Soll ich mir einen anderen Therapeuten suchen?
Mary (w, 24) aus Stuttgart:
Hallo!
Ich bin seit fast einem Jahr wegen wiederholt aufgetretenen depressiven Episoden in einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Ich mag meinen Therapeuten, bin aber unzufrieden, weil ich es nicht schaffe ihm mein Innenleben klar zu machen.
In der Sitzung erzähle ich die Sachen, die mich in der letzten Woche belastet haben, aber wenn ich rausgehe, habe ich das Gefühl, dass ich mich als stabiler dargestellt habe, als ich bin. Unter der Woche befallen mich wiederholt Phasen großer Niedergeschlagenheit und ich habe unter der Therapie eine neu aufgetretene Panikstörung (mit der ich mich inzwischen eingerichter habe) sowie psychosomatischen Schwindel und Schmerzen (Druck auf der Brust)entwickelt.
Mein Therapeut weiß z.B. nicht, dass ich mich dann auch manchmal ritze. Ich schaffe es nicht, ihm zu erklären, was für Abgründe sich mir auftun. Ich denke manchmal, ob Antidepressiva mir helfen könnten, traue mich aber nicht, darum zu bitten. Ich spüre, dass ich Angst habe, für meine Gefühle und mein Verhalten bestraft zu werden, womit ich die Beziehung zu meinem Vater neu auflege (letzteres habe ich ihm so noch nicht gesagt).
Andererseits finde ich, dass es auch ein bisschen an ihm liegt, da er mich oft unterbricht, wenn ich weiter auf mein Innenleben eingehen will.
Wir haben bereits über dieses Problem meiner Distanz geredet, aber ich kriege es einfach nicht hin.
Sollte ich mir einen anderen Therapeuten suchen oder weiter bei dem jetzigen bleiben?
Hallo!
Ich bin seit fast einem Jahr wegen wiederholt aufgetretenen depressiven Episoden in einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Ich mag meinen Therapeuten, bin aber unzufrieden, weil ich es nicht schaffe ihm mein Innenleben klar zu machen.
In der Sitzung erzähle ich die Sachen, die mich in der letzten Woche belastet haben, aber wenn ich rausgehe, habe ich das Gefühl, dass ich mich als stabiler dargestellt habe, als ich bin. Unter der Woche befallen mich wiederholt Phasen großer Niedergeschlagenheit und ich habe unter der Therapie eine neu aufgetretene Panikstörung (mit der ich mich inzwischen eingerichter habe) sowie psychosomatischen Schwindel und Schmerzen (Druck auf der Brust)entwickelt.
Mein Therapeut weiß z.B. nicht, dass ich mich dann auch manchmal ritze. Ich schaffe es nicht, ihm zu erklären, was für Abgründe sich mir auftun. Ich denke manchmal, ob Antidepressiva mir helfen könnten, traue mich aber nicht, darum zu bitten. Ich spüre, dass ich Angst habe, für meine Gefühle und mein Verhalten bestraft zu werden, womit ich die Beziehung zu meinem Vater neu auflege (letzteres habe ich ihm so noch nicht gesagt).
Andererseits finde ich, dass es auch ein bisschen an ihm liegt, da er mich oft unterbricht, wenn ich weiter auf mein Innenleben eingehen will.
Wir haben bereits über dieses Problem meiner Distanz geredet, aber ich kriege es einfach nicht hin.
Sollte ich mir einen anderen Therapeuten suchen oder weiter bei dem jetzigen bleiben?
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Mary,ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Die Grundlage einer jeden erfolgreichen Therapie ist das Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Klient. Einerseits schreiben Sie, Sie mögen Ihren Therapeuten, doch andererseits trauen Sie sich nicht, ihm zu erzählen, dass Sie sich ritzen und welche Abgründe Sie sonst noch täglich innerlich bewältigen müssen. Sie präsentieren sich stabiler als Sie sind und zeigen in der Therapie nicht, wie schlecht es Ihnen wirklich geht.
Ich kann verstehen, dass Sie Angst haben, doch das sind leider ungünstige Voraussetzungen für eine wirksame Psychotherapie. Sie können die Therapie noch weiterführen, doch Sie werden immer mehr eine Art 'Therapiepersönlichkeit' entwickeln, die bestimmte Inhalte teilt und andere komplett draußen lässt.
Wenn Ihre jetzige (Vater-)Übertragung den Therapieverlauf behindert, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie konfrontieren Ihren Therapeuten mit dieser Übertragung und sehen dann, ob und wie er damit umgehen kann. Oder Sie suchen sich einen anderen Therapeuten. In dem Fall gäbe es auch die Überlegung, ob Sie von einer Psychoanalyse nicht mehr profitieren würden. Dort sind Übertragungen aller Art ausdrücklich erwünscht und können in der höherfrequenten Therapie auch tiefer bearbeitet werden.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,
mit herzlichem Gruß
Anke Wagner
-Heilpraktikerin f. Psychotherapie -
Bewertung durch den Fragensteller: 







Online-Beratung
Auf Psychomeda beantworten Psychologen und Therapeuten Ihre Fragen unentgeltlich. Jetzt online Ihre Frage stellen...
Therapeuten
Zuletzt aufgerufene Therapeuten-Seiten. Therapeut, Coach, Berater? Eintragen...
Beliebt auf Psychomeda
Social Feed
Folgen Sie uns auf Twitter
Qualität
Psychomeda ist ein unabhängiges psychologisches Informations- und Beratungsportal von Psychologen und Therapeuten. Wir informieren evidenzbasiert und auf wissenschaftlicher Grundlage. Weiter