Wir sorgen uns sehr um unseren 5-jährigen Enkelsohn, der von seinem alleinerziehenden Vater stark vernachlässigt wird!
Julian (m, 47) aus Kassel:
Hallo, liebe Therapeuten!
Unser Enkelkind ist 5 Jahre alt, und wir machen uns große Sorgen um seine Erziehung, bzw. wie sich um ihn gekümmert wird. Sein Vater ist alleinerziehend, lebt sehr isoliert mit so gut wie kaum soziale Kontakte, außer im Internet.
Es gibt so einiges, worüber wir uns Sorgen machen, Zuviel um das hier alles zu erläutern - u.a. aber auch um die Ernährung. Es gibt keinerlei feste Essenszeiten, keine Strukturen - es wird gegessen wenn wer Hunger hat… Es gibt kein Mittag nach dem Kindergarten, wenn er Hunger hat, kann er ja was sagen… Es ist nicht so das er nichts zu essen bekäme, aber halt nicht so wie man es sich wünschen würde, was ein Kind braucht. Dann ist der Vater unentwegt am Handy, in seiner eigenen Welt, er ist oft überfordert, und lässt es auch den Kleinen spüren.
Wir sind leider zeitlich sehr eingebunden und können uns nicht so kümmern wie wir gerne würden, möchten den Vater auch nicht „anschwärzen“. Gespräche haben wir schon oft gesucht, Tipps gegeben, gelobt, Hilfe angeboten… Wir wissen jetzt aber nicht weiter. Was könnten wir sonst noch tun? Vielen Dank schon mal. Julian
Hallo, liebe Therapeuten!
Unser Enkelkind ist 5 Jahre alt, und wir machen uns große Sorgen um seine Erziehung, bzw. wie sich um ihn gekümmert wird. Sein Vater ist alleinerziehend, lebt sehr isoliert mit so gut wie kaum soziale Kontakte, außer im Internet.
Es gibt so einiges, worüber wir uns Sorgen machen, Zuviel um das hier alles zu erläutern - u.a. aber auch um die Ernährung. Es gibt keinerlei feste Essenszeiten, keine Strukturen - es wird gegessen wenn wer Hunger hat… Es gibt kein Mittag nach dem Kindergarten, wenn er Hunger hat, kann er ja was sagen… Es ist nicht so das er nichts zu essen bekäme, aber halt nicht so wie man es sich wünschen würde, was ein Kind braucht. Dann ist der Vater unentwegt am Handy, in seiner eigenen Welt, er ist oft überfordert, und lässt es auch den Kleinen spüren.
Wir sind leider zeitlich sehr eingebunden und können uns nicht so kümmern wie wir gerne würden, möchten den Vater auch nicht „anschwärzen“. Gespräche haben wir schon oft gesucht, Tipps gegeben, gelobt, Hilfe angeboten… Wir wissen jetzt aber nicht weiter. Was könnten wir sonst noch tun? Vielen Dank schon mal. Julian
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Vielen Dank - lieber Herr J.,
daß Sie sich mit Ihren sehr berechtigten Enkel-Sorgen an uns, eine fachlich kompetente Stelle gewandt haben, denn was in früher Jugend versäumt wird, läßt sich später oft nur sehr mühsam oder auch gar nicht mehr nachholen oder reparieren.
Sie haben Ihre Problemlage sehr verständlich und einfühlsam beschrieben und sind mit Ihren Möglichkeiten nun - wie so oft in solchen Fällen - an eine kaum zu überwindende Grenze gestoßen. Aber mit Vor- und Rat-Schlägen ist in so einem Falle kaum eine Änderung zu bewirken, sondern dazu bedarf es eines sehr viel tätigeren Ansatzes.
In meiner langjährigen Tätigkeit als Sozialpädagoge bin ich des öfteren vernachlässigten Kindern in ganz ähnlicher Lage begegnet, wobei jene Kindern bzw. mittlerweile Jugendliche oder Erwachsene, die sich dann trotz allem gut entwickelt hatten, dies meistens einer anderen nahen Bezugsperson zu verdanken hatten, welches in der Regel die Großeltern waren.
Wie sieht es überhaupt mit der Mutter des Kindes aus, hat diese kein Interesse an einer guten Entwickelung ihres Kindes? Da Sie nichts davon schreiben, scheint diese Karte wohl auch schon ausgereitzt zu sein.
Außerdem schreiben Sie: 'Wir sind leider zeitlich sehr eingebunden und können uns nicht so kümmern, wie wir gerne würden.' Hier aber sehe ich die einzig probate Möglichkeit, die Dinge zum Guten zu wandeln, denn als Großeltern haben Sie nicht nur ein gesetzliches Umgangsrecht, sondern auch die Pflicht allfälligen Schaden von Ihrem Enkel abzuwenden und deshalb hier mein Vorschlag:
Setzen Sie Ihre Prioritäten neu, fahren Sie Ihre anderen Verpflichtungen nach Möglichkeit weitgehend zurück und kümmern Sie sich für die nächsten paar Jahre intensiv um Ihren Enkel, denn später, wenn er - wie heute oft zu sehen ist - z. B. in der Drogenszen landet, kriminell wird, oder sonst wie verwahrlost, dann ist guter Rat teuer und Hilfe oft kaum mehr möglich.
Ihr Hilfe könnte so aussehen, daß Sie den Enkel ganz oder wenigstens teilweise am Wochenden und in den Ferien zu sich holen, um so sein Vertrauen und seine Zuneigung zu Ihnen zu stärken, was die Voraussetzung zur Stabilisierung seiner Persönlichkeit wäre und vor allem die Möglichkeit für glückliche Kindheitstage böte, die für Sie, Ihre Frau und Ihren Enkel letztlich ein großes, nicht nachzuholendes Glück sein könnte, welches Ihre Leben einen sehr viel tieferen Sinn und eine wunderbar leuchtende Erfüllung geben könnte.
Dadurch lieber Herr J., hätten Sie die Möglichkeit aus der Not eine Tugend und aus der besagten mißlichen Situation ein großes Glück für alle Beteiligten zu schöpfen!
Wenn Sie es geschickt anpacken, dann wäre dies auch für den Vater des Jungen eine große Erleichterung, welches sein Ohr für Ihren Rat öffnen und seine Bereitschaft etwas zu ändern sehr förderlich sein könnte.
Ich hoffe Ihnen - liebe Herr J. - damit einige wichtige Hinweise zur Verbesserung dieser präkeren Lebenslage gegeben zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen jederzeit gerne unter Tel. 09961/7255 oder Rainerjg@T-Online.de zur Verfügung.
Im Gegenzug wäre ich Ihnen für eine umgehende Bewertung und kurze Kommentierung dieser kostenlosen Antwort sehr dankbar. Damit verbleibe ich für heute mit allen guten Wünschen als Ihr mitfühlender Psychomeda-Berater
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