Angst: Häufig genetisch bedingt
Neue Studien legen nahe, dass Angst oftmals genetisch bedingt ist. Menschen, die als Babys bereits ängstlich reagieren, verhalten sich auch als Erwachsene eher ängstlichen und schüchternen. - von Psychomeda, Oct 2015
Neue Life-Span-Studie
Der US-Psychologe Jerome Kagan erforscht seit Jahren das Phänomen Angst. In Life-Span-Studien begleiten Kagan und sein Team eine große Anzahl von Menschen über die Lebenszeit hinweg: Vom Baby bis ins Erwachsenenalter.Dabei entdeckte Kagan, dass Menschen, die bereits als Babys empfindlich und ängstlich auf unbekannte Reize reagieren, sich auch im Erwachsenenalter eher ängstlich und schüchtern verhalten.
Erregbarkeit ist angeboren
Etwa 20% der untersuchten Babys reagierten wenige Tage nach der Geburt bereits auffallend empfindsam auf unbekannte Reize (unbekannte Stimmen von einem Tonband). Sie weinten, zappelten mit den Armen und Beinen und drückten den Rücken durch.Kagan führt das auf Unterschiede in der Reizverarbeitung im Gehirn (Amygdala) zurück. Damit stützt er die Hypothese von Eysenck, der bereits vor 50 Jahren vermutet hatte, dass die Neigung zu Erregbarkeit, Ängstlichkeit und Labilität (siehe Neurotizismus) weitgehend angeboren ist und durch Unterschiede in der Erregbarkeit des Limbischen Systems erklärt werden kann.
Tipps für Eltern
Aber auch Kinder, die eher ängstlich und schüchtern reagieren, können ihre Ängstlichkeit kontrollieren lernen. Wichtig ist, dass sie dabei durch die Eltern unterstützt werden, so Kagan. Die drei wichtigsten Regeln sind:1. Kinder nicht überbehüten, sondern stärken, unterstützen und langsam an Herausforderungen heranführen
2. Das Selbstvertrauen mit kleinen Erfolgen aufbauen
3. Als Vorbild vorleben, dass man Ängste mit Humor nehmen, sich ihnen stellen und sie schließlich kontrollieren kann
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