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Ich weiß nicht, wie ich mit meinen starken sozialen Ängsten umgehen soll

Johanna (w, 25) aus Würzburg:

Ich glaube, ich habe eine Art Sozialphobie entwickelt. Wenn ich meine Wohnung verlasse, ist mir das immer unangenehm, in meinem Kopf denke ich, die anderen Menschen müssen schlecht von mir denken. Ich kann Menschen im Vorübergehen nicht in die Augen schauen, ich sehe immer weg. In Umgebungen mit vielen Menschen fühle ich mich generell unwohl. Neue Freunde finden fällt mir dadurch sehr schwer.

Ich habe seit meiner Pubertät an Akne gelitten (die ist jetzt unter Kontrolle, aber ich habe ein paar Narben davongetragen). Daher habe ich kein Selbstwertgefühl. Ich denke immer, ich bin zu schlecht, weil ich hässlich bin (eine Art Mensch zweiter Klasse). Langjährige Freunde haben mir schon gesagt, dass man mittlerweile kaum etwas sieht. Ich kann ihnen das nur nicht glauben.

An manchen Tagen ist das so schlimm, dass ich das Haus nicht verlassen kann oder deswegen Verabredungen mit Freunden absage. Außerdem war ich noch nie in einer Beziehung, weil ich denke, kein anderer Mensch könnte so an mir interessiert sein. In der Realität gibt es schon Personen, die Interesse zeigen, aber dem weiche ich immer aus.

Außerdem gibt es Tage, an denen ich am liebsten das Bett nicht verlassen möchte, eigentlich nur weinen will und keinen Sinn in gar Nichts sehe.

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll und überlege zu einem Psychologen zu gehen, allerdings weiß ich nicht, ob meine Beschwerden dafür wirklich schwerwiegend genug sind.











































































Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Johanna,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Um gleich zu Anfang auf Ihre Frage einzugehen: Ja, Ihre Beschwerden sind mehr als ausreichend genug, um dafür Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Denn Ihre sozialen Ängsten und Minderwertigkeitsgefühle führen dazu, dass Sie sich im Alltag nur sehr eingeschränkt bewegen können und sich sozial von anderen Menschen weitest gehend isolieren.

Ihr Leidensdruck ist sehr groß, aber trotzdem zweifelt etwas in Ihnen daran, ob Sie Hilfe überhaupt verdienen. Ich kann mir vorstellen, dass Sie schwierige Erfahrungen in Ihrem Leben machen mussten, die dafür sorgten, dass Sie die Außenwelt nicht als einen sicheren Ort erlebten, sondern als Bedrohung oder instabil.

Ihr innerlicher Rückzug, die Flucht nach innen, ist erstmal eine gute Strategie, um die Ängste zu kontrollieren und eine Überforderung zu vermeiden. Die dauerhafte Vermeidung führt allerdings dazu, dass Ihr Aktionsradius im Alltag sich immer weiter einschränkt, bis Sie vielleicht irgendwann gar nicht mehr das Haus verlassen wollen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie jetzt bewusst gegensteuern und sich therapeutische Hilfe suchen. Schauen Sie, dass Sie dem Therapeuten gleich zu Beginn schon ein wenig vertrauen können. Wenn das nicht der Fall ist, suchen Sie einfach weiter. Infrage käme auch eine Online-Therapie, die Ihnen zunächst dabei hilft, ein wenig stabiler zu werden und dann etwas später in eine reale Face-to-Face-Therapie zu wechseln.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
Bewertung durch den Fragensteller:
Ich habe nach einer Orientierungshilfe gesucht und welche bekommen. Meine Frage wurde treffend beantwortet, vielen Dank dafür!





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