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Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine effektive Methode für die Auflösung von Mono-Traumatisierungen. Entwickelt wurde die Methode von Francine Shapiro. Shapiro hatte bei sich selbst beobachtet, wie sich Ängste und depressive Symptome (nach einer Krebs-Diagnose) durch bestimmte Augenbewegungen auflösten. Heute wird EMDR weltweit z.B. bei Katastrophen zur Behandlung von traumatisierten Menschen eingesetzt. von Cay Helmich, Diplom-Psychologin und systemischer Coach (DGfC)
Das Hauptwirkprinzip von EMDR ist eine abwechselnde Stimulierung der linken und rechten Gehirnhälfte (bilaterale Stimulierung) durch rhythmische Augenbewegungen, akustische Signale oder taktile Reize. Durch die bilaterale Stimulierung arbeiten die beiden Gehirnhälften synchroner zusammen und können so auch traumatische Erlebnisse besser verarbeiten. Durch das nun optimiertere Zusammenarbeiten der beiden Gehirnhälften werden die Selbstheilungskräfte aktiviert, ähnlich wie die REM-Phase des Nachtschlafs. Belastendes wird verarbeitet. Die Erinnerung an das traumatische Erlebnis und die damit verbundene körperliche Erregung klingt ab. Positive Gedanken tauchen auf - auch auf der Gefühlsebene. Manchmal passieren kleine und große Wunder.
EMDR kann neben der Traumaarbeit, auch bei sexuellen Störungen, Allergien, Trauerprozessen, Ängsten, Phobien und in der Suchtarbeit eingesetzt werden. Kombiniert mit anderen Techniken wird EMDR beim Coaching genutzt. Auch bei Kleinkindern kann EMDR zur besseren Verarbeitung von Geburtstraumata eingesetzt werden.
Die Wirkung der bilateralen Stimulation wird durch das Ausformulieren von Zielen verstärkt, z.B. "Ich habe das Recht zu überleben, ich kann kämpfen, ich bin bereit", "Ich achte auf meine Intuition und halte mich bei Menschen auf, die sich partnerschaftlich verhalten", "Ich liebe mich so, wie ich bin und ich verdiene viel Wertschätzung und freundliche Zuwendung".
Zusätzlich kann EMDR durch die "Kunst des Lassens" (Prof. Plassmann) unterstützt werden: Alles was ist, darf sein. Der Atem darf so laufen, wie er will. Körperliche Empfindungen und Schmerzen dürfen kommen und gehen. Die Gefühle dürfen sein, gehen, sich verändern.

Brainspotting: Zuckungen verraten das Trauma

Von dem Psychoanalytiker David Grand wurde EMDR zu Brainspotting weiterentwickelt. Dabei werden die Augen für längere Zeit auf bestimmte Punkte (Brainspots) gerichtet, bei denen sich ungewöhnliche Reaktionen (z.B. Zuckungen) zeigen, wodurch oftmals traumatische Erlebnisse aktiviert werden.
Im Coaching wird EMDR, vermischt mit NLP-Elementen und Kinesiologie, als Wingwave, Brainlog oder BICO bezeichnet und erfolgreich in der Beratung von gesunden Menschen eingesetzt. Für die Selbsthilfe oder im Selbstcoaching, bei Alltagsprobleme und Alltagsblockierungen kann EMDR eine gute und schnelle Hilfe sein. Die bilaterale Stimulierung findet man übrigens in vielen uralten Stärkungstechniken angefangen bei der Kampfkunst (Kung Fu, Qigong) der Shaolin-Mönchen bis zum Schuhplattlern der Bayern.
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