Systemische Therapie
Systemische Therapie: Überblick
Die systemische Therapie betrachtet den Menschen als Teil eines komplexen Systems von Beziehungen und Randbedingungen. Eine psychische Störung wird als Ausdruck eines gestörten Systems verstanden. Entsprechend wird versucht, durch therapeutische Maßnahmen das gesamte System zu verbessern, indem es beispielsweise erst destabilisiert, dann geändert und zum Schluss wieder gefestigt wird. Im Jahr 2008 wurde die systemische Therapie vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) wissenschaftlich anerkannt.
Systemische Therapie: Einsatzgebiete
Die systemische Therapie wird vor allem im Rahmen der Paar- und Familientherapie eingesetzt. Darüber hinaus gibt es viele weitere Anwendungsgebiete, wie z.B. bei Essstörungen.
Systemische Therapie: Methoden
- Kommunikationsanalyse und -verbesserung
- Familienskulptur: Die Familienmitglieder stellen sich im Raum auf und drücken ihre Beziehung zueinander durch Haltung, Gestik und Mimik aus
- Familienaufstellung: Andere Personen werden stellvertretend für Familienmitglieder im Raum aufgestellt
- Familienrekonstruktion: Ereignisse der Familiengeschichte werde in Rollenspielen nachgestellt
- Reframing: Umdeutung von Sachverhalten und Beziehungen
- Paradoxe Intervention: Therapeuten erteilen paradoxe Anweisungen, um das System zu destabilisieren
- Soziogramm: Graphische Darstellung der Beziehungen
- Reflecting Team: Mehrere Therapeuten diskutieren im Beisein der Familie das System
Systemische Therapie: Kosten und Dauer
Eine normale systemische Therapie umfasst 5 bis 15 Sitzungen. Wie bei anderen Formen der Psychotherapie dauert die typische Sitzung 50 Minuten und kostet zwischen 50 und 150 EUR. Bestehen Sie auf mindestens einer kostenlosen probatischen Sitzung (siehe Ratgeber Psychotherapie). Die öffentlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für systemische Therapie i.R. nicht.
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Systemische Therapie: Fragen und Antworten
Wie kann ich meine Familie zu einer systemischen Therapie überreden?
Sie sollten ihre Familie nicht überreden! Besprechen Sie gemeinsam mit einem Familientherapeuten, was eine systemische Therapie für Ihre Familie erreichen kann. Stellen Sie das Ergebnis Ihrer Familie dar und laden Sie dann Ihre Familie zu einer freiwilligen Probesitzung ein. Wenn das nicht klappt, ist diese Therapieform für Sie und Ihre Familie vielleicht nicht geeignet und Sie sollten Alternativen mit Ihrem Therapeuten besprechen.
Wie hilft die systemische Therapie bei Essstörungen?
Häufig spielt das Familiensystem bei Essstörungen eine wichtige Rolle. Verstrickung, Rigidität und Konfliktvermeidung sind für solche Familiensysteme kennzeichnend. In der systemischen Familientherapie wird versucht, dieses System aufzubrechen, Konflikte offen anzusprechen und so eine Verbesserung des Familiensystems und der Symptomatik herbeizuführen.
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Systemische Therapie: Mehr zum Thema
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Deutscher Verband für systemische Therapie (www.systemische-gesellschaft.de)
Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (www.dgsf.org/)
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