Was tun gegen Schuld- und Schamgefühle bei moralischen Konflikten?
Leon (m, 15) aus Köln:
Sehr geehrtes Psychologen-Team,
ich wende mich anonym an Sie, da mich seit längerer Zeit ein wiederkehrendes Problem psychisch belastet.
Ich habe Schwierigkeiten, ein bestimmtes impulsives Verhalten (Masturbation) zu kontrollieren, obwohl ich mir regelmäßig vornehme, damit aufzuhören oder es deutlich zu reduzieren. Zeitweise gelingt mir das für mehrere Tage oder Wochen, jedoch kommt es immer wieder zu Rückfällen, häufig abends oder in Situationen von Stress, Langeweile oder innerer Unruhe.
Nach diesen Rückfällen empfinde ich starke Schuld- und Schamgefühle sowie Selbstvorwürfe. Besonders belastend ist für mich, dass dieses Verhalten im Widerspruch zu meinen persönlichen Werten und meinem Glauben steht, was zu inneren Konflikten und einem Gefühl von Kontrollverlust führt.
Ich habe bereits versucht, Auslöser zu vermeiden (z. B. durch Sperren bestimmter Internetseiten oder Ablenkungsstrategien). Diese Maßnahmen helfen kurzfristig, langfristig falle ich jedoch wieder in alte Muster zurück. Daher frage ich mich, ob es sich um ein zwanghaftes Verhalten handeln könnte.
Meine konkrete Frage lautet: Welche psychologischen Erklärungen und bewährten Strategien gibt es für den Umgang mit wiederkehrendem Kontrollverlust bei impulsivem Verhalten, insbesondere wenn Schuldgefühle und moralische Konflikte eine große Rolle spielen? - Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Sehr geehrtes Psychologen-Team,
ich wende mich anonym an Sie, da mich seit längerer Zeit ein wiederkehrendes Problem psychisch belastet.
Ich habe Schwierigkeiten, ein bestimmtes impulsives Verhalten (Masturbation) zu kontrollieren, obwohl ich mir regelmäßig vornehme, damit aufzuhören oder es deutlich zu reduzieren. Zeitweise gelingt mir das für mehrere Tage oder Wochen, jedoch kommt es immer wieder zu Rückfällen, häufig abends oder in Situationen von Stress, Langeweile oder innerer Unruhe.
Nach diesen Rückfällen empfinde ich starke Schuld- und Schamgefühle sowie Selbstvorwürfe. Besonders belastend ist für mich, dass dieses Verhalten im Widerspruch zu meinen persönlichen Werten und meinem Glauben steht, was zu inneren Konflikten und einem Gefühl von Kontrollverlust führt.
Ich habe bereits versucht, Auslöser zu vermeiden (z. B. durch Sperren bestimmter Internetseiten oder Ablenkungsstrategien). Diese Maßnahmen helfen kurzfristig, langfristig falle ich jedoch wieder in alte Muster zurück. Daher frage ich mich, ob es sich um ein zwanghaftes Verhalten handeln könnte.
Meine konkrete Frage lautet: Welche psychologischen Erklärungen und bewährten Strategien gibt es für den Umgang mit wiederkehrendem Kontrollverlust bei impulsivem Verhalten, insbesondere wenn Schuldgefühle und moralische Konflikte eine große Rolle spielen? - Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Vielen Dank - lieber Leon,
für Dein Vertrauen in unseren Beratungsdienst und für die so aufrichtige Schilderung Deiner inner-seelischen Konflikte und menschlich sehr verständlichen Fragen!
Es spricht sehr für Dich, daß Du Dich um eine verantwortungsvolle Einstellung gegenüber Deinen inneren Impulsen, insbesondere im Hinblick auf Deine Werte und religiöse Einstellung bemühst, die offensichtlich im krassen Gegensatz zu dem stehen, was heute oft gelebt und propagiert wird, im Sinne einer Gott- und Glaubens-Losen egoistischen Suche nach äußeren Sinnesreitzen, seelenlosen Lustgewinnes und materiellen Vorteilen und das nur allzuoft auf kosten der Mitmenschen und der Allgemeinheit.
