Wenn ich wütend werde, bekomme ich zugleich Schuldgefühle
StK (w, 40) aus Hannover: Hallo,
seit einiger Zeit plagen mich gleichzeitig Wut und Schuldgefühle. Außerdem fange ich dauernd an zu weinen, da ich funktionieren muss und nicht sehr wichtig bin.
Angefangen hat es bei der Arbeit. Mit den Jahren wurden die Mitarbeiter immer weniger, und die meiste Arbeit ist dann auf meinem Schreibtisch gelandet. Eine Zeitlang ist das auch gut gegangen, aber jetzt hab ich das Gefühl das ich das alles nicht mehr schaffe. Sprech ich meinen Chef darauf an, tut er verständnisvoll und sagt, dass wir und da etwas einfallen müssen. Was soviel heißt, das er gar keine Lösung finden will.Da ich nicht so schnell einen neuen Job finde und ich nur noch Dinge tun muss die ich nicht will, beruflich und privat, fang ich an zu weinen, weil ich nicht weiß wie ich sonst den Druck in mir loswerde.
Jetzt vor ungefähr 1 1/2 Monaten ist meine Mutter gefallen und hat sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Da sie keine Reha wollte, hab ich ihr so gut es geht im Haushalt geholfen. Da meine Mutter aber noch sehr vital ist, wollte sie zuviel und das Ende der Geschichte ist, das sie jetzt wieder im Krankenhaus ist und die Hüfte ausgetauscht werden muss.
Und das macht mich wütend, wütend das sie nicht aufpassen konnte und wieder alles von vorne los geht. Deswegen hab ich auch Schuldgefühle.
Wissen Sie vielleicht einen Rat, was ich machen kann? wie ich mit der Situation besser umgehen kann? zum Arzt will ich nicht, weil mir meine Probleme im Vergleich zu anderen doch ziemlich unwichtig erscheinen.
Vielen Dank
seit einiger Zeit plagen mich gleichzeitig Wut und Schuldgefühle. Außerdem fange ich dauernd an zu weinen, da ich funktionieren muss und nicht sehr wichtig bin.
Angefangen hat es bei der Arbeit. Mit den Jahren wurden die Mitarbeiter immer weniger, und die meiste Arbeit ist dann auf meinem Schreibtisch gelandet. Eine Zeitlang ist das auch gut gegangen, aber jetzt hab ich das Gefühl das ich das alles nicht mehr schaffe. Sprech ich meinen Chef darauf an, tut er verständnisvoll und sagt, dass wir und da etwas einfallen müssen. Was soviel heißt, das er gar keine Lösung finden will.Da ich nicht so schnell einen neuen Job finde und ich nur noch Dinge tun muss die ich nicht will, beruflich und privat, fang ich an zu weinen, weil ich nicht weiß wie ich sonst den Druck in mir loswerde.
Jetzt vor ungefähr 1 1/2 Monaten ist meine Mutter gefallen und hat sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Da sie keine Reha wollte, hab ich ihr so gut es geht im Haushalt geholfen. Da meine Mutter aber noch sehr vital ist, wollte sie zuviel und das Ende der Geschichte ist, das sie jetzt wieder im Krankenhaus ist und die Hüfte ausgetauscht werden muss.
Und das macht mich wütend, wütend das sie nicht aufpassen konnte und wieder alles von vorne los geht. Deswegen hab ich auch Schuldgefühle.
Wissen Sie vielleicht einen Rat, was ich machen kann? wie ich mit der Situation besser umgehen kann? zum Arzt will ich nicht, weil mir meine Probleme im Vergleich zu anderen doch ziemlich unwichtig erscheinen.
Vielen Dank
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe StK,ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Wut und Schuldgefühle blockieren sich gegenseitig. Sie sind zu Recht wütend, fühlen sich dann aber schuldig und versuchen es wieder anderen Menschen Recht zu machen, was wiederum neue Wut erzeugt.
Es ist ein Kreislauf, den Sie aufrecht erhalten, weil Sie keine Grenze setzen. Ihrer Mutter gegenüber und auch auf der Arbeit. Sich zu behaupten und sich gegen die Bedürfnisse anderer durchzusetzen, bedeutet, Konflikte offen auszutragen. Dazu brauchen Sie ein stabiles Selbstwertgefühl und das Empfinden, dass Sie ein Recht darauf haben, Ihre Grenzen nach außen hin zu vertreten.
Sie haben sehr viel Verständnis für Andere und sind hilfsbereit. Doch der Druck, der sich in Ihnen aufbaut, gehört auch nach außen kommuniziert. Das Weinen lindert kurzfristig die Anspannung und die Hilflosigkeit, doch es geht darum, dass Sie lernen, für sich einzustehen.
Sie schreiben, zum Arzt wollen Sie nicht, weil Ihnen Ihre Probleme im Vergleich zu anderen unwichtig erscheinen. Sie leiden unter Ihrer Wut und unter Ihren Schuldgefühlen, aber es kommt Ihnen zugleich unwichtig vor. Es wird Zeit, dass Sie Ihren Leidensdruck ernst nehmen, was auch bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen.
Sie haben uns geschrieben und um Rat gebeten, das war der erste Schritt. Der nächste Schritt könnte sein, dass Sie professionelle Unterstützung von außen annehmen, um endlich aus dem Schuld-Kreislauf herauszufinden. Es muss nicht gleich ein Arztbesuch sein, sondern kann in Form einer psychologischen Beratung oder einer Psychotherapie geschehen.
Entscheidend ist, ob Sie etwas verändern möchten. Ich wünsche Ihnen den Mut, Ihren Weg selbstbestimmter zu gehen und zu lernen, anderen Menschen auch Grenzen zu setzen.
Viele Grüße
Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
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