Mein Sohn schickaniert mich - was kann ich machen?
Seerose (w, 68) aus Appenweier: Ich habe einen Sohn, der sein Leben nur dem Sport widmet. Eine Beschäftigung interessiert ihn nicht. Er verspricht immer nur, dass er eine Arbeit suchen will, aber bis jetzt ist noch nichts passiert.
Hinzu kommt, dass er mich kontrolliert und schickaniert.
Was kann ich machen?
Hinzu kommt, dass er mich kontrolliert und schickaniert.
Was kann ich machen?
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Seerose,danke, dass Sie Ihre Situation schildern. Auch wenn noch einige Informationen fehlen, lässt sich eines klar erkennen: Sie tragen im Moment eine Belastung, die Sie nicht alleine tragen sollten.
Wenn ein erwachsener Sohn weder Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt noch Grenzen respektiert, entsteht schnell ein ungesundes Machtgefälle – besonders dann, wenn Kontrolle oder Schikane im Spiel sind. Das hat nichts mit „normalen Schwierigkeiten“ zu tun, sondern mit einer Beziehungssituation, die Sie ernst nehmen dürfen.
Was Sie tun können – auch ohne viele zusätzliche Details:
Ihre Grenzen klären und benennen
Überlegen Sie, was für Sie nicht mehr akzeptabel ist. Kontrolle, respektlose Sprache oder Druck gehören immer dazu. Formulieren Sie klar: „Ich akzeptiere diese Art des Umgangs nicht mehr.“
Wichtig: Grenzen dienen nicht dazu, den Sohn zu ändern, sondern Sie zu schützen.
Verantwortung zurückgeben
Wenn Ihr Sohn wiederholt verspricht, etwas zu tun (Arbeit suchen), aber nichts geschieht, ist das ein deutliches Muster.
Sie dürfen sagen: „Das ist deine Verantwortung — und ich werde mich da nicht mehr einmischen.“
Konsequenzen festlegen
Eine Grenze ohne Konsequenz bleibt wirkungslos. Beispiele könnten sein:
– bestimmte Gespräche sofort beenden,
– sich räumlich zurückziehen,
– finanzielle Unterstützung an klare Bedingungen knüpfen oder auch beenden.
Die passende Konsequenz hängt stark von Ihrer konkreten Lebenssituation ab.
Ihre eigene Sicherheit und Stabilität stärken
Wenn Sie sich schikaniert fühlen, ist es wichtig, dass Sie Unterstützung bekommen – sei es durch vertraute Menschen oder professionelle Beratung.
Niemand sollte mit 68 Jahren in einer Situation leben müssen, in der er kontrolliert oder herabgesetzt wird.
Klären, was realistisch ist – und was nicht
Viele Eltern hoffen, dass ein Kind sich „endlich ändert“. Doch Veränderung kann nur vom Sohn selbst kommen.
Was Sie verändern können, sind Ihre Reaktionen, Ihre Grenzen und Ihren Schutzraum.
Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen
Eine Beratung kann helfen, diese Dynamik besser zu verstehen und individuelle Schritte zu planen – gerade wenn Sie emotional erschöpft sind oder nicht wissen, wo Sie anfangen sollen. Es gibt sicherlich eine psychologische Beratungsstelle in Ihrer Nähe, wo Sie Hilfe finden können. Schauen Sie mal in Offenburg.
Sie haben das Recht, ein friedliches, respektvolles Leben zu führen – und es ist vollkommen in Ordnung, die Schritte zu gehen, die Sie dafür brauchen.
Herzliche Grüße
Shivani Vogt
Bewertung durch den Fragensteller: 



Danke, die Antwort hilft mir sehr viel.




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