Ich habe das Gefühl, meine Umgebung, alles ist irreal, nicht mehr zu fassen
Ricky (m, 17) aus Kassel: ich habe seit 3 Tagen folgendes Problem:
Ich kann nach einem Albtraum nichts mehr richtig realisieren. Es kommt mir wie ein Traum vor, ich kann mich weder in der Schule, noch im Privatleben konzentrieren.
Im Traum ging es darum, dass ich mit meinem Vater an einer Krankheit erkrankte. Wir haben blutrote Augen (nicht komplett rot, sondern nur an einer Stelle, wie wenn eine Ader im Auge platzt, nur viel krasser!) Ich war dann irgendwie beim Arzt, der total unseriös war, er sah nicht aus wie ein Arzt. Ich habe ihm nicht geglaubt. Er sagte, dass das Medikament viel Geld kostet. Obwohl ich wusste, dass er lügt und kein richtiger Arzt war sagte ich 'Ok ist machbar' Dann habe ich die Kontrolle über mich verloren, komplett! Ich war wie wahnsinnig, schrie komisch rum wie ein Verrückter! Aber innerlich war ich noch da und sah innerlich, wie mein Äußeres sich benahm. Aber kaum einer in meiner Umgebung hat das richtig wahrgenommen, dass ich so verrückt geworden bin. Ich habe schlecht geschlafen, bin oft aufgewacht. Seidem habe ich das Gefühl, nichts mehr zu realisieren! Ich weiß nicht, was ich tun soll, es fühlt sich schrecklich an nicht da zu sein, abwesend zu sein. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Persönliche Probleme: Meine Mutter ist seit langem Alkoholikerin & macht oft Stress. Habe aber gelernt damit umzugehen.
Mit Schwester habe ich seit langem Streit (3 Wochen) wir reden nie.
Bin auf einer neuen Schule seit dem 8.09 (fühle mich auch nicht in der wohl, weil alles neu ist und viele komische Menschen da sind).
Ich kann nach einem Albtraum nichts mehr richtig realisieren. Es kommt mir wie ein Traum vor, ich kann mich weder in der Schule, noch im Privatleben konzentrieren.
Im Traum ging es darum, dass ich mit meinem Vater an einer Krankheit erkrankte. Wir haben blutrote Augen (nicht komplett rot, sondern nur an einer Stelle, wie wenn eine Ader im Auge platzt, nur viel krasser!) Ich war dann irgendwie beim Arzt, der total unseriös war, er sah nicht aus wie ein Arzt. Ich habe ihm nicht geglaubt. Er sagte, dass das Medikament viel Geld kostet. Obwohl ich wusste, dass er lügt und kein richtiger Arzt war sagte ich 'Ok ist machbar' Dann habe ich die Kontrolle über mich verloren, komplett! Ich war wie wahnsinnig, schrie komisch rum wie ein Verrückter! Aber innerlich war ich noch da und sah innerlich, wie mein Äußeres sich benahm. Aber kaum einer in meiner Umgebung hat das richtig wahrgenommen, dass ich so verrückt geworden bin. Ich habe schlecht geschlafen, bin oft aufgewacht. Seidem habe ich das Gefühl, nichts mehr zu realisieren! Ich weiß nicht, was ich tun soll, es fühlt sich schrecklich an nicht da zu sein, abwesend zu sein. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Persönliche Probleme: Meine Mutter ist seit langem Alkoholikerin & macht oft Stress. Habe aber gelernt damit umzugehen.
Mit Schwester habe ich seit langem Streit (3 Wochen) wir reden nie.
Bin auf einer neuen Schule seit dem 8.09 (fühle mich auch nicht in der wohl, weil alles neu ist und viele komische Menschen da sind).
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Lieber Ricky,
danke für Ihr Vertrauen und gut, dass Sie etwas für sich tun, nämlich um Hilfe bitten.
Zuerst möchte ich den Traum etwas beleuchten. Sie und Ihr Vater sind krank mit blutroter geplatzter Ader im Auge, der Arzt ist unseriös, Sie stimmen dem teueren Medikament trotzdem zu, obwohl der Arzt keiner zu sein scheint und Sie das Geld nicht haben.
Natürlich ist es nur eine Interpretation, ein Bild, das ich vor Augen habe. Sie fühlen sich sehr belastet und überfordert von dem, was Sie sehen und erleben, das symbolisiert wohl das kranke Auge. Sie erleben Ihren Vater vielleicht ähnlich hilflos im Alltag, daher auch sein krankes Auge. Sie hoffen auf Veränderung, Besserung der Situation, glauben aber nicht so recht daran (Arzt), klammern sich an jeden Strohhalm, (Medikament). Dann flippen Sie im Traum aus, Ihr Inneres ist quasi wie abgestorben, sieht, dass das Äußere vermeintlich tobt, aber nicht wahrgenommen wird. Angst und Verzweiflung drücken sich im Traum vielleicht so aus.
Nun komme ich zu Ihrem Alltag. Ich vermute, Sie hatten evtl. eine Panikattacke, sind überfordert mit Ihrer Mutter, der häuslichen Situation und der Schule. Es wird nicht geredet, es findet keine Sorge und kein Austausch statt. Kein Wunder, wenn Sie im Traum total ausflippen. Ich kann mir vorstellen, dass Sie das im Alltag auch gerne mal täten, es aber sich nicht trauen oder schaffen.
Wo ist eigentlich hier Ihr Vater? Diagnosen kann und darf ich auf die Entfernung nicht stellen, aber es kann durchaus sein, dass Sie Ihre Ängste und Ihre Überforderung abgespalten haben, dadurch ja Ihre Emotionen quasi gedeckelt, wie abgestorben sind und sich nun auf diese Weise 'Gehör' verschaffen, bzw. auch gesehen werden wollen. Daher das Gefühl der Derealisation. Auch Sie fühlen sich irgendwie nicht gesehen mit Ihren Sorgen und Nöten. Und alleine ist es schwer, so etwas zu bewältigen, wenn ja, um welchen Preis?