Aber wie überall im Leben, so kann man des Guten auch zu viel tun, was dann aus einer vorbildlichen moralischen Einstellung in Richtung eines ängstlichen und zwanghaften Verhaltens rutschen kann, womit man aber nur sich und seinen Mitmenschen das Leben unnötig schwer macht und dabei sogar in eine sehr belastende depressive Verstimmungen abgleiten kann!
Um es auf den Punkt zu bringen: Ein gewisses, gesundes Maß an Selbstbefriedigung ist insbesondere für junge Männer völlig normal, wenn man es nicht übertreibt und mit der fragwürdigen Hilfe der - heute leider viel zu freizügigen und oft sogar lebensfeindlichen - Medien zu einem echten Suchtverhalten ausufern läßt, was heute nicht selten sogar so manche - eigentlich glücklich - verheiratete Männer und Familienväter an sich selber scheitern läßt.
Anstatt ängstlich auf die strikte Vermeidung dieser - in Maßen - völlig normale Trieabfuhr zu schielen, so solltest Du Dich lieber mit den schönen, aufbauenden und beglückenden Dingen des Lebens beschäftigen, indem Du Deine Energie gleichmäßig auf Schule, Ausbildung und vor allem eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, gelingende Freundschaften und harmonische Familienbindung konzentrierst.
Gerade besonders empfindsame, feinsinnige und religiös orientierte junge Menschen laufen nicht selten Gefahr das gesunde Gleichgewicht aus den Augen zu verlieren, indem sie ihre moralischen Ansprüche über das gesunde Maß hinaus in unmenschliche Höhen schrauben und sich dabei in ängstliche Skrupel verfangen, wodurch sie ihre unbeschwerte Lebensfreude verlieren und manchmal dabei sogar Gefahr laufen seelisch krank, bzw. depressiv zu werden.
Ich empfehle Dir - lieber Leon - einen Tanzkurs, einen Sportverein oder sonst eine Gruppe von strebsamen jungen Leuten zu besuchen, um verschiedene Lebensansätze kennen zu lernen und vor allem, um das frohe, harmonische und lebensfrohe Miteiander zu üben, wozu durchaus auch ein unbeschwerter und feinfühliger Kontakt zum anderen Geschlecht gehört.
Bei all diesen Bemühungen, um ein frohe und unbeschwertes Leben gerät man als junger Mensch nicht selten an die eine oder andere Grenze, oder fühlt sich vielleicht sogar in einer Sackgasse gefangen. Deshalb ist es sehr empfehlenswert sich eine Vertrauensperson, einen Seelenführer, einen Lebensberater oder sonst einen reiferen Menschen - vielleicht in der weiteren Verwandtschaft oder im Lehrerkollegium - zu suchen, wo man regelmäßig sein Herz ausschütten und alle wichtigen Lebensfragen besprechen kann, so daß man sich nicht in unnötige Sorgen und Ängste verrent und um so einen guten Weg ins Erwachsenen-Leben finden zu können.
Ich hoffe - lieber Leon - Dir damit einige wichtige Hinweise als erste Hilfe für Deine so drängenden Fragen gegeben zu haben. Für Rückfragen, oder eine vertiefende Beratung stehe ich Dir jederzeit gerne unter Tel. 09961/7255 zur Verfügung.
Im Gegenzug würde ich mich über eine umgehende Bewertung und kurze Kommentierung dieser meiner kostenlosen Erstberatung sehr freuen. Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen für Deinen Seelenfrieden - als Dein mitfühlender Psychomeda-Berater, der sich in seinen jungen Jahren mit ganz ähnlichen Problemen herum geschlagen hat.
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