Wie darf ich das Verhalten meines Therapeuten verstehen?
Lili (w, 29) aus Esslingen:
Hallo Therapeuten-Team!
Meine 3 jährige Therapie wegen Persönlichkeitsstörung Zwänge und wenig Selbstvertrauen ist nun fast abgeschlossen. Mein Therapeut und ich hatten zusammen ausgemacht die Therapie zu beenden. Seit dieser Entscheidung hat sich das Verhalten meines Therapeuten total verändert.
Wir hatten eine sehr enge, vertraute, liebevolle therapeutische Beziehung. Dadurch muss ich zugeben, habe ich mich auch in Ihn verliebt. Er spricht mich jetzt sehr direkt mit komischem Ton an, was er noch nie getan hatte. z.B. Als meine Schwester bei Ihm angerufen hatte und einen Termin für mich absagte weil ich im Krankenhaus lag, kam von Ihm der Satz 2x hintereinander mit einem komischem Ton: Ja mein erster Gedanke war dass ist wieder typisch für sie, sie sagt nie wie es ihr genau geht und dann passieren solche Dinge damit man in einer Klinik behandelt werden muss und nicht nur vom Hausarzt, ich hab Ihnen so oft schon gesagt sie sind zu nett. Ich hab Ihm dann gesagt damit dass nicht der Fall war und mein Therapeut darauf wieder: Da Diskutiere ich nicht weiter. Obwohl er ja nicht wusste wie die Situation wirklich war unterstellt er mir sowas.
Wir sprachen über das Ende der Therapie und von Ihm kam mit komischem Ton wieder: Ja aber wenn sie doch unbedingt wollen dann versuch ich nochmal einen Antrag genehmigt zu bekommen aber man kann ja nicht tausend Stunden machen. Ich äußerte aber nie eine Therapieverlängerung. Leider fanden noch andere Situationen statt. Wie kann ich denn dieses plötzliche Verhalten verstehen? Vielen Dank
Hallo Therapeuten-Team!
Meine 3 jährige Therapie wegen Persönlichkeitsstörung Zwänge und wenig Selbstvertrauen ist nun fast abgeschlossen. Mein Therapeut und ich hatten zusammen ausgemacht die Therapie zu beenden. Seit dieser Entscheidung hat sich das Verhalten meines Therapeuten total verändert.
Wir hatten eine sehr enge, vertraute, liebevolle therapeutische Beziehung. Dadurch muss ich zugeben, habe ich mich auch in Ihn verliebt. Er spricht mich jetzt sehr direkt mit komischem Ton an, was er noch nie getan hatte. z.B. Als meine Schwester bei Ihm angerufen hatte und einen Termin für mich absagte weil ich im Krankenhaus lag, kam von Ihm der Satz 2x hintereinander mit einem komischem Ton: Ja mein erster Gedanke war dass ist wieder typisch für sie, sie sagt nie wie es ihr genau geht und dann passieren solche Dinge damit man in einer Klinik behandelt werden muss und nicht nur vom Hausarzt, ich hab Ihnen so oft schon gesagt sie sind zu nett. Ich hab Ihm dann gesagt damit dass nicht der Fall war und mein Therapeut darauf wieder: Da Diskutiere ich nicht weiter. Obwohl er ja nicht wusste wie die Situation wirklich war unterstellt er mir sowas.
Wir sprachen über das Ende der Therapie und von Ihm kam mit komischem Ton wieder: Ja aber wenn sie doch unbedingt wollen dann versuch ich nochmal einen Antrag genehmigt zu bekommen aber man kann ja nicht tausend Stunden machen. Ich äußerte aber nie eine Therapieverlängerung. Leider fanden noch andere Situationen statt. Wie kann ich denn dieses plötzliche Verhalten verstehen? Vielen Dank
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Lili,ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Da ich Ihren Therapeuten nicht persönlich kenne, kann ich nur wenig zu seinem Verhalten sagen und das auch nur rein spekulativ. Ich möchte Sie ermutigen, Ihren Therapeuten direkt anzusprechen und Ihre Fragen mit Ihm zu besprechen. Alles, was dann noch unklar bleibt, ist dann auch tatsächlich unklar in der therapeutischen Beziehung.
Ihre Therapie ist fast abgeschlossen und Sie haben bislang keinen Wunsch nach einer Verlängerung geäußert. Nun passierte aber etwas, dass für Sie einen Klinikaufenthalt erforderlich machte. Sie schreiben nicht, wie es dazu kam. Entscheidend ist jedoch, dass Sie deswegen zwei Therapietermine nicht wahrnehmen konnte.
Ihr Therapeut zieht daraus bestimmte Schlüsse und es ist wichtig, dass er diese mit Ihnen genauer bespricht und außerdem wirklich klärt, ob Sie eine Verlängerung wünschen oder nicht.
Dass Sie sich in Ihren Therapeuten verliebt haben, zeigt, dass Sie sich ganz auf die Therapie einlassen konnten, was für den Behandlungserfolg sehr massgeblich sein kann, aber auch nur, wenn sie miteinander darüber sprechen.
Eine therapeutische Beziehung ist keine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe, sondern eine hierarchisch professionelle. Deshalb obliegt sie der Abstinenzregelung, d.h. der Therapeut darf und sollte Persönliches auf keinen Fall mit der Therapie/ mit dem Klienten vermischen. Übertragungsgefühle wie das Verliebtsein der Klientin sollten offen in der Therapie bearbeitet werden.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einiges an die Hand geben, um jetzt das klärende Gespräch mit Ihrem Therapeuten leichter führen zu können.
Mit herzlichem Gruß
Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
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