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Lebensfreude

 Patrick Römer Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Mensch seine wahre Freude an der Lebensfreude hat. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der gegen eine Freude am Leben, am Dasein ist. Und dennoch ist festzustellen, dass eine stabile und sichere Lebensfreude gar nicht so einfach, ja, im Extremfall sogar unmöglich erscheint. Gerade in solchen, wo es bei einem Menschen an die Existenz, zum Beispiel gesundheitlich oder beruflich, familiär, materiell, emotional geht, wird es schwierig, gar unmöglich, Lebensfreude als Motivation aufrecht zu erhalten. Wie also, auch und gerade im Alltag, damit umgehen? - von Patrick Römer, Apr 2011
Ich habe festgestellt, dass es mindestens zwei Arten der Lebensfreude gibt. Zunächst möchte ich die abhängige ansprechen. Sie bedarf etwas bestimmtem, um zu erscheinen und da zu sein. Solange bei Erhalt des Gewünschten diese Art der (Angst-)Befriedigung anhält ist alles weitestgehend in Ordnung. Wird das bestimmte nicht erreicht, oder aber nach Erhalt irgendwann wieder weniger, schwindet gar oder wird unerwartet plötzlich abgezogen, kommt es zumeist auch nachfolgend wieder zum Verlust der Lebensfreude. Das Prinzip erscheint sehr einfach und verständlich, ist jedoch für viele von uns alltäglich.

Gibt es eine abhängige Lebensfreude, so existiert natürlich auch das Gegenteil: Eine unanhängige. Sie ist in meinen Augen eine hochwertige Form der Lebensfreude, da sie in guten und fröhlichen Tagen sowie in schlechten, gar katastrophalen Zeiten spürbar ist. Diese Unabhängigkeit bedarf einer, in jungen wie in alten Jahren, hohen Schulung. Hilfreich ist in meinen Augen ein weitreichendes Verständnis für das eigene wie anderer Leben zu entwickeln. Neugier, Wachsamkeit, Offenheit, Herzlichkeit entsprechen meiner angesprochenen Motivation, sich vielfach vitaler durchs Leben zu bewegen.

Lebensfreude ist entsprechend tatsächlich möglich, wenngleich der Mensch an seine Grenzen kommen mag. Eine gesunde Kombination beider Komponenten verschafft eine gesunde Einstellung der Lebensfreude, sich selbst und somit anderen gegenüber. Dieses als Bestimmung vorzugeben, zu verinnerlichen und zu erlangen entspricht einem Teil der Arbeit, die der Mensch freiwillig und gerne vollziehen kann. Das Ergebnis kann und wird sich dann als gelebte und fassbare Zufriedenheit durchaus sehen lassen.




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