Wie finde ich zu einem guten Verhältnis mit meinen Eltern?
Josephine_malouine (w, 35) aus Berlin:
Wie finde ich zu einem guten Verhältnis mit meinen Eltern? -
Sehr geehrter Herr Rainer J.G. Schmidt,
ich bin eine 35-jährige berufstätige Mutter zweier Töchter und lebe in Berlin mit meinem deutschen Mann.
Meine Eltern kommen aus Kamerun, einer ehemaligen deutschen Kolonie. Mein Vater konnte mit der Hilfe eines Stipendiums ab 1978 in Berlin zu studieren1978. Meine Mutter ist Hausfrau und hat 8 Kinder bekommen.
Mein Problem, ist dass ich mein Leben nicht richtig genießen kann, weil ich meinen Eltern gegenüber ein Gefühl der Verpflichtung empfinde. Sie lassen uns nicht in aller Freiheit unser eigenes Leben leben! Da die Ehe meiner Eltern sehr traditionell ist und sie immer zu Hause blieb, war meine Mutter immer sehr unglücklich in ihrer Ehe.
Letztlich haben sich meine Eltern nie ein richtiges eigenes Leben aufgebaut, sondern ihr Leben besteht darin, Geld nach Afrika zu schicken, an hunderte von Verwandten und sie erwarten von uns, dass wir auch so handeln und immer alles für die Familie opfern!
Ich habe aber dieses Familiengebilde satt, und spüre das Bedürfnis mein eigenes Leben zu führen, zumal ich von meiner Mentalität ehern deutsch denke. Wegen dieses inneren Konfliktes habe ich starke Depressionen bekommen und deshalb jetzt auch einen Brief an meine Familie geschickt, um ihr mitzuteilen, dass ich Abstand brauche!
Meine Hausärztin hat mir einen wichtigen Satz mitgegeben: „Meine Eltern haben mir starke Wurzeln gegeben, dafür bin ich dankbar. Aber den Rest mache ich alleine!“ Ich versuche nun, diesen Satz in meinen Gedanken, immer zu wiederholen, aber wie kann ich dieses schlechte Gewissen besiegen, um innerlich wirklich frei zu werden?
Ich hoffe sie können mir da weiter helfen und danke Ihnen recht herzlich im Voraus! Josephine
Wie finde ich zu einem guten Verhältnis mit meinen Eltern? -
Sehr geehrter Herr Rainer J.G. Schmidt,
ich bin eine 35-jährige berufstätige Mutter zweier Töchter und lebe in Berlin mit meinem deutschen Mann.
Meine Eltern kommen aus Kamerun, einer ehemaligen deutschen Kolonie. Mein Vater konnte mit der Hilfe eines Stipendiums ab 1978 in Berlin zu studieren1978. Meine Mutter ist Hausfrau und hat 8 Kinder bekommen.
Mein Problem, ist dass ich mein Leben nicht richtig genießen kann, weil ich meinen Eltern gegenüber ein Gefühl der Verpflichtung empfinde. Sie lassen uns nicht in aller Freiheit unser eigenes Leben leben! Da die Ehe meiner Eltern sehr traditionell ist und sie immer zu Hause blieb, war meine Mutter immer sehr unglücklich in ihrer Ehe.
Letztlich haben sich meine Eltern nie ein richtiges eigenes Leben aufgebaut, sondern ihr Leben besteht darin, Geld nach Afrika zu schicken, an hunderte von Verwandten und sie erwarten von uns, dass wir auch so handeln und immer alles für die Familie opfern!
Ich habe aber dieses Familiengebilde satt, und spüre das Bedürfnis mein eigenes Leben zu führen, zumal ich von meiner Mentalität ehern deutsch denke. Wegen dieses inneren Konfliktes habe ich starke Depressionen bekommen und deshalb jetzt auch einen Brief an meine Familie geschickt, um ihr mitzuteilen, dass ich Abstand brauche!
Meine Hausärztin hat mir einen wichtigen Satz mitgegeben: „Meine Eltern haben mir starke Wurzeln gegeben, dafür bin ich dankbar. Aber den Rest mache ich alleine!“ Ich versuche nun, diesen Satz in meinen Gedanken, immer zu wiederholen, aber wie kann ich dieses schlechte Gewissen besiegen, um innerlich wirklich frei zu werden?
Ich hoffe sie können mir da weiter helfen und danke Ihnen recht herzlich im Voraus! Josephine
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Hallo, liebe Josephine!
Vielen Dank, daß Sie mir hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten! Gerne will ich versuchen Ihnen einen Weg aus Ihrer so bedrückenden Seelenlage zu zeigen.
Ihre Eltern fühlen sich ihren ärmeren Verwandten in Afrika sehr verpflichtet und schicken ihnen deshalb einen Großteil Ihres, hier im reichen Deutschland verdienten Geldes und erwarten das Gleiche auch von Ihnen und Ihrem Manne.
Eigentlich würden Sie, liebe Josephine gerne mit dieser, Sie bedrückenden Familientradition brechen und ohne diese Verpflichtungen Ihr eigenes Leben leben, aber wenn Sie dies tun, so peinigt Sie ihr schlechtes Gewissen und auch der schöne Merksatz Ihrer Hausärztin konnte Ihnen dabei nicht recht helfen!
