Schwierige Beziehung zwischen Mutter, Tochter und Enkelin
musik (w, 38) aus Konstanz: Guten Abend,
bin 38 jahre und nicht klar mit meiner Mutter, es tut mir so weh, wie sie mit mir umgeht. Sie hat mich mit 17 bekommen und wollte mich eigentlich gar nicht. Dies hat sie oft anderen erzählt. Das tat früh schon weh. Mit 7 Jahren kam mein Stiefvater ins Leben, für mich begann ein neues Leben, er, der Gott, ich die alles falsch macht... Meine Mutter hat seit langem ein Alkohol-Problem und es geht ständig bei uns um Schuldzuweisungen.
Sie behandelt mich sehr abwertend und sobald ich etwas sage, geht sie hoch. Sie sagt immer, sie müsse jetzt nach sich schauen... aber ehrlich gesagt, hat sie sich noch nie wirklich um meine Belange gekümmert... sie war nie da, als ich sie brauchte.
Ich habe mir seltsamerweise immer solche Männer gesucht und versucht, alles zu geben, um geliebt zu werden... heute bin ich alleinerziehend, Mutter einer süssen Tochter und brauche und möchte meine Kraft für sie. Habe viel Angst und mache mir Dedanken, da meine Tochter keine tolle Familie hat... Meine Mutter hat meine Tochter noch nie zu sich geholt, weil mein Stiefvater so penibel ist und ihr immer hinterherrennt. Sie zeigt auch kein Verlangen, überhaupt etwas mit meiner Tochter zu unternehmen. Wenn sie dann bei uns mal zu Besuch ist, sagt sie immer, wie sehr sie doch die Kleine liebt.
Ich würde gerne wissen, wie ich mit ihr umgehen soll, wie kann ich dieses Gefühl in mir stillen, bzw. lösen... diesen Pflock lösen... ich wünsche meiner Mutter auch, dass sie ihren Frieden wünscht, aber sehnlich wünsche ich mir dies auch.
bin 38 jahre und nicht klar mit meiner Mutter, es tut mir so weh, wie sie mit mir umgeht. Sie hat mich mit 17 bekommen und wollte mich eigentlich gar nicht. Dies hat sie oft anderen erzählt. Das tat früh schon weh. Mit 7 Jahren kam mein Stiefvater ins Leben, für mich begann ein neues Leben, er, der Gott, ich die alles falsch macht... Meine Mutter hat seit langem ein Alkohol-Problem und es geht ständig bei uns um Schuldzuweisungen.
Sie behandelt mich sehr abwertend und sobald ich etwas sage, geht sie hoch. Sie sagt immer, sie müsse jetzt nach sich schauen... aber ehrlich gesagt, hat sie sich noch nie wirklich um meine Belange gekümmert... sie war nie da, als ich sie brauchte.
Ich habe mir seltsamerweise immer solche Männer gesucht und versucht, alles zu geben, um geliebt zu werden... heute bin ich alleinerziehend, Mutter einer süssen Tochter und brauche und möchte meine Kraft für sie. Habe viel Angst und mache mir Dedanken, da meine Tochter keine tolle Familie hat... Meine Mutter hat meine Tochter noch nie zu sich geholt, weil mein Stiefvater so penibel ist und ihr immer hinterherrennt. Sie zeigt auch kein Verlangen, überhaupt etwas mit meiner Tochter zu unternehmen. Wenn sie dann bei uns mal zu Besuch ist, sagt sie immer, wie sehr sie doch die Kleine liebt.
Ich würde gerne wissen, wie ich mit ihr umgehen soll, wie kann ich dieses Gefühl in mir stillen, bzw. lösen... diesen Pflock lösen... ich wünsche meiner Mutter auch, dass sie ihren Frieden wünscht, aber sehnlich wünsche ich mir dies auch.
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe musik,
danke, daß Sie hier so ausführlich schreiben und von Ihrer großen inneren Belastung berichten. Es scheint so, als hätten Sie nie die Liebe und Geborgenheit erfahren, die ein Kind (zu Recht) verlangt, um sicher und vertrauensvoll aufzuwachsen.
Leider gibt es keine 'perfekte' Familie. Wir können immer danach suchen, was alles 'schiefgelaufen' ist, leider können wir die Zeit nicht zurückdrehen und noch wahrscheinlicher wüßten wir gar nicht, wie es nun eigentlich besser laufen sollte.
In Ihrer Schilderung entdecke ich viele Ressourcen, also einen Antrieb oder eine Kraft in Ihnen: Sie lieben Ihre Tochter sehr, das ist unglaublich viel wert! Selbst haben Sie eine solche Liebe nicht erfahren, umso erstaunlicher, daß Sie sie geben können und wollen. Weiterhin haben Sie die Kraft und den Mut, mit Ihrer Mutter Kontakt zu halten, obwohl Sie von sehr vielen Hürden und Ablehnungen schreiben. Das zeigt, wie sehr Sie sich darum bemühen, jedes Hindernis zu überwinden, um doch ein Maß an Zuwendung und Verbindlichkeit zu erhalten.
All dies ehrt Sie sehr. Ein Risiko sehe ich darin, daß Sie an einer Stelle nach Liebe und Aufmerksamkeit suchen, an der Sie dies vielleicht nie finden werden. Je mehr Sie sich an Ihrer Mutter 'abarbeiten', desto weniger werden Sie wahrscheinlich mit dieser Beziehung glücklich werden.
