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Schwierigkeiten in therapeutischer Beziehung

Aniela (w, 51) aus Rehau: Ich bin seit 2 Jahren in einer Psychotherapie. Ich habe mich sehr stark in meine Therapeutin verliebt. Sie hat veranlaßt, daß ich zur einer Voruntersuchung nach Dresden (Uniklinik) mußte. Dort wurde festgestellt, daß ich eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung und eine Anpassungstörung habe. Ich bin von Dresden zurück, hatte einen Thermin bei ihr und erzählte ihr alles brav. Sie veränderte auf einmal ihr Verhalten so sehr, hatte ein weinendes Gesicht aufgesetzt. Ich bin so erschrocken, daß ich sie fragte, was ich getan habe, sagte 'habe ich etwas falsch gemacht?, sie sind so komisch?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Aniela,

in Ihrer Geschichte sind viele gegensätzliche Gefühle erkennbar, die Sie offenbar beunruhigen. Einerseits erzählen Sie von einer Verliebtheit in Ihre Therapeutin, andererseits schreiben Sie, sie zu hassen. Gerade während einer Therapie sind solche gegensätzlichen, ambivalenten, Gefühle durchaus üblich. Vielleicht gründet Ihre Zuneigung auf der Erfahrung, daß die Therapeutin Ihnen zugehört hat, für Sie da war und Hilfe geleistet hat. Bei dem Gedanken, nach dieser Nähe nun eine stationäre Behandlung zu beginnen, werden Sie wütend und betrachten dies als eine Art 'Verrat'. Das kann ich gut nachvollziehen.

Für viele Klienten ist der Gedanke schwer zu verstehen, daß der Therapeut dem seelischen Wohl des Klienten verpflichtet ist. Das heißt die Liebe, die der Klient ihm entgegenbringt, wird vom Therapeuten zwar wahrgenommen, aber nicht angenommen, denn dann würde er die therapeutische Beziehung verlassen. Der Klient, in diesem Falle Sie selbst, hat dann irgendwann das Gefühl, 'betrogen' worden zu sein.

Die Verlegung in eine stationäre Behandlung dient wiederum Ihrem Wohl. Manche Therapien, besonders bei schweren Posttraumatischen Störungen, können besser in einem solchen Rahmen durchgeführt werden, und es liegt im bereits angesprochenen Interesse des Therapeuten, daß Ihnen möglichst schnell und wirksam geholfen wird. Ihre Therapeutin kommt nur ihrer eigenen Sorgfaltspflicht nach, damit es Ihnen bald besser geht.

Vielleicht war die Reaktion Ihrer Therapeutin beim Abschied doch nicht gestellt, manchmal gibt es einfach Mißverständnisse bei der Interpretation des Gegenübers. Bestimmt wird es wieder eine Begegnung zwischen Ihnen geben, denn auch bei einer stationären Therapie ist der ambulant behandelnde Therapeut meist noch involviert. Vielleicht finden Sie den Mut, Ihre Therapeutin dann einfach zu fragen, ob Sie mit Ihrer Interpretation richtig liegen, oder ob Ihre Therapeutin die Situation wirklich anders empfunden hat.

Bitte lassen Sie sich auf Ihre Therapie ein! Daß sie nicht immer leicht oder angenehm sein wird, ist zu erwarten, aber sie müssen sie auch nicht 'verfluchen'. Vielleicht gelangen Sie dort zu neuen Erkenntissen und Ideen und finden Wege, mit anderen Menschen - auch mit Ihrer Therapeutin - besser und zuverlässiger über Gefühle wie Liebe und Abneigung reden zu können. Ich wünsche Ihnen Mut und Zuversicht!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Holger Nikolai
Bewertung durch den Fragensteller:
Danke im Grunde weis ich das aber es annähmen ist hart eine gute Antwort war sehr überrascht Danke





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