Sie sehen sich also jetzt in einer Zwickmühle gefangen, denn was Sie auch tun, Sie können dieser fest verwurzelten Tradition nicht so einfach entkommen. Während Ihre Eltern dieser Tradition wohl noch aus Überzeugung folgen, so fühlen Sie sich jetzt nur durch Ihr schlechtes Gewissen daran gehindert, diese einfach so über Bord zu werfen.
Außerdem würden Sie dadurch auch Ihre Eltern kränken und ihnen den, ihnen nach alter Tradition zustehenden Respekt verweigern, was wiederum ein ungutes Zerwürfnis mit Ihren Eltern bedeutete und für alle Beteiligten mit großem Leid und vielen Nachteilen verbunden wäre!
Wie sie sehen, kann ich Ihren Zwiespalt gut nachvollziehen, denn im Grund geht es jeder neuen Generation ganz ähnlich, wenn sie beginnt sich ein eigenes Leben aufzubauen, was immer ein wenig anders sein wird, als das ihrer Eltern und auch meist anders als die Eltern das erwarten. Außerdem sind Ihre Eltern ja auch Großeltern, die für Ihre Kindern viel bedeuten und ein wichtige Funktion für das Glück der ganz Familie haben!
Die Lösung besteht - wie so oft im Leben - in der Kunst den goldene Mittelweg zu finden, zwischen freundlichem Verständnis und Entgegenkommen bezüglich der Eltern und in der Verantwortung für das eigene Lebensglück, was ja wiederum auch mit den Eltern verbunden ist.
Außerdem empfinde ich große Hochachtung vor der verantwortungsvollen, weltweit gültigen Tradition, daß man als Großfamilie zusammenhält und sich seelisch, wie materiell nach Möglichkeit auch angemessen unterstützt. Wie weit jetzt diese Unterstützung gehen muß, darüber herrschen natürlich je nach Land, sowie Volks- und Bildungsschicht recht unterschiedliche Vorstellungen.
Auch in Deutschland gilt es als selbstverständlich und als gute Tradition, daß sich Verwandte in vielfältiger Weise beistehen, was teilweise auch gesetzlich geregelt ist, so z.B. die Unerhaltspflicht in gerade Linie von Großeltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder in beiden Richtungen.
Ihre Aufgäbe ist es jetzt, in dem Spannungsfeld zwischen Ihren afrikanischen Wurzeln und Ihrer deutschen Sozialisierung einen guten Kompromiß zu finden, mit dem Ihre Eltern, Ihr Gewissen, Ihr Wunsch nach freier Lebensentfaltung nach deutscher Art und auch Ihre Ehemann gut leben können!
Um diesen verschiedenen Elementen gerecht zu werden bedarf es eines klugen und liebvollen Vorgehens und auch die Erkenntnis, daß in der weltweit beneideten, übergroßen deutschen Wohlstandsgesellschaft viele wichtige Werte, oft dem materiellen Besitzdenken geopfert werden!
Dies hat leider in vielen Gesellschaftsschichten zu einem bedauerlichen Wertverfall geführt, wodurch der menschliche Zusammenhalt, die Freude am gegenseitigen Miteinander, der Respekt vor ältern Menschen und vieles andere mehr sehr gelitten hat, was die Menschen auf Dauer lieblos, einsam und unglücklich werden läßt!
Liebe Josephine, ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte! Vor allem aber wünsche ich Ihnen nun von ganzem Herzen viel Kraft und Zuversicht, bei dem jetzt anstehenden, liebevollem Gespräch mit Ihren Eltern!
Es wäre wünschenswert, wenn es Ihnen gelänge, einen guten Ausgleich zwischen allen Beteiligten zu finden, um den Familienfrieden und den guten Zusammenhalt dauerhaft zu sichern, als eine der wichtigsten Grundlagen für echte, unbeschwerter Lebensfreude! Auf Wunsch stehe ich Ihnen dabei auch weiterhin gerne vertrauensvoll zur Seite.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesen kostenlosen Beratungstext
möglichst umgehend Bewerten und vielleicht auch kurz kommentieren könnten!
Für heute Grüße ich Sie recht herzlich, als Ihr Psychomeda-Berater
Rainer J. G. Schmidt
Dipl. Sozialpädagoge mit positiver Psychotherapie
* Rainerjg@T-Online.de * WWW.Rainer-JGS.de *
D-94360 Mitterfels - Burgstraße 7 - Tel. 09961/7255
P.S.: Wenn Sie noch Fragen haben, oder eine kurzfristige Online-Beratung per E-Mail oder Telfon wünschen, so können Sie sich auch gerne direkt an mich wenden. Der Erstkontakt ist kostenlos und unverbindlich!
Bewertung durch den Fragensteller: 



Meine Fragen wurden sorgfältig beantwortet und mit großer Einfühlsamkeit. Herzlichen Dank, Josephine M.




Meine Fragen wurden sorgfältig beantwortet und mit großer Einfühlsamkeit. Herzlichen Dank, Josephine M.
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