Schule belastet mich zunehmend - Angst vor Gespräch mit der Chefin
Tom84 (m, 41) aus Minden:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Lehrer und die Schule belastet mich seit einigen Monaten stark seelisch.
Ich komme mit der Chefin nicht zu Recht und habe Angst vor einem Gespräch, da es in der Vergangenheit für mich recht neg. verlief.
Auch erreiche ich die Schüler immer weniger und es kommen schlechte Leistungen hersaus.
Zudem ist mein Nervenkostüm dünn.
Ich gehe ungern hin.
Und grübel viel.
Jedoch ist die Schülerschaft noch zu händeln und das Kollegium super.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Lehrer und die Schule belastet mich seit einigen Monaten stark seelisch.
Ich komme mit der Chefin nicht zu Recht und habe Angst vor einem Gespräch, da es in der Vergangenheit für mich recht neg. verlief.
Auch erreiche ich die Schüler immer weniger und es kommen schlechte Leistungen hersaus.
Zudem ist mein Nervenkostüm dünn.
Ich gehe ungern hin.
Und grübel viel.
Jedoch ist die Schülerschaft noch zu händeln und das Kollegium super.
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Sehr geehrter Tom,was Sie beschreiben, klingt nach einer anhaltenden Überlastungssituation, die vor allem durch die Beziehung zur Schulleitung verstärkt wird. Dass Sie Grübeln, Anspannung, ein „dünnes Nervenkostüm“ und Vermeidung erleben, sind typische Reaktionen, wenn das Nervensystem über längere Zeit unter Druck steht – das ist keine persönliche Schwäche, sondern ein Signal.
Wichtig erscheint mir, zwei Ebenen zu unterscheiden:
Zum einen die äußere Situation. Ein belastendes Führungsverhältnis kann erheblichen Stress auslösen, insbesondere wenn frühere Gespräche als verletzend oder entwertend erlebt wurden. Ihre Angst vor einem erneuten Gespräch ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Hier kann es hilfreich sein, sich gut vorzubereiten – eventuell mit Unterstützung (z. B. durch Supervision, Personalrat oder eine vertraute Fachperson), um nicht allein in diese Dynamik zu gehen.
Zum anderen die innere Ebene: Grübeln, Leistungsabfall und emotionale Erschöpfung deuten darauf hin, dass Ihre Stressregulation aktuell an Grenzen stößt. Wenn das Nervensystem dauerhaft im Alarmmodus ist, leidet zwangsläufig auch der Zugang zu den eigenen pädagogischen Ressourcen – selbst bei grundsätzlich guter Beziehung zu Schülern und Kollegen.
Ein sinnvoller erster Schritt wäre, ernst zu nehmen, dass Ihr Körper und Ihre Psyche gerade Entlastung brauchen. Das kann bedeuten:
frühzeitig ärztlich oder psychologisch Unterstützung in Anspruch zu nehmen,
gezielt an Stress- und Angstreduktion zu arbeiten,
und zu prüfen, ob vorübergehende Entlastungen (z. B. Gesprächsbegleitung, Reduktion, Auszeit) möglich sind.
Sie schildern auch wichtige Ressourcen: ein grundsätzlich handhabbares Schülerklientel und ein unterstützendes Kollegium. Das spricht dafür, dass nicht „der Lehrerberuf an sich“ das Problem ist, sondern eine spezifische Konstellation, die Sie aktuell überfordert.
Wenn Sie merken, dass die Belastung zunimmt oder sich körperliche bzw. depressive Symptome verstärken, zögern Sie bitte nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Früh gegenzusteuern ist oft der entscheidende Faktor, um wieder Handlungsspielraum zu gewinnen.
Alles Gute für Sie.
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