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Mein Partner kann sich nicht entscheiden.

Nikola (w, 45) aus Graz: Liebes Team ich bin sei 08/19 mit meinen Freund aus Kärnten zusammen.
Seine Mutter die in Kärnten im selben Haus lebt, kennt mich nicht und beim ersten Gespräch hat sie mir gleich ein Versprechen abgerungen, ihr ihren Sohn nicht wegzunehmen, weil sie ja auf 1400 Meter Höhe lebt. Sie hat keine gesundheitliche Einschränkungen, sie hat aber vor Jahren ihren anderen Sohn und vor 2 Jahren ihren Mann verloren. Sie klammert sich an meinen Freund, er darf, wie er selbst sagt, nicht wegziehen und kann seine Mutter nicht alleine lassen. Ich darf ihn nur alle 2 Wochen am Wochenende sehen. Sie hat ja auch noch eine Tochter, die auf sie nicht schauen will, weil sie ja verheiratet ist und Kinder hat. Nur als Babysitterin für die Enkelkinder (7 u. 9) ist sie gut. Im Jänner hab ich unser Kind verloren, das muss ich erst verkraften. Wir streiten uns, weil er alle Zukunftspläne wegen Mutti über Bord wirft. Bei mir in Graz hat er Zukunftspläne und möchte mit mir zusammen ziehen. Kaum betritt er bei Mama in Kärnten sein Haus, nachdem er bei mir am Wochenende war, ist er wieder in der Rolle des Familienoberhaupts seiner Familie. Er spielt dann wieder Vati oder den Bruder, je nachdem wen die Mutter braucht. Bitte helfen sie mir, wie kann ich diese Situation noch zum Guten wenden? Wir lieben uns beide, doch es geht nicht wegen Mutti, die „Alte“ wird doch keine 100. Entschuldigen sie bitte die Wortwahl, aber warum muss er als Männer Ersatz für Mutti herhalten?
Gibt es für mich eine Möglichkeit die Beziehung zu retten?
Wie sollen wir uns verhalten?
Wie helfe ich ihm aus dem Teufelskreis raus zu kommen?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Hallo Nicola,
schön das Sie sich an uns wenden. Ihre derzeitige Situation ist nicht einfach, das haben Sie gut erkannt und Sie haben den Mut gehabt sich Unterstützung zu suchen.
Ich möchte Ihnen dabei helfen, zu erkennen warum sich Ihr Freund und auch seine Mutter wahrscheinlich so verhalten.
Ihr Freund steht im Moment zwischen den Stühlen und ist hin- und her gerissen, einerseits möchte er mit Ihnen zusammenziehen und eine eigene Familie gründen, auf der anderen Seite ist seine Mutter, die auch einen Sohn und ihren Mann verloren hat.
Wie es ist ein Kind zu verlieren, müssen Sie leider gerade selbst durchmachen.

Ihr Freund möchte keinen von Ihnen Beiden verletzen und auch er hat ein Kind verloren.
Die Mutter Ihres Freundes hat wahrscheinlich Angst alleine zu sein, was gerade im Alter nicht so einfach ist. Sie ist zwar im Moment gesundheitlich nicht beeinträchtigt, das könnte sich aber auch mal ändern.

Ihr Wunsch, dass ihr Freund zu Ihnen ziehen soll, weil Sie eine Familie gründen möchten ist vollkommen berechtigt.

Um Ihren Freund aus dem Teufelskreis rauszuholen müsste er eine Entscheidung treffen.
Sich zu entscheiden fällt nicht jedem leicht und steht oft mit einem (unbewussten) mangelnden Selbstwert in Verbindung.
Daran kann man arbeiten. Dazu sollte sich Ihr Lebensgefährte, wie Sie jetzt gerade, um eine psychologische Unterstützung kümmern und für diese Möglichkeit offen sein.
Um Ihrem Freund die Entscheidung zu erleichtern, könnte auch ein gemeinsames und offenes Gespräch zusammen mit der Schwester und der Mutter hilfreich sein.
Vielleicht ist es möglich, dass sich die Schwester als Beispiel, im Wechsel mit dem Bruder gemeinsam um die Mutter kümmern. Telefonate vereinbaren, die Enkel mit einbeziehen, so dass die Mutter nicht das Gefühl hat alleine zu sein.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe Ihnen ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben.

Über eine positive Rückmeldung würde ich mich freuen.





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