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Verhaltenstherapie - Lexikon der Psychologie

von Psychomeda-Redaktion

Verhaltenstherapie: Überblick

Die Grundannahme der Verhaltenstherapie besagt, dass problematisches Verhalten oft bewusst oder unbewusst erlernt wurde und durch "Trainings"-Methoden (Belohnung und Lob für erwünschtes Verhalten, Feedback, Selbstbeobachtung) korrigiert werden kann. Entsprechend sucht die Verhaltenstherapie z.B. nicht nach tiefenpsychologischen Ursachen für spezifische Ängste (Angst vor Spinnen), sondern versucht diese Ängsts durch Übungen (langsame Gewöhnung an Spinnen, Kontrolle der Gefühle) zu beherrschen. Eine Unterform ist die kognitive Verhaltenstherapie, die mit ähnlichen Trainingsmethoden versucht, ungünstige Denkmuster zu durchbrechen (z.B. bei der Depression). Die Verhaltenstherapie zählt zu den wenigen wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren in Deutschland.

Verhaltenstherapie: Methode

Verhaltenstherapeuten versuchen zu verstehen, warum unerwünschtes Verhalten (Ängste, Zwänge) aufrechterhalten wird und wie es "abtrainiert" werden kann. Dazu wird das sogenannte SORKC-Modell angewendet:

S (Stimulus): Welche Situationen oder Umstände lösen das Verhalten aus?

O (Organismus): Welche im Organismus begründete Ursachen hat das Verhalten?

R (Reaktion): Wie genau äußert sich das unerwünschte Verhalten?

K (Kontingenzen): Nach welchem Prinzip führt das Verhalten zu erwünschten oder unerwünschten Folgen?

C (Konsequenzen): Welches sind die Folgen, die beispielsweise dafür sorgen, dass das Verhalten weiterhin gezeigt wird?


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Verhaltenstherapie: Einsatzgebiete

Die Verhaltenstherapie eignet sich besonders zur Behandlung von:

  • Süchten, z.B. Spielsucht, Nikotinsucht
  • Zwängen, z.B. ständiges Händewaschen
  • Ängsten, z.B. Angst vor Spinnen, Flugangst
  • Depressionen, z.B. zur Durchbrechung ungünstiger Denkmuster

Verhaltenstherapie: Kosten und Dauer

Die Dauer der Verhaltenstherapie ist abhängig von Art und Umfang der Störung und beträgt i.R. 20 bis 30 Sitzungen. Die Kosten werden meistens (vor allem bei Überweisung durch einen Arzt) von den Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen.

Verhaltenstherapie: Fragen und Antworten

Wie finde ich einen Verhaltenstherapeuten?

Wenden Sie sich z.B. an den Berufsverband Deutscher Psychologen oder nutzen Sie unsere Therapeutendatenbank, um Therapeuten in Ihrer Nähe zu finden.

Was zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkassen zahlen nur, wenn die Psychotherapie von einem zugelassenen Psychotherapeuten durchgeführt wird und wenn die Psychotherapie selbst wissenschaftlich anerkannt ist, z.B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse. Daher muss vor der Therapie ein Antrag zusammen mit dem Therapeuten bei der Krankenkasse gestellt werden.

Haben Sie auch eine Frage? Dann fragen Sie unser Psychologen-Team...

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