Mobbing in der Schule
Gjulia (w, 44) aus Rheine: Meine Tochter (15 J.) wird seit Jahren gemobbt. Sie ist sehr frühreif und kommt daher besser mit Älteren zurecht. Das wird aber in ihrer Schulklasse nicht akzeptiert. Sie wird ausgegrenzt und ist Thema Nr. 1, selbst wenn sie nicht in der Schule ist, sprich krank. Es werden ihr alle möglichen Lügengeschichten nachgesagt und übers Netz verbreitet, so dass man von Rufmord sprechen kann. Sie leidet unter der Ausgrenzung und den Angriffen. Hilfe bei den Lehrern ist nicht wirklich zu finden, da die versucht haben, mit der Klasse zu reden, was aber an den Mitschülern völlig abprallt. Über einen Schulwechsel haben wir auch nachgedacht, wissen aber nicht, ob das wirklich die Lösung ist, da sie ja halt durch ihre Frühreife 'anders' ist und das Problem mitnimmt. Wir wissen uns keinen Rat mehr und sind für jeden Tipp dankbar.
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Gjulia,
danke für Ihre Frage! Ihre Sorgen sind berechtigt, vor allem aber ist es sehr gut, daß Sie als Mutter die Probleme Ihrer Tochter wahrnehmen und Hilfe suchen. Zu oft werden leider beide Augen 'zugedrückt', wenn es um Mobbing bzw. systematische Deprivation Jugendlicher (aber auch Erwachsener am Arbeitsplatz) geht.
Die 'klassischen' Methoden haben Sie bereits ausprobiert, d. h. die Einbeziehung der Lehrer. Leider sind oft auch diese mit der Situation überfordert. Gibt es an der Schule Psychologen oder Schularbeiter, die Sie ansprechen könnten? Gegen Verleumdung über das Internet kann im Prinzip nur Strafantrag bei der Polizei gestellt werden, allerdings sind Konsequenzen durch ausländische Server etc. fast nie zu erwarten.
Nun aber zu praktischen Maßnahmen: Das wichtigste ist im Moment, daß Ihre Tochter sich auf Sie und Ihre Unterstützung verlassen kann. Mitschüler können grausam sein, und gegen die Menge hat ein Einzelner kaum Chancen. Versichern Sie Ihrer Tochter, daß Sie sie lieben und an ihrer Seite stehen. Beobachten Sie genau, ob Eß- und Schlafstörungen vorliegen und suchen Sie einen Kinder- und Jugendlichentherapeuten auf! Das Ziel könnte darin bestehen, ein Selbstsicherheitstraining zu absolvieren. Dabei werden innere Ressourcen gefunden und verstärkt und Techniken erlernt, Angriffen und Verleumdungen selbstbewußt und aktiv entgegenzutreten (bitte nicht mit körperlicher Selbstverteidigung verwechseln).
Mobbing beruht praktisch immer darauf, daß ein Einzelner 'sprachlos' wird bzw. von seiner Umwelt 'mundtot' gemacht wird, er 'hat keine Stimme mehr', die Abwärtsspirale setzt sich in Gang. Ein vielleicht ohnehin eher introvertiertes (Sie schreiben auch 'frühreifes') Gemüt kann dann zu einer sprichwörtlichen 'Ohnmacht' führen. Mit therapeutischer Begleitung kann diese eigene 'Stimme' wiedergefunden und positiv eingesetzt werden.
Möglich wäre, daß zuerst ein solches Selbstsicherheitstraining stattfindet und dann die Überlegung eines Schulwechsels. Sind die Erfolge gut, kann sich die jetzige Situation vielleicht schon verbessern. Wenn es am aggressiven Umfeld scheitert, kann Ihre Tochter dann an einer neuen Schule mit neuem Selbstbewußtsein auftreten.
Bitte werden Sie schnell aktiv, Ihre Tochter wird Ihre Unterstützung benötigen!
Herzliche Grüße
Ihr
Holger Nikolai
http://www.praxisfuerindividualitaet.de/
danke für Ihre Frage! Ihre Sorgen sind berechtigt, vor allem aber ist es sehr gut, daß Sie als Mutter die Probleme Ihrer Tochter wahrnehmen und Hilfe suchen. Zu oft werden leider beide Augen 'zugedrückt', wenn es um Mobbing bzw. systematische Deprivation Jugendlicher (aber auch Erwachsener am Arbeitsplatz) geht.
Die 'klassischen' Methoden haben Sie bereits ausprobiert, d. h. die Einbeziehung der Lehrer. Leider sind oft auch diese mit der Situation überfordert. Gibt es an der Schule Psychologen oder Schularbeiter, die Sie ansprechen könnten? Gegen Verleumdung über das Internet kann im Prinzip nur Strafantrag bei der Polizei gestellt werden, allerdings sind Konsequenzen durch ausländische Server etc. fast nie zu erwarten.
Nun aber zu praktischen Maßnahmen: Das wichtigste ist im Moment, daß Ihre Tochter sich auf Sie und Ihre Unterstützung verlassen kann. Mitschüler können grausam sein, und gegen die Menge hat ein Einzelner kaum Chancen. Versichern Sie Ihrer Tochter, daß Sie sie lieben und an ihrer Seite stehen. Beobachten Sie genau, ob Eß- und Schlafstörungen vorliegen und suchen Sie einen Kinder- und Jugendlichentherapeuten auf! Das Ziel könnte darin bestehen, ein Selbstsicherheitstraining zu absolvieren. Dabei werden innere Ressourcen gefunden und verstärkt und Techniken erlernt, Angriffen und Verleumdungen selbstbewußt und aktiv entgegenzutreten (bitte nicht mit körperlicher Selbstverteidigung verwechseln).
Mobbing beruht praktisch immer darauf, daß ein Einzelner 'sprachlos' wird bzw. von seiner Umwelt 'mundtot' gemacht wird, er 'hat keine Stimme mehr', die Abwärtsspirale setzt sich in Gang. Ein vielleicht ohnehin eher introvertiertes (Sie schreiben auch 'frühreifes') Gemüt kann dann zu einer sprichwörtlichen 'Ohnmacht' führen. Mit therapeutischer Begleitung kann diese eigene 'Stimme' wiedergefunden und positiv eingesetzt werden.
Möglich wäre, daß zuerst ein solches Selbstsicherheitstraining stattfindet und dann die Überlegung eines Schulwechsels. Sind die Erfolge gut, kann sich die jetzige Situation vielleicht schon verbessern. Wenn es am aggressiven Umfeld scheitert, kann Ihre Tochter dann an einer neuen Schule mit neuem Selbstbewußtsein auftreten.
Bitte werden Sie schnell aktiv, Ihre Tochter wird Ihre Unterstützung benötigen!
Herzliche Grüße
Ihr
Holger Nikolai
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Bewertung durch den Fragensteller: 



Es wäre schön, wenn man nich Rückfragen stellen könnre




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