Eigentlich stark und immer kontrolliert....
nanna (w, 33) aus ingolstadt: Liebes Team!
Ich habe lange und ausgedehnte Zeiten depressiver Episoden in meinem Leben hinter mir, wobei ich sowohl eine Verhaltenstherapie wie auch eine psychodynamische Therapie gemacht habe. Auch zwei Klinikaufenthalte habe ich hinter mir. Die Behandlungen sind nun über 5 Jahre her. Ehemals stark übergewichtig habe ich abgenommen, und das bis auf einen BMI von ca. 17,4. Anschließend musste ich wieder zunehmen, da ich ansonsten große Schwierigkeiten bekommen hätte. Damals hatte ich mich auch gegen eine Behandlung entschieden. Essen ist aber nach wie vor ein großes Thema, auch wenn ich wieder normalgewichtig bin. Nun ist es so, dass ich Nischen für mich gefunden habe, die mir den Alltag einigermaßen bewältigbar machen. Ich habe das Studium und auch das Referendariat abgeschlossen und habe eine Stelle. Allerdings falle ich immer wieder in depressive Phasen (?), bevorzugt in den Ferien, die ich unbedingt zur Erholung bräuchte. Zudem ist da diese bleierne Müdigkeit, die auch nach Ruhe nicht weggeht. Nach der wenig erfolgreichen Therapie habe ich für mich beschlossen, das Thema Depression endgültig für mich abzuschließen und nach vorn zu schauen. Ich bin eigentlich für meine Stärke bekannt und habe mich auch gut unter Kontrolle. Auch war ich mir sicher, dass ich keine Depression mehr habe. Auf der anderen Seite frage ich mich allmählich, ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege. Ich weiß einfach nicht, was zu tun ist. Ich meine, im Grunde bin ich ja eh schon übertherapiert gewesen. Würde denn eine erneute Therapie überhaupt Sinn ergeben, wenn man schon eine so intensive Behandlung durchlaufen hat? Kann das nicht auch eher kontraproduktiv sein?
Nanna
Ich habe lange und ausgedehnte Zeiten depressiver Episoden in meinem Leben hinter mir, wobei ich sowohl eine Verhaltenstherapie wie auch eine psychodynamische Therapie gemacht habe. Auch zwei Klinikaufenthalte habe ich hinter mir. Die Behandlungen sind nun über 5 Jahre her. Ehemals stark übergewichtig habe ich abgenommen, und das bis auf einen BMI von ca. 17,4. Anschließend musste ich wieder zunehmen, da ich ansonsten große Schwierigkeiten bekommen hätte. Damals hatte ich mich auch gegen eine Behandlung entschieden. Essen ist aber nach wie vor ein großes Thema, auch wenn ich wieder normalgewichtig bin. Nun ist es so, dass ich Nischen für mich gefunden habe, die mir den Alltag einigermaßen bewältigbar machen. Ich habe das Studium und auch das Referendariat abgeschlossen und habe eine Stelle. Allerdings falle ich immer wieder in depressive Phasen (?), bevorzugt in den Ferien, die ich unbedingt zur Erholung bräuchte. Zudem ist da diese bleierne Müdigkeit, die auch nach Ruhe nicht weggeht. Nach der wenig erfolgreichen Therapie habe ich für mich beschlossen, das Thema Depression endgültig für mich abzuschließen und nach vorn zu schauen. Ich bin eigentlich für meine Stärke bekannt und habe mich auch gut unter Kontrolle. Auch war ich mir sicher, dass ich keine Depression mehr habe. Auf der anderen Seite frage ich mich allmählich, ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege. Ich weiß einfach nicht, was zu tun ist. Ich meine, im Grunde bin ich ja eh schon übertherapiert gewesen. Würde denn eine erneute Therapie überhaupt Sinn ergeben, wenn man schon eine so intensive Behandlung durchlaufen hat? Kann das nicht auch eher kontraproduktiv sein?
Nanna
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Nanna,immer stark und kontrolliert sein zu müssen, ist das Ihr Thema? Sie schreiben, eigentlich sind Sie für Ihre Stärke bekannt und hier ist schon das Wort „eigentlich“ die Einschränkung. Zwei Therapien und auch Klinikaufenthalte hinter sich zu haben, ist sicher nicht wenig, aber auch nicht übertherapiert. Sie schreiben über Nischen, die Ihren Alltag bewältigbar machen, das klingt sehr anstrengend.
Es kann sein, dass sich Ihre Depressionen wieder melden, auch die bleierne Müdigkeit kann darauf hindeuten. Depressionen können leider nicht einfach „wegbeschlossen“ werden. Und in den Ferien fällt der Druck der Arbeit weg und alles, was kontrolliert war, bricht durch. Ich habe so das Gefühl, dass Sie es sich nicht zugestehen wollen oder können, nicht stark sondern schwach, sprich eventuell wieder depressiv zu sein. Es ist auf jeden Fall schwer, eine psychische Erkrankung bei sich in Erwägung zu ziehen, noch dazu, wenn Sie sich eigentlich wieder gesund wähnten und ich rate Ihnen, nochmals Hilfe zu suchen. Zuerst beim Hausarzt, um körperliche Ursachen auszuschließen und dann evtl. zum Psychiater, um eine medikamentöse Unterstützung auszuloten. Auch in Richtung Burnout sollte abgeklärt werden, damit sich hier nichts manifestiert. Begleitend evtl. doch nochmal eine Therapie, das jedoch ebenfalls mit dem Arzt besprechen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und Sie können sich gerne an mich persönlich wenden!
Herzliche Grüße
Claudia Schmitt kontakt@schmitt-hp-psych.de
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