Links

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