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Ich fühle mich so kraftlos


Frage

Sebastian (m, 27) aus Kiel: Hallo,
ich fühle mich im Moment nicht wohl.

Vor einem halben Jahr ist ein Arbeitskollege plötzlich verstorben. Seine Stelle wurde gestrichen, was dazu führt, dass ich deutlich zuviel zu tun habe. Leider muss ich jedoch sagen, dass ich selbst mir den meisten Stress mache - lernen muss abzuschalten. Habe immer mehr als 100% gegeben in den letzten Jahren. Ich habe seid dem einige für mich merkwürdige Symptome. War sonst nie krank.

Alles fing an mit Schmerzen in der Brustgegend. Zeitweise kann ich nachts schlecht schlafen. Ich fühle mich angespannt. Hinzu kommt ein Globusgefühl und Nervosität oder Blähungen. Da die Schmerzen in der Brust nicht verschwunden waren, habe ich BelastungsEKG und Blutdruck, Lunge prüfen lassen.
Meine erste Idee, wahrscheinlich zuviel Stress. Ich habe wieder angefangen zu schwimmen und versuche mich in Stressabbau - Konzentriere mich mehr auf meinen Bekanntenkreis.

Mein Arzt hat den Verdacht einer Winterdepression und will nach Weinachten einen Test machen. Ich habe jedoch Angst, es könnte Bournout sein.

Ich habe mich im Netz umgesehen und Tests sagen, dasss ich zwar ein gewisses Burnoutrisiko besitze, schlagen jedoch nicht richtig Alarm. Ich mag meinen Job und die Herausforderungen, fühle mich aber im Moment kraftlos, kann mich morgens nicht aufraffen. Ich entwickle so eine negative Grundstimmung, bin nervös und bekomme ab und zu nichts auf die Reihe. Alles so unberechenbar. Mal ist alles gut dann wieder total mies

Was kann ich tun? Ich würde so gern zu meiner alten Form zurückfinden.


Antwort von Claudia Schmitt

Lieber Sebastian,

danke für Ihr Vertrauen. Das ist schlimm, wenn ein Arbeitskollege stirbt. Es macht einem erst einmal die eigene Endlichkeit deutlich, Sie haben sich mit ihm vielleicht sehr gut verstanden, so dass Sie auch den Menschen vermissen und dazu kommt die Einsparung der Arbeitsstelle, die eine erhöhte Belastung für Sie mit sich gebracht hat.

Die Symptome, die Sie schildern, deuten auf eine psychogene Ursache hin, es ist, rein 'technisch' gesehen, nichts zu finden, Sie fühlen sich aber krank und spüren die Symptome. Sie reflektieren sich auch deutlich, merken selbst, dass es zuviel Stress sein kann. Gut, dass Sie schon beim Arzt waren und er in die Richtung geht, in die ich auch tippe. Eine Erschöpfungsdepression, so heißt Burn-Out auch, kann dahinter stecken. Dafür sprechen auch die Stimmungsschwankungen, das Morgentief und die Kraftlosigkeit.

Wichtig ist, dass Sie weiterhin Kontakt zum Arzt halten und sich weiter um professionelle Unterstützung bemühen. Eine Therapie z.B. in der Sie sich Ihre inneren Treiber anschauen können, das was in Ihnen den Stress macht. Vielleicht mussten Sie als Kind und Jugendlicher auch immer schon 150% und mehr bringen, um geliebt zu werden und damit Ihre Bezugspersonen zufrieden waren. In der Therapie können Sie lernen, die Zusammenhänge zu verstehen und mehr Lockerheit und Gelassenheit zu gewinnen. Daneben halte ich eine Entspannungstherapie für sinnvoll, z.B. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder einige Stunden Tiefenentspannung mit Hypnose. Loslassen können und für sich den nötigen Abstand von Stress und Arbeit finden, das ist hier das Ziel. Dass Sie wieder schwimmen gehen und sich mehr mit Ihrem Bekanntenkreis treffen wollen, ist ein guter Anfang!

Spüren Sie in sich, nehmen Sie Ihre Bedürfnisse wahr und Hilfe in Anspruch. Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut, Sie haben gute Chancen, dass Sie wieder zurück in ein stressreduziertes und gesundes Leben kommen!

Herzliche Grüße

Claudia Schmitt

Heilpraktikerin für Psychotherapie

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