Mein Mutter erwartet, daß ich mich für sie interessiere, obwohl sie mich ständig kritisiert und schlecht macht!
Mone (w, 38) aus Mettmann:
Liebe Experten der Seele,
ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter, welches sich jetzt dramatisch zugespitzt hat. Unsere Treffen enden jetzt sogar in Streitgefechten und das sogar im Beisein meiner 6-jährigen Tochter!
Ich bin sehr enttäuscht, weil sie mir immer das Gefühl gibt, dass ich nicht richtig handele, nicht gut genug bin, mein Kind nicht richtig erziehe usw. Sie erwartet, dass ich mich für Ihr Wohl interessiere, obwohl sie mich ständig kritisiert und alles schlecht macht!
Wenn es nicht genau nach ihrem Kopf geht, ist sie gekränkt und zahlt es mir heim, in dem sie mir Dinge vorwirft, die bereits Jahre zurückliegen. Dann kommt auch gerne der Satz: „Du hast dich ja noch nie für mich interessiert, das hat damals schon meine Mutter (also meine Oma) festgestellt!“
Dieser Satz hat sich in mir eingebrannt und vieles zerstört und das kann ich ihr nicht verzeihen! Ich will diese Kränkungen nicht mehr dulden und ich möchte derzeit auch nicht, dass sie uns besucht, damit meine Tochter dieses fürchterliche Verhältnis nicht mitbekommt. Daher habe ich angeboten, sie lieber zusammen mit meinem Manne zu besuchen. Doch dies passt ihr nicht, weil Sie merkt, dass sie bei uns Hausverbot hat.
Ich habe den Kontakt eigentlich nur wegen meiner Tochter aufrecht erhalten. Es tut mir leid solche drastischen Wege zu gehen, aber ich frage mich, wieviel ich noch ertragen muss, nur weil es meine Mutter ist?! Nun hat sie mir - weil sie gekränkt wegen eines verschobenen Treffens war - die Fotos meiner Tochter per Brief zurückgeschickt. Mir fehlen dazu die Worte und ich kann einfach nicht mehr auf sie zugehen! Gibt es eine Lösung für diesen Dauerkonflikt? Danke für Rat und Hilfe! Mone
Liebe Experten der Seele,
ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter, welches sich jetzt dramatisch zugespitzt hat. Unsere Treffen enden jetzt sogar in Streitgefechten und das sogar im Beisein meiner 6-jährigen Tochter!
Ich bin sehr enttäuscht, weil sie mir immer das Gefühl gibt, dass ich nicht richtig handele, nicht gut genug bin, mein Kind nicht richtig erziehe usw. Sie erwartet, dass ich mich für Ihr Wohl interessiere, obwohl sie mich ständig kritisiert und alles schlecht macht!
Wenn es nicht genau nach ihrem Kopf geht, ist sie gekränkt und zahlt es mir heim, in dem sie mir Dinge vorwirft, die bereits Jahre zurückliegen. Dann kommt auch gerne der Satz: „Du hast dich ja noch nie für mich interessiert, das hat damals schon meine Mutter (also meine Oma) festgestellt!“
Dieser Satz hat sich in mir eingebrannt und vieles zerstört und das kann ich ihr nicht verzeihen! Ich will diese Kränkungen nicht mehr dulden und ich möchte derzeit auch nicht, dass sie uns besucht, damit meine Tochter dieses fürchterliche Verhältnis nicht mitbekommt. Daher habe ich angeboten, sie lieber zusammen mit meinem Manne zu besuchen. Doch dies passt ihr nicht, weil Sie merkt, dass sie bei uns Hausverbot hat.
Ich habe den Kontakt eigentlich nur wegen meiner Tochter aufrecht erhalten. Es tut mir leid solche drastischen Wege zu gehen, aber ich frage mich, wieviel ich noch ertragen muss, nur weil es meine Mutter ist?! Nun hat sie mir - weil sie gekränkt wegen eines verschobenen Treffens war - die Fotos meiner Tochter per Brief zurückgeschickt. Mir fehlen dazu die Worte und ich kann einfach nicht mehr auf sie zugehen! Gibt es eine Lösung für diesen Dauerkonflikt? Danke für Rat und Hilfe! Mone
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Hallo, liebe ratlose Mone!
Dieser Dauerstreit mit Ihrer Mutter ist ja wirklich eine ganz schlimme und traurige Geschichte, zumal sie ja eigentlich dankbar und froh über das Geschenk eines Enkelkindes sein könnte! - Vielen Dank, daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten! Gerne will ich versuchen Ihnen einen Weg aus Ihrer so bedrückenden Lebenslage zu zeigen.
Je älter die Menschen werden, desto deutlich kommen oft auch die guten, wie bösen Eigenschaften zum Ausdruck. Besonders schlimm ist es, wenn charakterlichen Fehler und Schwächen zum Dauerkonflikt ausarten, was letztlich oft sogar zum Bruch der Familienbande führt, zum großen Schaden für alle Beteiligten, ganz besonders der davon betroffenen Kinder!