Oft hilft in solchen Fällen der umgekehrte Weg, also Abstand zu halten, sowohl innerlich als auch räumlich. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Mutter und sagen Sie ihr einmal ehrlich, daß Sie unter den Verhältnissen in der Kindheit sehr gelitten haben. Sagen Sie ihr auch, daß Sie noch immer Schwierigkeiten damit haben. Wichtig ist dabei, daß Sie selbst sich Gedanken darüber machen, daß Ihre Mutter nicht anders sein kann, als sie nun einmal ist. Jeder Mensch hat seine eigene Erfahrungsgeschichte, und nicht jeder ist in der Lage, diese Geschichte beliebig zu verändern.
Halten Sie sich selbst vor Augen, daß Ihre Mutter vielleicht auch nicht glücklich mit Ihrem Lebensverlauf ist. Glauben Sie ihr bitte, daß sie ihre Enkeltochter liebt, auch, wenn sie diese Liebe nicht so zeigen kann, wie Sie es sich wünschen.
Im nächsten Schritt entwickeln Sie in sich selbst den Gedanken, daß alles, was Sie von Ihrer Mutter je bekommen und erfahren haben, 'Geschenke' sind. Fangen Sie an, diese Geschenke auszusortieren, d. h. schreiben Sie auf eine Liste, was Sie alles mit Ihrer Mutter verbinden (ob gut oder schlecht) und teilen Sie dann anschließend alles auf zwei Listen auf: Geschenke, die Sie behalten möchten (das müssen nicht nur 'gute' Dinge sein!) und die anderen, die Sie nicht haben möchten. Suchen Sie sich einen aufmerksamen Gesprächspartner oder auch Therapeuten oder Coach, dem gegenüber Sie es dann deutlich aussprechen, daß Sie die ungeliebten Dinge nicht gebrauchen können und deswegen abgeben möchten.
Klingt das komisch? Probieren Sie es einfach einmal aus! Ich bin sicher, daß Sie über die Kraft verfügen, Ihrem Leben eine Wendung zu geben, sich selbst und Ihrer Tochter zuliebe!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Holger Nikolai
danke, daß Sie hier so ausführlich schreiben und von Ihrer großen inneren Belastung berichten. Es scheint so, als hätten Sie nie die Liebe und Geborgenheit erfahren, die ein Kind (zu Recht) verlangt, um sicher und vertrauensvoll aufzuwachsen.
Leider gibt es keine 'perfekte' Familie. Wir können immer danach suchen, was alles 'schiefgelaufen' ist, leider können wir die Zeit nicht zurückdrehen und noch wahrscheinlicher wüßten wir gar nicht, wie es nun eigentlich besser laufen sollte.
In Ihrer Schilderung entdecke ich viele Ressourcen, also einen Antrieb oder eine Kraft in Ihnen: Sie lieben Ihre Tochter sehr, das ist unglaublich viel wert! Selbst haben Sie eine solche Liebe nicht erfahren, umso erstaunlicher, daß Sie sie geben können und wollen. Weiterhin haben Sie die Kraft und den Mut, mit Ihrer Mutter Kontakt zu halten, obwohl Sie von sehr vielen Hürden und Ablehnungen schreiben. Das zeigt, wie sehr Sie sich darum bemühen, jedes Hindernis zu überwinden, um doch ein Maß an Zuwendung und Verbindlichkeit zu erhalten.
All dies ehrt Sie sehr. Ein Risiko sehe ich darin, daß Sie an einer Stelle nach Liebe und Aufmerksamkeit suchen, an der Sie dies vielleicht nie finden werden. Je mehr Sie sich an Ihrer Mutter 'abarbeiten', desto weniger werden Sie wahrscheinlich mit dieser Beziehung glücklich werden.
Oft hilft in solchen Fällen der umgekehrte Weg, also Abstand zu halten, sowohl innerlich als auch räumlich. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Mutter und sagen Sie ihr einmal ehrlich, daß Sie unter den Verhältnissen in der Kindheit sehr gelitten haben. Sagen Sie ihr auch, daß Sie noch immer Schwierigkeiten damit haben. Wichtig ist dabei, daß Sie selbst sich Gedanken darüber machen, daß Ihre Mutter nicht anders sein kann, als sie nun einmal ist. Jeder Mensch hat seine eigene Erfahrungsgeschichte, und nicht jeder ist in der Lage, diese Geschichte beliebig zu verändern.
Halten Sie sich selbst vor Augen, daß Ihre Mutter vielleicht auch nicht glücklich mit Ihrem Lebensverlauf ist. Glauben Sie ihr bitte, daß sie ihre Enkeltochter liebt, auch, wenn sie diese Liebe nicht so zeigen kann, wie Sie es sich wünschen.
Im nächsten Schritt entwickeln Sie in sich selbst den Gedanken, daß alles, was Sie von Ihrer Mutter je bekommen und erfahren haben, 'Geschenke' sind. Fangen Sie an, diese Geschenke auszusortieren, d. h. schreiben Sie auf eine Liste, was Sie alles mit Ihrer Mutter verbinden (ob gut oder schlecht) und teilen Sie dann anschließend alles auf zwei Listen auf: Geschenke, die Sie behalten möchten (das müssen nicht nur 'gute' Dinge sein!) und die anderen, die Sie nicht haben möchten. Suchen Sie sich einen aufmerksamen Gesprächspartner oder auch Therapeuten oder Coach, dem gegenüber Sie es dann deutlich aussprechen, daß Sie die ungeliebten Dinge nicht gebrauchen können und deswegen abgeben möchten.
Klingt das komisch? Probieren Sie es einfach einmal aus! Ich bin sicher, daß Sie über die Kraft verfügen, Ihrem Leben eine Wendung zu geben, sich selbst und Ihrer Tochter zuliebe!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Holger Nikolai
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Herzlichen Dank für Ihre Mühe und Zeit :-)




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