Mir ist alles total egal, am liebsten würde ich sterben
Bavragor (m, 25) aus Westerwald: Hallo. Seit die Beziehung mit meiner Freundin auseinandergebrochen ist - ja ich weiß, dass klingt blöd - geht es mir (gelinde gesagt) besch*ssen. Das ganze ist nun über ein Jahr her, und ich isoliere mich mehr und mehr von der Außenwelt, habe keine Lust mehr irgendetwas zu unternehmen, kann nicht mehr schlafen, habe Selbstmordgedanken. Ich war auch schon beim Psychologen, welcher mir Tabletten verschrieben hat, die als 'häufige Nebenwirkung' eine 'erhöhte Suizidgefahr' haben, obwohl ich dem davon erzählt habe. Das hat mein Vertrauen in diese Ärzte leider stark in Mitleidenschaft gezogen. Am liebsten bin ich mittlerweile auf der Arbeit und würde am liebsten 24 Stunden am Tag arbeiten... Denn sobald ich Feierabend habe, gehts mir wieder katastrophal. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich verliere meine Freunde, weil ich mich nur noch zurückziehe, andererseits versuche ich was zu machen, aber alleine kann ich einfach nicht. Ich sehe keinen Ausweg mehr. Das klingt zwar vielleicht wie eine Lappalie, aber ich würde mittlerweile liebend gern mit jemandem tauschen der im Sterben liegt, weil mir einfach alles so vollkommen egal ist...
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Lieber verzweifelter Bavragor,danke für Ihren Mut und Ihr Vertrauen. Das zeigt, wie ich finde, dass Sie doch gerne leben möchten, aber halt unter anderen Vorzeichen. Sie haben immerhin die Kraft aufgebracht, schon ein Jahr ohne Ihre Freundin zu leben und auch den Versuch gestartet, sich ärztliche Hilfe zu holen. Auch in Ihre Arbeit gehen Sie noch täglich, das ist genauso eine Ressource. Sie haben etwas, das Ihnen doch wieder täglich den Antrieb gibt, dorthin zugehen und etwas zu tun.
Warum gehen Sie davon aus, dass es blöd klingt, wenn es Ihnen nach der Trennung immer noch schlecht geht? Sagt das Ihre Umgebung? Sollen Sie bitte wieder 'funktionieren'? Das geht nicht so einfach, Menschen sind unterschiedlich und gehen unterschiedlich mit Schicksalsschlägen um. Ich halte es für sehr wichtig, noch einmal zu einem anderen Arzt zu gehen und zwar zu einem Pychiater. Selbstmordgedanken sind sehr ernst zu nehmen und bedürfen einer sorgfältigen Abklärung. Ein anderes Medikament sollte überlegt werden und dann natürlich unbedingt eine Psychotherapie. Sie können während einer Therapie herausfinden, warum Sie die Trennung so hart trifft und Strategien entwickeln, wie Sie damit umgehen lernen können. Auch einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik kann ich mir für Sie vorstellen. Der Arzt weiß mehr dazu. Ich schicke Ihnen einen Link mit, noch mehr Info gibt es auf dieser Seite hier unter 'Psychotherapie-Ratgeber'
Therapieplätze haben meist Wartezeit, wenn in der Zwischenzeit wieder einmal alles über Ihnen zusammenschlägt, können Sie bei der Telefonseelsorge anonym und kostenlos anrufen und dort Ihren Schmerz etwas abladen.
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Lieber Bavragor, ich wünsche Ihnen weiterhin Kraft und Mut, kompetente Hilfe und dass Sie bald wieder Freude am Leben haben. Das Leben ist es wert, gelebt zu werden, auch wenn Sie es sich im Moment nicht vorstellen können. Vertrauen Sie auf sich und Ihre Selbstheilungskräfte!
Herliche Grüße und alles Gute!
Claudia Schmitt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
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Danke... so fühlt man sich trotz der Anonymität des WWW nicht allein gelassen...!




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