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Die offene Gesellschaft braucht den offenen Umgang, Mut und starke Symbole

Denkverbote, tendenziöse Berichterstattung und Ausgrenzung treiben Menschen in die Arme von PEGIDA und AfD. Das Vertrauen in den Staat schwindet. Wie sich das psychologisch erklären lässt, und was sich ändern muss. - von psychomeda, Nov 2015

Ausgrenzung und Beschimpfungen fördern die Bildung von Randgruppen und die Identifikation mit ihnen

Menschen bilden soziale Gruppen und identifizieren sich mit ihnen. Jede äußere Bedrohung stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Wenn Politiker normale Bürger, die bei PEGIDA mitlaufen, als Pack beschimpfen und die Kanzlerin vor ihnen warnt, erhöht das nur weiter die Identifikation und den Zusammenhalt. Zudem gelingt es PEGIDA und AfD zunehmend eigene Symbole und Rituale zu etablieren. Beispiele hierfür sind die Wirmer-Fahne und die immer gleichen Rituale beim Ablauf der Spaziergänge.
Unsere Politiker wären gut beraten, um jeden einzelnen Bürger zu werben.

Denkverbote fördern die Zweifel am Staat, unausgesprochene Sorgen und unterdrückte Gefühle führen zu Wut und Aggression

Die Anzahl der Denkverbote und die tendenziöse Berichterstattung haben dermaßen zugenommen, dass jeden denkenden Bürger ein ungutes Gefühl beschleichen muss. Seit mehr als 15 Jahren werden Anschläge von islamistischen Terroristen begangenen, die sich dabei auf den Koran berufen können. In Syrien köpft der Islamische Staat reihenweise Menschen. In Saudi Arabien, dem Mutterland des Islams, werden Andersdenkende öffentlich gesteinigt und ausgepeitscht. Während die Freiheit der eigenen Bevölkerung immer weiter beschnitten wird, können Terroristen und Flüchtlinge unbehelligt durch Europa reisen und Grenzen überqueren. Die unkontrollierte Einwanderung wird in wenigen Jahren zu erheblichen sozialen Spannungen führen, wenn es um Wohnraum und Arbeitsplätze geht. Und christilch ist sie auch nicht, da die wirklich Schwachen Deutschland nie erreichen. Doch über all diese Dinge kann nicht mehr offen gesprochen werden. Wo Gefühle, Sorgen und Ängste aber nicht mehr zum Ausdruck gebracht werden können, wachsen das Misstrauen und die Wut. Im Osten ist das Misstrauen gegenüber dem Staat seit der DDR-Zeit besonders groß. Das erklärt auch, warum PEGIDA in Dresden entstanden ist.

Unsere Gesellschaft wäre gut beraten, den offenen Diskus wieder zuzulassen. Unterdrückte, unausgesprochene Gefühle sind für eine offene Gesellschaft weitaus gefährlicher als kontroverse Meinungen, die öffentlich gemacht werden.

Wenn der Staat seine Symbole und seine Werte aufgibt und vor dem Terror einknickt, verliert er seine Anhänger

Wenn die Regierenden willkürlich Gesetze außer Kraft setzen, Länderspiele abgesagt und Werte aufgegeben werden, dann kommt das einem Einknicken vor dem Terror gleich. Der Staat zeigt Schwäche. Die Symbole des Staates verlieren ihren Glanz und der Staat verliert seine Anhänger. Immer mehr Menschen nehmen nur noch wahr, dass sie von einer EU-Bürokratie gelenkt werden. Die Vertrauenskrise entwickelt sich zu einer Staatskrise. Gerade für eine erfolgreiche Integration bedarf es aber starker Symbole. Integration bedeutet, dass sich Menschen mit den gleichen Werten und Symbolen identifizieren, dass sie sich hinter einem Symbol sammeln und gemeinsam für Werte einstehen.

Unser Staat wäre gut beraten, das Ansehen der eigenen Identifikationssymbole nicht weiter zu beschädigen. Für Europa hätte der EURO ein solches Symbol werden können wie früher die DM für Deutschland, wenn sich die Staaten für seinen Wert stark gemacht hätten. So wird der EURO, und das ist symbolisch, immer weiter geschwächt durch die Auflösung der Stabilitätskriterien oder den weiteren Verbleib Griechenlands in der Währungsunion.

Mehr Mut und psychologisches Gespür

Helmut Schmidt hat der Flut und der RAF getrotzt. Helmut Kohl hat eine Vision vom vereinten Deutschland und vereinten Europa entwickelt. Gerhard Schröder hat Deutschland mit der Agenda-Politik wirtschaftlich stark gemacht. Was unseren Politikern heute fehlt ist Mut, Weitsicht und das psychologisches Gespür dafür, wie wichtig solche Symbole für Identifikation und Integration sind. Als Physikerin fehlt ausgerechnet der Bundeskanzlerin vor allem letzteres.


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