Alleinerziehend und Trennung vom Freund: Wie lange dauert es die Trennung zu verarbeiten?
maja (w, 33) aus Leipzig: Hallo liebes Psychologenteam,
ich habe mich letztes Jahr von meinem Freund getrennt, nachdem er mich mehrmals mit anderen Frauen betrogen hat und erziehe nun unsere beiden Kinder (2,5) alleine. Bin nun wieder in meine Heimat gezogen und lebe auf dem Land, fühle mich hier aber ziemlich einsam, da ich auch noch nicht viel Kontakt zu den Menschen hier habe (außer meiner Familie), da ich tagsüber arbeiten gehe und nebenbei eine Weiterbildung mache. Ich arbeite derzeit bei meiner Mutter im Büro, merke aber, dass mir das irgendwie keinen richtigen Spaß macht, verdiene wenig Geld, komme mit den Leuten hier auf dem Land nicht so richtig klar (habe lange in Berlin gelebt). In letzter Zeit fühle ich mich immer sehr traurig und niedergeschlagen und kraftlos. Ich habe keine Hoffnung und meine Lebensfreude ist wie weggeblasen. Kurz nachdem ich umgezogen bin hatte ich neuen Lebensmut und alles war gut doch in letzter Zeit denke ich oft daran wieder hier wegzuziehen. Ich bin immer so planlos und kann mich auf nichts wirklich konzentrieren, weil es mir nach einer Weile keinen Spaß mehr macht, so wie die Weiterbildung.
Nach der Trennung fühlte ich mich auch so wertlos und ungeliebt, so verraten. Es tut mir leid für die Kinder, weil sie keine funktionierende Familie haben und einen Papa, der für sie da ist (war es vorher aber leider auch nicht)und ich vermisse auf der einen Seite manchmal eine Beziehung (nicht meine vergangene!), aber auf der anderen Seite merke ich dass ich noch nicht bereit für eine neue bin. Wie lange dauert es die Verletzungen zu verarbeiten? Sollte ich auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen?
Danke für Ihre Antwort!
ich habe mich letztes Jahr von meinem Freund getrennt, nachdem er mich mehrmals mit anderen Frauen betrogen hat und erziehe nun unsere beiden Kinder (2,5) alleine. Bin nun wieder in meine Heimat gezogen und lebe auf dem Land, fühle mich hier aber ziemlich einsam, da ich auch noch nicht viel Kontakt zu den Menschen hier habe (außer meiner Familie), da ich tagsüber arbeiten gehe und nebenbei eine Weiterbildung mache. Ich arbeite derzeit bei meiner Mutter im Büro, merke aber, dass mir das irgendwie keinen richtigen Spaß macht, verdiene wenig Geld, komme mit den Leuten hier auf dem Land nicht so richtig klar (habe lange in Berlin gelebt). In letzter Zeit fühle ich mich immer sehr traurig und niedergeschlagen und kraftlos. Ich habe keine Hoffnung und meine Lebensfreude ist wie weggeblasen. Kurz nachdem ich umgezogen bin hatte ich neuen Lebensmut und alles war gut doch in letzter Zeit denke ich oft daran wieder hier wegzuziehen. Ich bin immer so planlos und kann mich auf nichts wirklich konzentrieren, weil es mir nach einer Weile keinen Spaß mehr macht, so wie die Weiterbildung.
Nach der Trennung fühlte ich mich auch so wertlos und ungeliebt, so verraten. Es tut mir leid für die Kinder, weil sie keine funktionierende Familie haben und einen Papa, der für sie da ist (war es vorher aber leider auch nicht)und ich vermisse auf der einen Seite manchmal eine Beziehung (nicht meine vergangene!), aber auf der anderen Seite merke ich dass ich noch nicht bereit für eine neue bin. Wie lange dauert es die Verletzungen zu verarbeiten? Sollte ich auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen?
Danke für Ihre Antwort!
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe maja,Sie machen momentan eine schwere Lebensphase durch. Zum einen der Umzug von Berlin zurück aufs Land und zum anderen die Trennung von Ihrem Freund. Von beiden Ereignissen weiß man aus Studien, dass sie zu den psychisch stark belastenden Herausforderungen zählen. Ihre depressive Stimmung ist daher völlig normal und nachvollziehbar.
Bei Ihnen scheint mir die Schlüsselfrage zu sein, ob Sie wirklich auf dem Land leben wollen. Ich empfehle Ihnen, sich zunächst etwas Zeit für sich selbst zu nehmen und sich gut zu überlegen, wo Sie leben möchten. Viele, die von Berlin in ländliche Gebiete zeihen, brauchen ein oder zwei Jahre um sich dort wohl zu fühlen. Bei Ihnen vermute ich, dass Sie eigentlich lieber wieder in Berlin leben möchten. Und dann sollten Sie das auch tun. Sie sollten aber ganz in Ruhe darüber nachdenken und sich wirklich Zeit dabei lassen. Wenn Sie sich entscheiden, wieder nach Berlin zu gehen, sollten Sie dazu einen Schritt-für-Schritt Plan ausarbeiten (die Weiterbildung kann ein Teil davon sein).
Ich glaube, dass es Ihnen wieder besser geht, wenn Sie diese Frage für sich beantwortet haben. Wenn Sie an einem Ort leben, an dem Sie wirklich leben möchten, denn werden sich auch alle anderen Dinge viel leichter finden. Sie sollten dabei vor allem an Ihr Wohl denken. Denn wenn es Ihnen gut geht, spüren das auch Ihre Kinder – und es ist oft der innigste Wunsch der Kinder, dass es ihrer Mutter gutgeht. Kinder können auch gut ohne Vater aufwachsen, wenn sie in der Mutter eine gute, verlässliche Bezugsperson haben – zumal wenn sich der Vater eh nicht gekümmert hat. Aber sprechen Sie ruhig mit den Kindern über ihren Vater und warum Sie sich getrennt haben – auch kleine Kinder sind bereits in der Lage, das im Grunde zu verstehen.
Um die Trennung zu verarbeiten, sind ein bis zwei Jahre normal. Vielleicht sollten Sie diese Zeit noch in Ruhe auf dem Land verbringen um Abstand zu gewinnen und dann einfach wieder nach Berlin zurückkehren. Psychologische Hilfe in Form einer Therapie sollten Sie erst in Anspruch nehmen, wenn es Ihnen nach einem halben Jahr noch nicht wieder besser geht, oder wenn Sie Selbstmordgedanken haben. Fast jede Gemeinde bietet jedoch auch Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für Familien und Alleinerziehende an, was sehr sinnvoll sein kann.
Alles Gute
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