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Kann ich wegen Krankheit kündigen ohne Verlust des Arbeitslosengeldes?

Tina (w, 43) aus Frankfurt am Main: Mein Problem: Einerseits leide ich seit Jahren unter starken Schmerzen in Wirbelsäule und linkem Bein (Beinlängendiff. von ca. 2cm links). Zum anderen geht es mir psychisch immer schlechter, die vergang. Jahre, alles scheint ausbrechen zu wollen. Aktuell verlor ich im April 2012 meine Arbeit nach 27 Jahren Berufstätigk., hatte im Juni Schmerztherapie angefangen, jedoch im August eine Arbeit angenommen, da man pflichtbew. ist und nicht dem Staat zur Last fallen will. Dies war ein Fehler, ich kann nicht mehr, die Schmerzen und der psych.Zustand werden schlimmer, ich habe Angst raus zu gehen, weine oft, ständig kommen die Bilder aus der Vergangenheit hoch. Hinzu kommt noch die Krebserkrankung meiner Mutter und die Bulimieerkrankung meiner Tochter. Es raubt mir alles den Atem. Mein Hausarzt hat mich jetzt krank geschrieben, ich bin bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Ich überlege, selber zu kündigen, weil ich so unter Druck stehe, möglichst schnell wieder einsatzfähig zu sein. Meine nächsten Arztt. wegen der Schmerzen und in einer psychosom. Klinik sind jedoch erst im Okt/Nov. Ich habe ein Attest von meinem Arzt bekommen, aber dennoch habe ich Angst, wenn ich selber kündige, dass ich dann vom AA gesperrt werde. Aber ich kann langsam nicht mehr. Hinzu kommt noch, dass ich befürchte in die Wechselj. zu kommen (bin 43 Jahre). Ich blute seit Wochen mal mehr mal weniger, hatte bisher noch nie Probleme mit dem Zyklus.
Wäre es doch sinnvoll selber zu kündigen? Ich bin sehr unter Druck und es fällt mir sehr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen.



Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe angsterfüllte Tina,

Ihr Anliegen macht auch mich atemlos. Ich kann Sie gut verstehen, dass Sie sich sehr unter Druck fühlen. All die Dinge, die Sie schildern, ich werde erst einmal versuchen, zu sortieren und dann zu beantworten.

Drei Bereiche fallen mir auf, Ihr gesundheitlicher Zustand, Ihre berufliche Situation und der Verlauf Ihres Lebens mit all den Schlägen, die Sie bisher erlitten haben. Wobei sicher eins ins andere geht und sich somit alles mit allem verquickt.

Gut, dass Sie einen Termin zur Schmerztherapie und in einer psychosomatischen Klinik haben, dort kann ganzheitlich geschaut werden, was für Sie getan werden kann. Unter anderem wäre z.B. eine Behandlung nach Dorn-Breuss (auch ambulant durch Überweisung möglich) gut für den Beinlängenunterschied und die Wirbelsäulenbeschwerden. Daneben sollte ein Gynäkologe (auch jetzt und ambulant) Ihren Hormonstatus überprüfen, um zu sehen, was Sache ist. Die übermässigen Blutungen können natürlich auch eine Folge Ihrer persönlichen, momentan extrem angespannten Situation sein, aber das sollte eben abgeklärt werden.

Sie schreiben von den Ereignissen der letzten Jahre, aber nichts im Detail. Dafür ist eine Therapie angebracht, um schlimme Ereignis wie auch die Erkrankungen Ihrer Mutter und Tochter verarbeiten zu können. Auch Ihre Ängste und vermutet Depression gehören natürlich behandelt, sowie evtl. das Gefühl, eine Versagerin zu sein, weil Sie Ihre Arbeit verloren haben. Wichtig wäre weiters, ein Entspannungsverfahren zu erlernen, wie z.B. Autogenes Training, damit Sie wieder etwas zu sich kommen. Das gibt es bei der VHS oder im Sportverein.

Zu Thema Arbeit kann ich Ihnen sagen, dass, wenn der Arzt die Notwendigkeit per Attest bestätigt, Sie kündigen können, ohne den Anspruch auf ALG I zu verlieren und auch ohne Sperre. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um Ihr Leben sortieren zu können und zwar zumindest ohne die existenzielle Angst, kein Geld mehr zu haben. So gewinnen Sie Zeit und können sich auf Ihre Genesung bzw. Besserung Ihrer seelischen und körperlichen Befindlichkeit konzentrieren. Dass Sie die Erkrankungen Ihrer Familie zusätzlich mitnehmen, ist klar, trotzdem wäre es sinnvoll, mit Unterstützung zu lernen, sich etwas abzugrenzen, um die restlichen Kräfte noch für das eigene Leben zu bündeln.

Liebe Tina, ich wünsche Ihnen Löwen-Kraft und Mut, kompetente Hilfe und langfristig eine Verbesserung Ihrer Lage!

Herzliche Grüße

Claudia Schmitt

Heilpraktikerin für Psychotherapie

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