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Ich fühle mich unwohl und überfordert - was soll ich bloß tun?

Wilhelm (m, 16) aus Dresden: Liebes Psychologen-Team,

ich bin Mitglied in einer Jugendorganisation. Ich übe dort zwei Ämter aus, die beide (unterschiedlich viel) Zeit in Anspruch nehmen. Aus mir unbekannten Gründen fühle ich eine große Belastung, seit ich das zweite Amt übernommen habe. Jedes Mal, wenn ich daran denke, bekomme ich Angst, möchte nicht zu den entsprechenden Veranstaltungen gehen, bin wie gelähmt in der Amtsausübung. Ich meide alles, was damit zusammenhängt, um diesem unangenehmen Gefühl zu entgehen. Selbst Chatnachrichten von Personen, die mit diesem Amt in Verbindung stehen, lösen bei mir Angstzustände aus. Am liebsten würde ich es sofort niederlegen, was sich formell allerdings schwierig gestalten könnte. Darüber hinaus wäre dies sozial äußert problematisch, da ich viele Leute (in Funktion des zweiten Amtes) weiterhin auf Veranstaltungen sehen werde und die Gefahr besteht, dass diese mich nach dem Rücktritt geringschätzen werden. Ich persönlich sehe keinen Ausweg;
Was also soll ich tun?



Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Hallo Wilhelm,

erst einmal möchte ich mich im Namen des gesamten Psychomeda-Teams für dein Vertrauen bedanken. Wenn man nicht mehr richtig weiterweiß, holt man sich einen Rat ein und da bist du bei uns genau richtig! Nun schauen wir uns mal gemeinsam deine Situation an – bestimmt finden wir gemeinsam eine passende Lösung!

Ich möchte dir ein Lob aussprechen: Es ist ganz toll, dass du in einer Jugendorganisation Verantwortung und Arbeit übernommen hast. Ohne Menschen wie dich, würde es solche Organisationen und gemeinnützige Anlaufstellen nämlich gar nicht mehr geben! Wirklich Wilhelm, Hut ab!

Deine Motivation und dein Engagement in Bezug auf die Jugendorganisation hilft allerdings niemandem so richtig weiter, wenn du selbst dabei auf der Strecke bleibst. Es ist mehr als wichtig, dass du selbst zufrieden und glücklich dabei bist, wenn du Verantwortung und Ämter übernimmst. So wie du deine Gefühlswelt in deinem Schreiben geschildert hast, bist du mit oder durch das zweite Amt nicht zufrieden und das ist ein Alarmsignal, auf das du hören solltest. Zum einen kannst du Leistungen nur dann zufriedenstellend erbringen, wenn du selber dahinterstehst und das scheinst du bei dem zweiten Amt schon nicht mehr zu tun. Des Weiteren merken vielleicht auch Leute in deinem Umfeld, dass etwas nicht stimmt. Menschen sind sehr feinfühlig, was so etwas angeht. Es ist wichtig, dass du zufrieden bist und auf dich selbst hörst. Und wenn du (aktuell) nicht zufrieden bist, solltest du etwas an der Situation ändern – da führt kein Weg dran vorbei, außer du möchtest weiterhin in Kauf nehmen, unglücklich zu sein...

Also, was kannst du konkret tun:

1. Du sprichst mit einem deiner Kollegen, Ansprechpartner, Leiter über deine aktuelle Situation und versuchst auch mit dem zweiten Amt eine gangbare Lösung für dich zu finden. Vielleicht gibt es Ideen und Ansätze, auf die du so gar nicht kommen würdest.

2. Du gibst das zweite Amt wieder ab und konzentrierst dich voll und ganz auf dein erstes Amt. Sollte jemand fragen, wieso und weshalb du das zweite Amt aufgegeben hast, kannst du ganz offen und ehrlich antworten, dass es dir über den Kopf gewachsen und zu viel geworden ist. Niemand wir das komisch finden. Jeder wird dir ohnehin dankbar dafür sein, dass du alleine schon ein Amt übernommen hast.

3. Du hinterfragst dich und deine Situation in Bezug auf das zweite Amt noch etwas genauer und tiefer und versuchst herauszufinden, wo genau die schlechten Gefühle und das „Überfordert sein“ herkommen. Hast du das konkret herausgefunden, kannst du eventuell an genau diesen Punkten arbeiten ohne das zweite Amt aufzugeben.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass du auf jeden Fall handelst. Wer mit der aktuellen Situation unzufrieden ist, sollte tätig werden und etwas dafür tun, dass sich die Situation ändert, bzw. verbessert!

Lieber Wilhelm, ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Gedanken und Überlegungen weiterhelfen. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und bin mir sicher, dass du eine gute Lösung finden wirst. Hast du zukünftig wieder Etwas auf dem Herzen, melde dich einfach ...

Über eine Bewertung meiner Antwort würde ich mich freuen.

Liebe Grüße
C. Einig
Bewertung:
Vielen, vielen Dank. Ich werde bei der nächstmöglichen Gelegenheit mit meinem ,,Chef" sprechen und schauen, was sich ergibt.





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