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Traumaaufstellungen, eine psychotherapeutische Methode in der Praxis

Aufstellungsarbeit ermöglicht Einblicke in Systeme und deren innere Dynamiken. Systeme können hierbei Familien, Partnerschaften oder auch Firmen bzw. Organisationen sein. Wichtigster Aspekt bei dieser therapeutischen Methode ist, dass der Ursache für mögliche Symptome, sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene auftretend, auf den Grund gegangen wird. Hokuspokus oder Wahrheit? Probieren Sie es selbst aus. Ich empfehle ein Seminar von Prof. Dr. Franz Ruppert zu besuchen und sein neuestes Buch 'Symbiose und Autonomie' zu studieren, bevor Sie zu einem vorschnellen Urteil gelangen. - von Andrea Stoffers, Oct 2015

Sind wir alle traumatisiert?

Ich behaupte ganz kühn, ja, ich glaube schon, dass ein Großteil von uns allen traumatisiert ist.

Wie definiere ich Trauma? Destabilisierung von Körper, Geist und Seele kennzeichnet Trauma. Es findet im Außen statt, etwa durch ein extrem angstbeladenes, nicht aushaltbares Ereignis und hinterlässt im Inneren einen so starken Eindruck, dass sich die traumatischen Folgen durch körperliche und psychische, mitunter sehr komplexe oder auch subtile Symptome zeigen. Wir sind geneigt dies als Krankheit zu bezeichnen.

Ausgehend von Kriegserlebnissen wie Mord – selbst ausgeführt oder miterlebt -, Vertreibung, Vergewaltigungen usw., Folgeerlebnissen wie Existenzkampf, Plünderungen, Gewalt usw. , die nicht unter professioneller Hilfe verarbeitet werden konnten, erlebe ich immer wieder, dass diese Traumata an die nachfolgenden Generationen mit ihren Folgen weitergegeben wurden... Nicht zu vergessen, dass aufgewachsen in einer unsicheren Eltern-Kind-Bindung, begründet durch beispielsweise o. g. Erlebnisse der dann dadurch traumatisierten Eltern, die Folgegenerationen sich vielfach mehr in Opferrollen wiederfinden (Kindesmissbrauch, Missbrauch, Abhängigkeit von Drogen/Genussmitteln, Co-Abhängigkeit usw.) die wiederum traumatisch wirken.

Weitere Beispiele einer Traumatisierung:
Adoption, Abtreibungsversuch, Vorgeburtliche oder geburtliche traumatisierende Erlebnisse, Heimaufenthalte, Vernachlässigung durch die Eltern, Süchte der Eltern, früher Tod eines geliebten Menschen, innerfamiliäre Gewalt, schulische Erlebnisse wie Mobbing, das Miterleben von immer wiederkehrenden, schockierenden Ereignissen z. B. in der Familie, das Erleben oder Miterleben eines schockierenden Ereignisses wie z. B. ein schwerer Unfall u.v.m.

Was kann ich als Therapeutin tun? Wie gehe ich mit traumatisierten Menschen um?

Davon ausgehend, dass ein Trauma eine seelische Spaltung als Überlebensstrategie auslöst, die sich in vielfacher Weise zeigen kann (Verwirrtheit, Depressionen, oder einfach nur ein diffuses Gefühl davon, nicht wirklich so zu leben, wie man es eigentlich möchte - u.v.m.), ist die Aufstellungsarbeit von Prof. Dr. Franz Ruppert eine wirklich gute Methode um die seelische Spaltung zu erkennen und zu heilen.

Die Methode:

Vor jeder Aufstellung findet ein Vorgespräch zwischen Therapeut und Aufstellendem im Kreise der Seminarteilnehmer statt, in dem sich das Thema für die Aufstellung, genannt das Anliegen, herauskristallisiert. Familiäre, berufliche, gesundheitliche Hintergründe werden berichtet und ergeben meist schon ein rundes Bild zum Anliegen. Ist das Anliegen klar, bittet der Aufstellende eine Person im Raum das Anliegen zu vertreten und stellt es in Form der stellvertretenden Person anschließend auf. Danach positioniert er sich als Aufstellender dem Gefühl entsprechend hinzu und es wird geschaut, was passiert. Die beiden Personen haben nun alle Freiheiten miteinander in Dialog zu treten, sich zu bewegen. Aufgabe der Therapeutin ist es, genau zu beobachten was passiert, zu erkennen, in welchem Anteil sich der Aufstellende gerade befindet, welche körperlichen Befindlichkeiten auftreten, Gestik, Mimik und Inhalt des Mitgeteilten einzuordnen. Oftmals werden weitere Stellvertreter hinzugezogen, die dann andere Anteile des Aufstellenden oder seines Systems darstellen.
Manchmal fühlen sich eine oder mehrere Personen nicht wohl an ihrer Stelle und positionieren sich ggf. anders oder sind vielleicht ständig in Bewegung, geben ihre Befindlichkeiten preis (z. B. Kribbeln, Zittern, Kälte, Starre, unbewegliche Beine usw.). Gestützt auf Aussagen, Impulse, spontane Bewegungen der Stellvertreter, insbesondere der Person, die das Anliegen vertritt, ergibt sich ein sich wandelndes Bild des Systems, in dem, wenn nicht gar die Lösung, so doch der nächste Schritt im Leben für den Aufstellenden liegt.

Wichtig: Im Fokus steht immer das Anliegen des Aufstellenden. Schon im Vorhinein zeichnet sich ab, in wie weit er in der Lage ist sich einzulassen. Offenheit, Behutsamkeit und Achtsamkeit sind hier seitens der Therapeutin besonders gefragt. Oftmals gibt die seelische Verfassung gerade einmal Raum dafür, die Ursache zu erkennen und anzuschauen. In der Formulierung des Anliegens bildet sich ein Spiegel der Seele und ihrer Befindlichkeit im Vorgespräch ab. Deshalb ist es so wichtig immer wieder den Fokus auf dem Anliegen zu haben.

In der Regel bieten Aufstellungen auf diesem Wege einen raschen Zugang zur Ursache eines Symptoms / Problems und dessen Heilung / Lösung. Die intensive Spürbarkeit sowohl der Problematik als auch der Lösung macht die Aufstellungsarbeit zu einer sehr wirksamen Methode.

Für mich ist die Aufstellungsarbeit nach Prof. Dr. Ruppert eine der wert- und wirkungsvollsten psychotherapeutischen Methoden, die allein sowohl als auch ergänzend zu anderen Methoden ihren Stellenwert hat.
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