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Misstrauen gegenüber dem 24-jährigen Pflegesohn

Sowasgehtnicht (w, 48) aus Forchheim: Blackout oder verarsche?
Bin traurig und verunsichert.
Erwachsener Pflegesohn ist unehrlich?

Vermutlich nimmt mein erwachsener, ehem. Pflegesohn (24) bei Besuch bei mir Geld heimlich aus meiner Geldbörse. Dies kam bereits mehrmals vor und es kann keine andere Person gewesen sein.
Hat als Kind uns schon beklaut.
Hab alles weggeräumt und versteckt aber mal Börse liegen lassen
Er streitet jedoch vehement ab und und ist tief beleidigt dass ich ihn verdächtige und schwört Stein und Bein dass er es nicht war. Er würde sowas nie nehr tun. Es war aber keine andere Person im Haus.

Wurde auf Borderline und Depression bereits früher diagnostiziert.
Meine Frage, hat er sowas wie blackout oder verarscht er mich?
Das ist doch keine Kleptomanie, oder?
Bin wirklich ratlos
Freundliche Grüsse






Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Fragestellerin, lieber Fragesteller,

vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Problematik an uns wenden und ich möchte versuchen, diese Frage auf diesem Wege zu beantworten.
Nach Ihrer Schilderung zu urteilen, handelt es sich in diesem Falle wohl eher nicht um ein, wie Sie schreiben 'Blackout', sondern eher um eine vorsätzliche Handlung Ihres Pflegesohnes. Sie schildern, dass es auch schon in der Vergangenheit zu solchen Vorkommnissen kam.
Sie schildern auch, dass Sie schon einmal, so verstehe ich es aufgrund Ihrer Schilderung, einen “Test” gemacht haben, um sich Ihres Verdachts bzgl. Diebstahlverhaltens Ihres Pflegesohnes abzusichern.
Da er schon als Kind diesbezüglich aufgefallen ist (...da wohnte er ja noch in Ihrem Hause), wäre interessant zu erfahren, wie damals mit der Situation Ihrerseits umgegangen wurde.
Hier einmal ein paar Fragen, die auch die Vergangenheit etwas beleuchten und die vielleicht auf eine Beantwortung der Problematik hindeuten könnten:

Wußte das Jugendamt davon ? und falls ja, was sagte das Jugendamt dazu?
Fühlt (-e) sich Ihr Pflegesohn bei Ihnen geborgen und geliebt und sieht er Sie als Eltern an, oder sieht er Sie eher als Fremde an ?
Sagt Ihr Pflegesohn zu Ihnen Mama und Papa oder wie spricht er Sie an?
Durfte Ihr Pflegesohn bei Ihnen alles, was Kinder in normalen Familien dürfen oder legen Sie besonders strenge Maßstäbe an ( evtl. wegen des Jugendamtes )?
Bekommt/Bekam Ihr Pflegesohn Taschengeld, oder ein von Ihnen gezahlten Unterhalt und wenn ja, genauso viel wie andere Kinder?
Wie versteht/verstand er sich mit anderen, gibt es da noch andere Konflikte in der Familie ?
Gibt es noch Kontakt zu den leiblichen Eltern und falls ja, wie sieht er aus?
Wurde Ihr Pflegesohn sehr autoritär erzogen ?
Gab es damals Gespräche über das Verhalten (..in diesem Fall explizit der Diebstahl von Geld) in der Familie, oder wurde über dieses Verhalten schon einmal mit der amtlichen Stelle/ Psychologen gesprochen?

Dies sind einfach einmal einige Anhaltspunkte, um das Verhalten Ihres Pflegesohnes etwas besser analysieren zu können.
In seinem jetzigen Alter gehe ich davon aus, dass er sich in einer Ausbildung befindet und demzufolge auch finanziell so dasteht, dass er nicht auf das Geld, was er bei Ihnen entwendet, angewiesen ist.
Auch hierüber sollten Sie sich in einem ehrlichen Gespräch mit Ihrem Pflegesohn austauschen, wobei Sie ihn nicht wieder beschuldigen sollten, sondern versuchen sollten, das Problem zu benennen und, um etwaige Lösungen mit ihm gemeinsam zu erarbeiten.
Sollte dieses “ehrliche” Gespräch nicht von Erfolg gekrönt sein, bleibt Ihnen leider erst einmal nur der Weg, bei Kontakten in Ihrem Haus alle Wertgegenstände sowie auch Portemonnaies sowie Bargeld sicher zu verwahren und vor dem Zugriff zu schützen.
Abschließend gehe ich davon aus, dass Ihr Pflegesohn sich durch Diebstähle (damals wie heute) eine bestimmte Aufmerksamkeit von Ihnen erhoffte, die er seines Erachtens nur durch diese Handlungen erzielen konnte.
Sollten, wie Sie erwähnen, auch psychische Erkrankungen wie Borderline und Depressionen diagnostiziert worden sein, wäre es sehr hilfreich, Ihrem Pflegesohn die Kontaktaufnahme mit einem Psychologen an seinem Wohnort nahezulegen, um weitere Hilfsangebote zu besprechen.
Ich hoffe, daß ich Ihnen ein paar erste Gedanken und Vorschläge zur weiteren Umgehensweise mit der Situation geben konnte. Für Rückfragen stehe ich Ihnen auch weiterhin gerne kostenfrei unter e- mail: merkle.mediator@googlemail.com zur Verfügung. Im Gegenzug würde ich mich über eine Bewertung und kurze Kommentierung dieser kostenlosen Antwort sehr freuen.

Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen
und lieben Grüßen als Ihr Psychomeda-Berater

Oliver Merkle






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