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Borderlinestörung stärker als je zuvor

keine ahnung (w, 28) aus Bonn: Hallo,

ich habe eine Bordelinestörung, womit ich auch eine lange Zeit umgehen konnte. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich mehrere Therapien hinter mir. Zuletzt habe ich im Jahr 2006 an einem Fertigkeitentraining im Rahmen der DBT teilgenommen. Dies verhalf mir lange Jahre mit meiner Störung zurecht zu kommen und auch zu leben ohne mich selbst zu verletzen. Ich hatte seit 2006 keine Probleme mehr mit meiner Borderlinestörung, zwar hatte ich phasenweise Symptome ohne Selbstverletzung, aber mit denen konnte ich umgehen. Heute sieht die Sache wieder ganz anders aus, seit einem halben Jahr fängt es schon wieder an und es wird von Tag zu Tag immer schlimmer. Meine Stimmungschwankungen häufen sich, es ist eine ständige Achterbahnfahrt mit meinen Gefühlen. Dies geschieht mehrmals am Tag, rauf und runter. Das sind extreme Gefühlausbrüche, vom lachen bis hin zum weinen. Dazu kommt noch das ich mehr Druck verspüre mich selbst zu verletzen. Meine Selbstwahrnehmung verändert sich auch, ich verspüre eine innere leere bis hin zum selbsthass. Habe auch wieder Misstrauen zu meinem Umfeld. Diese innerliche Ohnmacht, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll aber ich bin innerlich wie gelähmt. Ich zweifel sogar wieder an meiner Identität. Ich isoliere mich mehr und mehr von meiner Umwelt.
Ich will das es aufhört und alles wieder so wird wie vorher, aber ich möchte es alleine schaffen ohne eine Therapie. Nur weiß ich nicht wie ich anfangen soll. Ich bemühe mich aber es funktioniert nicht. Gehe ich ein Risiko ein wenn ich nichts dagegen unternehme? Könnte es sein das die Symptome diesmal von allein verschwinden und ich meiner Borderlinestörung nicht verfalle, oder ist es schon zu spät? Was würden Sie vorschlagen abgesehen von einer Therapie?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Keine Ahnung,

Sie beschreiben Ihre Zustände und Gefühle sehr eindringlich, ich kann mir ein gutes Bild machen, wie es Ihnen geht. Die DBT hat hier, wie Sie selbst erfahren haben, gute Erfolge zu verzeichnen, kann die Störung aber nicht heilen. Im weiter fortgeschrittenen Lebensalter kommt es oft zu einer Beruhigung der Symptome, so dass eine gewisse Stabilität in das Leben der Erkrankten tritt. Ich verstehe sehr gut, dass Sie keine Therapie mehr möchten und verzweifelt versuchen, die Störung alleine in den Griff zu bekommen. Die momentane Aussichtslosigkeit und das Erkennen, dass es alleine doch nicht zu schaffen ist, verursacht einen Teufelskreis, dem Sie nur schwer entfliehen können. Unter den Umständen, die Sie beschreiben, sehe ich wirklich für Sie nur die Möglichkeit einer erneuten Therapie und einer evtl. medikamentösen Unterstützung. Ich kann nicht vorhersagen, ob Sie ein Risiko eingehen, wenn Sie nichts unternehmen, trotzdem bitte ich Sie inständig, sich in Behandlung zu begeben.

Viel Kraft sollen Sie finden und Zuversicht, es mit Hilfe erfahrener Ärzte und Therapeuten wieder ein Stück weit gut zu schaffen!

Meine besten Wünsche und herzliche Grüße begleiten Sie.

Ihre Claudia Schmitt.

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