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Ausgebrannt durch Mobbing am Arbeitsplatz

Ann-Marie (w, 24) aus Hagen: Ich bin Floristin. Letzten Sommer habe ich meinen Job verloren, aber einen neuen gefunden. Vorerst schien alles perfekt und man versprach mir, dass alles fair ab läuft und ich mich kreativ ausleben darf. Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich gar nichts darf, nur Praktikantenarbeit. Selbst die Auszubildende steht über mir und gibt mir Anweisungen, was mich total demütigt. Ich hab mal viel von mir gehalten. Einen kreativen Beruf zu wählen und sich nie auslassen zu dürfen macht total traurig. Hinzu werde ich ständig kritisiert und runtergeputzt. Was ich leiste wird nie anerkannt und ist nie gut genug. Ich habe versucht mit meinem Chef zu reden, vergebens. Ich bin eine Maschine, die keine Rechte und nur zu funktionieren hat .Noch dazu hab ich so gut wie keine Freizeit mehr um mal 'abzuschalten'. Ich arbeite von MO-SO, Vollzeit + Überstunden, ohne Pausen. Die Kollegen lassen sich das gefallen ,arbeiten aber auch alle nur in Teilzeit und noch dazu ist meine Chefin, meiner Meinung nach ,krank. Sie ist unfair, nimmt keine Kritik an und wie es mir geht ist ihr egal. Ich traue mich gar nicht mehr zu fragen, weil ich immer nur angeschrien werde. Ich hab für mich entschieden 'ich kann nicht mehr' und werd mir einen anderen Job suchen und kündigen. Wie soll ich so weiter arbeiten? Wenn ich kündige wird mir 3 Monate das ALG1 gesperrt. Wovon soll ich leben? Es ist aussichtslos und ich bin fertig mit den Nerven. Wie lange kann ich mich psychisch krank schreiben lassen? Sind meine Gründe nicht triftige Gründe um zu kündigen? An wen kann ich mich wenden?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Ann-Marie,

das sind ja verheerende Zustände in Ihrer Firma. So wie Sie das beschreiben werden Sie ausgenutzt und gemobbt. Wenn Ihre Chefin krank ist kann es sein, dass sie selber Hilfe bräuchte und deshalb momentan gar nicht fähig ist, die Missstände in der Firma ändern zu können. Deshalb halte ich Ihre Entscheidung zu kündigen für richtig. Es ist wichtig, dass Sie dafür sorgen, dass es Ihnen gut geht.

Gehen Sie als erstes zur Arbeitsagentur und erkundigen sich danach, was Sie vorlegen müssen, damit Sie bei einer Kündigung durch Sie wegen Mobbing am Arbeitsplatz dennoch ALG1 bezahlt bekommen. Dort bekommen Sie auch die Information ob es sogar möglich ist, dass Sie in diesem Fall sogar fristlos kündigen können. Denn wenn Ihr Arbeitgeber Sie ohne Pause durcharbeiten lässt verstößt er ja gegen Gesetze. Das ist nicht erlaubt. Ganz wichtig ist, dass Sie sich alles schriftlich geben lassen. Bitte nicht nur mit mündlichen Zusagen abspeisen lassen – es geht um Ihren Lebensunterhalt! Gehen Sie dann zum Arzt und schildern Sie ihm Ihre Situation. Wahrscheinlich braucht die Arbeitsagentur sowieso ein Attest des Arztes.

Für genauso wichtig halte ich es, dass Sie sich einige Beratungs-Stunden gönnen. Ihr Anteil an der Misere ist, dass Sie nicht früh genug 'nein' sagten und es ertragen haben, sich anschreien zu lassen, die ganze Woche zu arbeiten, nicht kreativ tätig sein können und kein liebes Wort hören. Es ist wichtig, dass Sie lernen, sich wertschätzend abzugrenzen. Unten habe ich Ihnen noch einen Link mit einem Buch, das ich Ihnen empfehlen möchte.

Es ist wichtig, dass Sie auf die Notsignale Ihres Körpers und Ihrer Seele hören und diese Situation nicht länger ertragen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Entscheidung kraftvoll umsetzen können und einen Arbeitsplatz finden, an dem Sie und Ihr Können wertgeschätzt werden und Sie Freude haben. Sie schaffen das!

Herzlicher Gruß
Shivani Allgaier
Bewertung durch den Fragensteller:
Die Antwort bestärkt mich in meiner Entscheidung, den richtigen Weg zu wählen!





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