Wenn Ihre Mutter Alkoholikerin ist, gehören Sie in eine Angehörigengruppe z.B. der Anonymen Alkoholiker, denn es ist eine Herkulesaufgabe, mit einer Suchtkranken zusammen zu leben, die Sie quasi in die Co-Abhängigkeit zwingt, da Sie noch nicht auf eigenen Beinen stehen, wirtschaftlich gesehen.
Bitte wenden Sie sich umgehend an Ihren Hausarzt bzw. an eine psychosoziale Beratungsstelle, dort kann Ihnen sicher geholfen werden, zumindest auch mit Nennung von Ansprechpartnern und Adressen. Unten stehend dazu ein Link.
Ich denke, eine therapeutische Begleitung wäre gut für Sie, Ihre Ängste, evtl. Wut und Trauer zu spüren, sich zu spüren lernen und somit besser umgehen zu können mit Ihrer Situation. Letztendlich kann Sie das dann in eine Handlungsfähigkeit führen, wenn Sie volljährig sind, neue Wege aufzeigen, eigenverantwortlich und mit weniger Belastung Ihr Leben in die Hand zu nehmen und so zu gestalten, wie es für Sie gut ist.
Lieber Ricky, passen Sie gut auf sich auf und holen Sie sich schnell Hilfe. Ich wünsche Ihnen dazu Mut und Kraft und dass Sie kompetenten Beistand erhalten!
Herzliche Grüße
Claudia Schmitt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Weltliche Trauerrednerin
Bitte bewerten Sie meine Antwort, danke!
danke für Ihr Vertrauen und gut, dass Sie etwas für sich tun, nämlich um Hilfe bitten.
Zuerst möchte ich den Traum etwas beleuchten. Sie und Ihr Vater sind krank mit blutroter geplatzter Ader im Auge, der Arzt ist unseriös, Sie stimmen dem teueren Medikament trotzdem zu, obwohl der Arzt keiner zu sein scheint und Sie das Geld nicht haben.
Natürlich ist es nur eine Interpretation, ein Bild, das ich vor Augen habe. Sie fühlen sich sehr belastet und überfordert von dem, was Sie sehen und erleben, das symbolisiert wohl das kranke Auge. Sie erleben Ihren Vater vielleicht ähnlich hilflos im Alltag, daher auch sein krankes Auge. Sie hoffen auf Veränderung, Besserung der Situation, glauben aber nicht so recht daran (Arzt), klammern sich an jeden Strohhalm, (Medikament). Dann flippen Sie im Traum aus, Ihr Inneres ist quasi wie abgestorben, sieht, dass das Äußere vermeintlich tobt, aber nicht wahrgenommen wird. Angst und Verzweiflung drücken sich im Traum vielleicht so aus.
Nun komme ich zu Ihrem Alltag. Ich vermute, Sie hatten evtl. eine Panikattacke, sind überfordert mit Ihrer Mutter, der häuslichen Situation und der Schule. Es wird nicht geredet, es findet keine Sorge und kein Austausch statt. Kein Wunder, wenn Sie im Traum total ausflippen. Ich kann mir vorstellen, dass Sie das im Alltag auch gerne mal täten, es aber sich nicht trauen oder schaffen.
Wo ist eigentlich hier Ihr Vater? Diagnosen kann und darf ich auf die Entfernung nicht stellen, aber es kann durchaus sein, dass Sie Ihre Ängste und Ihre Überforderung abgespalten haben, dadurch ja Ihre Emotionen quasi gedeckelt, wie abgestorben sind und sich nun auf diese Weise 'Gehör' verschaffen, bzw. auch gesehen werden wollen. Daher das Gefühl der Derealisation. Auch Sie fühlen sich irgendwie nicht gesehen mit Ihren Sorgen und Nöten. Und alleine ist es schwer, so etwas zu bewältigen, wenn ja, um welchen Preis?
Wenn Ihre Mutter Alkoholikerin ist, gehören Sie in eine Angehörigengruppe z.B. der Anonymen Alkoholiker, denn es ist eine Herkulesaufgabe, mit einer Suchtkranken zusammen zu leben, die Sie quasi in die Co-Abhängigkeit zwingt, da Sie noch nicht auf eigenen Beinen stehen, wirtschaftlich gesehen.
Bitte wenden Sie sich umgehend an Ihren Hausarzt bzw. an eine psychosoziale Beratungsstelle, dort kann Ihnen sicher geholfen werden, zumindest auch mit Nennung von Ansprechpartnern und Adressen. Unten stehend dazu ein Link.
Ich denke, eine therapeutische Begleitung wäre gut für Sie, Ihre Ängste, evtl. Wut und Trauer zu spüren, sich zu spüren lernen und somit besser umgehen zu können mit Ihrer Situation. Letztendlich kann Sie das dann in eine Handlungsfähigkeit führen, wenn Sie volljährig sind, neue Wege aufzeigen, eigenverantwortlich und mit weniger Belastung Ihr Leben in die Hand zu nehmen und so zu gestalten, wie es für Sie gut ist.
Lieber Ricky, passen Sie gut auf sich auf und holen Sie sich schnell Hilfe. Ich wünsche Ihnen dazu Mut und Kraft und dass Sie kompetenten Beistand erhalten!
Herzliche Grüße
Claudia Schmitt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Weltliche Trauerrednerin
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Ich weiß nicht wie das möglich ist, aber sie haben total ins Schwarze getroffen. Das was sie sagten, war mir selber kaum klar... Danke




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