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Wie könnte ich meinem 28-jährigen drogensüchtigen Sohn am besten helfen?

Margit (w, 51) aus Wismar:

Guten Tag Herr Schmidt,
mein Sohn (28) konsumiert schon seit seinem 15. Lebensjahr Cannabis. Vor ca. 10 Jahren verhielt er sich nach einem Festivalsommer das erste Mal auffällig. Er war aggressiv (mit Worten) und führte laute Selbstgespräche, dazu kam das Horten von Zeitungen, die auf der Straße fand.

In diesem Jahr wiederholte sich sein Verhalten dahingehend, dass er laute Selbstgespräche führt (stundenlanger Redeschwall). Es geht bei diesen Gesprächen um Verschwörungstheorien und wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch das Andeuten eines unheimlichen Erlebnisses, wobei der diese Reden ständig wiederholt.

Wenn er angesprochen wird, sammelte er sich kurz und wirkt relativ klar. Sobald die Sprache auf Probleme, Kiffen und Arzt zu sprechen kam, wird er zunehmend aggressiv.

Mittlerweile hat er sich etwas beruhigt, sieht aber in keiner Weise ein, dass er mit dem Kiffen aufhören sollte. Da ich kürzlich mit einem nahen Familien-angehörigen ebenfalls eine durch Drogen verursachte Psychose durchgemacht habe, kamen wieder sehr unschöne Erinnerungen hoch.

Ich befürchte, dass mein Sohn ebenfalls kurz vor einer Psychose steht, wenn nicht sogar schon drin steckt. Mein Sohn meint, dass er nur Cannabis und Bier zu sich nimmt und alles im Griff habe, doch ich sehe das anders. Er lebt zur Zeit von der Sozialhilfe, da er sich, wie er sagt, nicht unterjochen lassen will! Wir sind ratlos und ich wüßte deshalb gerne, ob wir als Familie etwas tun könnten, um meinem Sohn zu helfen? Freundlichen Gruß M.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Frau Margit,
daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten und nach Hilfsmöglichkeiten für Ihren erwachsenen Sohn nachfragen!

Da Ihr Sohn keine Krankheitseinsicht zeigt, auf Hilfsangebote zunehmend ablehnend und wütend reagiert und Sie außerdem psychotische Symptome beobachten, so bleibt Ihnen nur die Möglichkeit jegliche Art von Unterstützung einzustellen und ihn an die einschlägigen Hilfseinrichtungen zu verweisen!

Falls er mit Drogen handeln, Tendenzen zur Verwahrlosung zeigen, sich selbst oder andere Menschen gefährden sollte, so wäre eine Meldung beim Ordnungsamt, dem Gesundheitsamt, oder der Polizei dringend geboten!

Ansonsten kann ich Ihnen leider nur den Rat geben, Ihre Familie und sich selbst vor Ihrem Sohn zu schützen, indem Sie den Kontakt so lange völlig einstellen, bis er bereit wäre, die - hier bei uns in Deutschland sehr gut ausgebauten - Hilfsmöglichkeiten für drogensüchtige Menschen in Anspruch zu nehmen!

Ich hoffe Ihnen damit einige wichtige Hinweise gegeben zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen auch weiterhin gerne zur Verfügung.

Über eine möglichst umgehende Bewertung dieser meiner kostenlosen Antwort würde ich mich sehr freuen! Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen, als Ihr Psychomeda-Berater

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