Aber zum Glück haben wir meistes viel mehr Möglichkeiten, so einen Konflikt zu entschärfen und zum guten zu wenden, als wir uns in unserem Ärger und Verletzsein vorstellen können! Das Eine ist die böse Ausstrahlung, sind die kränkenden Worte und das verletzende Verhalten, aber das Andere ist aber auch, wie man damit umgeht und ob man sich so einen beleidigenden und kränkenden Schuh anzieht, also wie man darauf reagiert und ob man alte Verletzungen bewußt konserviert, oder versucht diese zu überwinden, um daran wachsen und reifen zu können!
Sie haben ganz recht, liebe Mone, wenn Sie sagen, daß Sie diese bösen Kränkungen nicht mehr dulden und auch Ihre Tochter vor davor schützen wollen! Aber trotzdem lassen Sie sich immer wieder aufs neue Gefühlsmäßig in dieses Konflikt hinein ziehen und spielen dieses böse Spiel sogar kräftig mit, indem Sie immer wieder aufs neue verletzten lassen und Ihrerseits verletzt und unversöhnlich reagieren!
Sie sollten sich eine ganz neue Strategie zum Umgang mit Ihrer Mutter überlegen und dies auch mit Ihrem Manne absprechen. Der erste Schritt wäre aber, sich erst einmal darüber klar zu werden, daß Ihre Mutter offensichtlich eine unglücklich und verbitterte Frau ist, die keinen Überblick über ihr böses Tun hat und sich wahrscheinlich auch noch im Rechte glaubt!
Der zweite Schritt wäre die Aufarbeitung Ihrer langjährigen, aktuell wieder so schmerzhaften hoch kommenden Verletzungen, durch die hier vorliegende, langjährige unglücklich Mutter-Kind-Beziehung. Diese Aufarbeitung könnte Ihnen mit Hilfe eines feinfühligen Seelsorgers, Therapeuten oder Lebensberater sicher sehr viel leichter gelingen und von Ihnen als Lernfeld zu Läuterung Ihrer Seele betrachtet werden. Dabei gilt immer der Grundsatz: Verstehen ermöglich das Verzeihen und wenn Sie sich die Hintergründe klar machen, wie es bei ihrer Mutter zu so einer Verbitterung und so einen lieblosen Verhalten kommen konnte, wir der Sprung über Ihren Schatten sehr viel leichtern werden!
Im Dritten Schritte ginge es dann darum, ganz konkrete Verhaltensweise zu entwickeln und anzugewöhnen, die Sie vor weiteren Verletzungen schützen und Ihrer Mutter keinen Raum ließen, sich weiter so unreif und böse aufzuführen. Zum Einstieg wäre sicherlich eine Kontaktpause für ein gewisse Zeit angemessen, was Sie Ihrer Mutter mit einem Brief ankündigen könnten, indem Sie ihr - so wir uns hier - ganz offen über Ihr Erleben und Ihre Verletzungen schreiben.
Im Vierten Schritt könnten Sie dann versuchen, sich vorsichtig Ihrer Mutter wieder anzunähern, z.B. durch ein Telefonat, aber genau darauf hinweisen, was sie nicht hören möchten und warum. Sobald Ihre Mutter dann wieder in einen bösen Ton verfallen sollte, müßten Sie das Gespräch umgehend, aber freundlich beenden, um es dann zu einem späteren Zeitung, mit liebevollem Ton, erneut zu versuchen.
In dieser Weise gibt es ein ganz Reihe von Verhaltensgrundsätzen, wie man sich den Respekt eines, an verletzende Umgangsformen gewöhnten Menschen wieder erringen kann. Aber man muß sich dabei immer auch ein Stück selbst von seiner eigenen Bindung und Verstrickung mit dieser Person befreien, was vielen Leuten gar nicht leicht fällt, die dann oft lieber Zanken, als einen wirklich guten inneren und äußeren Abstand einzuhalten, wobei wie gesagt, ein regelmäßiger Austausch mit einem Fachmann der Seele recht hilfreich und zielführend sein könnte.
Liebe Mone, ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte! Vor allem aber wünsche ich Ihnen nun von ganzem Herzen viel Kraft und Zuversicht, bei dem jetzt so notwendigen nächsten Schritt bei der so wichtigen inneren Befreiung von allem Ärger, Groll und Verletzungen. Dies sollte verbunden sein mit den nötigen inneren und äußeren Abstand zu Ihrer Mutter, damit Ihr Lebenskompaß und der Ihrer kleinen Familie, bald dauerhaft in Richtung echter, unbeschwerter Lebensfreude zeigen kann und sich vielleicht eines Tages, sich wieder ein gutes Einvernehmen mit Ihrer unglücklichen Muttern herstellen läßt!
Für heute Grüße ich Sie recht herzlich als Ihr
Psychomeda-Berater Rainer J. G. Schmidt
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