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Leide ich unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung?

Marry (w, 22) aus Heidelberg:

Hallo liebes Psychomeda-Team,

ich habe vor bald 3 Jahren meinen Bruder durch einen Selbstmord verloren und ich hatte dann eine Zeit später eine Verkrampfung der Atmung. Es fällt mir schwer tief Luft so holen. Jetzt hatte ich eine Bekanntschaft gemacht und leider habe ich ihn durch mein Verhalten verloren. Nun habe ich seit gestern wieder dies Verkrampfung in der Atmung, es ist sehr unangenehm. Ich war gestern richtig verzweifelt, weil die Bekanntschaft den Kontakt nun wahrscheinlich endgültig abgebrochen hat. Mein Körper reagiert einfach sehr empfindlich auf sein Verhalten, ich bin in ihn verliebt. Allerdings hatte ich gestern das Gefühl, ich möchte weinen, aber das ging nicht. Warum ist das so? Ist das nun eine Retraumatisierung? Was kann ich genau machen um meine verkrampfte Atmung zu beruhigen? Wie kann ich wieder lernen zu weinen, wenn ich traurig bin? Oder liegt das an den Neuroleptika, die ich nehme(3,75mg Olanzapin)?
Zum anderen habe ich gemerkt, dass ich in letzter Zeit zu Träumen mit heftigem Angsterleben neige. Ich bin gerade dabei meine Neuroleptika (aufgrund von Schizophrenie) auszuschleichen. Ist das eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Ich werde wahrscheinlich in etwa 2 Monaten psychotherapeutische Unterstützung erhalten.

Raten Sie mir dazu diese in Anspruch zu nehmen?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Marry,

was Sie beschreiben, klingt nach sehr viel Leid, das Sie erlebt haben.

Sie haben die Diagnose für eine Schizophrenie, Ihr Bruder hat sich suizidiert, jemand hat sich von Ihnen abgewendet und dabei reagiert Ihr Körper ganz sensibel auf alles was er erlebt.

Und was Sie schreiben, das ist auch tatsächlich sehr viel Leid, das klingt sehr überfordernd.

Nun schreiben Sie, dass Sie gerade auch dabei sind, Ihre Medikation abzusetzen. Und Sie möchten wissen, ob es sich bei Ihrem Erleben um eine Posttraumatische Belastungsstörung handelt.

In 2 Monaten haben Sie einen Termin beim Psychotherapeuten erhalten und Sie fragen, ob Sie diesen in Anspruch nehmen sollen.

Ehrlich gesagt, ist es Ihre Entscheidung, von wem Sie Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Andere wären sehr froh, wenn sie sagen könnten, dass sie in 2 Monaten einen Termin beim Psychotherapeuten haben. Aber ich kann ja nicht für Sie entscheiden. Ich würde es Ihnen sehr raten, dort hin zu gehen, da Sie ja hoch belastet sind wie Sie schreiben. Aber entscheiden sollten Sie selber. Es gibt keine Pflicht, sich helfen zu lassen. Ich frage Sie: was wollen Sie?

Wozu ich ihnen unbedingt recht zeitnah rate ist, den Psychiater aufzusuchen, der Ihnen das Medikament verordnet hat. Wenn Sie es jetzt absetzen, könnte es auch sein, dass die Symptome daher kommen. Deswegen würde ich die gesamte Symtomatik, die Sie hier geschildert haben, mit dem Psychiater besprechen. Und ich würde das so ernst nehmen, dass ich diesen um einen Nottermin bitten würde, falls Sie nicht sowieso bald einen Termin dort haben.

Ob Sie zusätzlich unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden, das kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen. Online ist es mir nicht möglich, eine Diagnose zu stellen. Fragen Sie das auch Ihren Psychiater.

Dieser Arzt - nehme ich an - kennt Sie und kann Ihnen bessere Unterstützung geben als ich, die ja nur diese wenigen Zeilen von Ihnen gelesen habe.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und dass Sie Hilfe finden, die Ihnen Besserung bringt.

Herzlicher Gruß
Shivani Vogt

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