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Ich habe immer noch Schmacht zu Rauchen

Goldfield (w, 59) aus Schmeheim: Sehr geehrtes Psychologen-Team,
ich habe vor 12 Wochen mit der Hilfe von Champix das Rauchen aufgegeben und bin heute noch rauchfrei. Mit der Einnahme der Tabletten habe ich mich genau nach Anweisung gehalten. Ab der 10. Woche habe ich die Dosis von 2 mg Champix täglich auf 1 mg täglich reduziert,um zu verhindern, dass ich abhängig werde. Durch diese Reduzierung habe ich aber sehr heftiges Rauchverlangen und ich weiß nicht, wie lange ich noch stark genug bin, diese Schmachtattacken zu ertragen. Ich bin deswegen auch ziemlich deprimiert und traurig. Es wurde immer gesagt, es wird besser mit der Zeit und das Rauchverlangen würde immer schwächer. Das ist bei mir aber leider nicht der Fall. Was soll ich nur machen, wird das auch mal besser? Soll ich die Tablette Champix weiter nehmen und wenn, wie lange und in welcher Dosis? Für ein Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Goldfield

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Hallo Goldfield,

herzlichen Glückwunsch! Rauchen aufzuhören ist alles Andere als leicht. Sie haben es geschafft und können darauf zurecht stolz sein!

Zur richtigen Dosierung von Champix: es ist für mich aus der Entfernung leider nicht möglich, zu beurteilen, ob oder wie lange oder in welcher Dosis Sie Champix nehmen sollten. Das ist eine Frage, die Sie am Besten Ihrem Arzt stellen. Erwähnen Sie dabei ruhig, dass Sie sich deprimiert und traurig fühlen, denn Stimmungsschwankungen wie zum Beispiel Niedergeschlagenheit sind eine bekannte Nebenwirkung dieses Medikamentes.

Daher kann es durchaus sein, das es Ihnen ohne das Medikament tatsächlich sogar besser geht. Wie gesagt, das kann ich so nicht beurteilen, aber möglich wäre es. Ihr Arzt wird Ihnen das sagen können.

Sie fragen, ob das jemals besser wird. Das Rauchverlangen nimmt tatsächlich mit der Zeit in Stärke und Häufigkeit ab. Sie schreiben jetzt nicht, wie lange oder wie viel Sie geraucht haben, und natürlich gibt es individuelle Unterschiede.

Schmacht hat zwei Komponenten: eine körperliche und die geistige. Die körperliche Abhängigkeit, der eigentliche Nikotinentzug, erledigt sich normalerweise in ein paar Tagen. Danach hat man es „nur“ noch mit der geistigen Abhängigkeit zu tun: das sind Gewohnheiten wie Rauchen nach dem Essen zum Beispiel. Wie ist das genau bei Ihnen? Wo würden Sie sich einordnen?

Wenn Sie zwölf Wochen durchgehalten haben, dann stehen Ihre Chancen richtig gut. Mit jedem Tag, den Sie nicht rauchen, reinigt sich Ihr Körper mehr, Ihre Lunge wird freier. Auch diese Effekte sollten inzwischen bei Ihnen merkbar werden.

Ich möchte Ihnen Mut machen: selbst wenn das Rauchverlangen noch einmal stark ist, aus dem „Gröbsten“ sollten Sie inzwischen raus sein. Jeder Tag, jeder Moment, den Sie nicht rauchen, lohnt sich, und ja, mit jedem Tag wird es ein bisschen besser. Die Zeit arbeitet für Sie.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg!

Mit herzlichen Grüßen
Sven Hülsebus
Heilpraktiker (Psychotherapie)
Bewertung durch den Fragensteller:
Die Antwort war hilfreich und ich kann wieder Hoffnung schöpfen, dass das Suchtverlangen mit der Zeit vergeht. Danke für die Antwort.





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