Verrenne ich mich in diese Beziehung?
Sonnenblume (w, 29) aus Hannover:
Guten Tag.
Ich bin in einen Mann, Stefan (30), verliebt. Leider wohnen wir 420 km auseinander, wir sehen uns ca. 1-2 Mal pro Monat für 3-4 Tage. Ansonsten haben wir mehrmals täglich Kontakt und telefonieren viel.
Alles fühlt sich sehr vertraut an, wir haben viele Gemeinsamkeiten und können über alles reden, solange nicht das Wort 'Beziehung' fällt. Ich hatte 2 lange Beziehungen (7 und 3 Jahre) und vergleichend kann ich sagen, dass mit Stefan alles sehr harmonisch ist und sich absolut wie eine Beziehung anfühlt.
Er distanziert sich jedoch, sobald ich mit ihm darüber reden möchte, er betont immer wieder, es sei nur 'wie' eine Beziehung. Er nennt mich Schatz und begrüßt mich jeden Morgen mit einer Nachricht. Er plant Urlaub mit mir. Warum will er mich nicht offiziell als seine Partnerin bezeichnen?
Er sagt, er brauche sehr viel Zeit, zumal seine längste Beziehung 1/2 Jahr gedauert habe und diese auch schon 7 Jahre her sei. Für ihn sei alles Neuland und er habe außerdem Angst, seine Freiheit zu verlieren und verlassen zu werden, sobald er sich bindet. Ich solle ihm mehr Zeit geben.
Allmählich werde ich jedoch ungeduldig, er kennt mich wirklich sehr gut und das Pendeln ist Zeit- und Geldintensiv. Ich habe das Gefühl, dass er einfach Angst vor seinen eigenen Gefühlen hat.
Was soll ich tun, damit daraus eine ernsthafte Beziehung wird (die es gefühlt ja schon ist)? Verrenne ich mich? Bin ich nur ein netter Zeitvertreib und ein Versuchskaninchen zum Erfahrungensammeln?
Für einen Rat wäre ich dankbar.
Liebe Grüße, Sonnenblume
Guten Tag.
Ich bin in einen Mann, Stefan (30), verliebt. Leider wohnen wir 420 km auseinander, wir sehen uns ca. 1-2 Mal pro Monat für 3-4 Tage. Ansonsten haben wir mehrmals täglich Kontakt und telefonieren viel.
Alles fühlt sich sehr vertraut an, wir haben viele Gemeinsamkeiten und können über alles reden, solange nicht das Wort 'Beziehung' fällt. Ich hatte 2 lange Beziehungen (7 und 3 Jahre) und vergleichend kann ich sagen, dass mit Stefan alles sehr harmonisch ist und sich absolut wie eine Beziehung anfühlt.
Er distanziert sich jedoch, sobald ich mit ihm darüber reden möchte, er betont immer wieder, es sei nur 'wie' eine Beziehung. Er nennt mich Schatz und begrüßt mich jeden Morgen mit einer Nachricht. Er plant Urlaub mit mir. Warum will er mich nicht offiziell als seine Partnerin bezeichnen?
Er sagt, er brauche sehr viel Zeit, zumal seine längste Beziehung 1/2 Jahr gedauert habe und diese auch schon 7 Jahre her sei. Für ihn sei alles Neuland und er habe außerdem Angst, seine Freiheit zu verlieren und verlassen zu werden, sobald er sich bindet. Ich solle ihm mehr Zeit geben.
Allmählich werde ich jedoch ungeduldig, er kennt mich wirklich sehr gut und das Pendeln ist Zeit- und Geldintensiv. Ich habe das Gefühl, dass er einfach Angst vor seinen eigenen Gefühlen hat.
Was soll ich tun, damit daraus eine ernsthafte Beziehung wird (die es gefühlt ja schon ist)? Verrenne ich mich? Bin ich nur ein netter Zeitvertreib und ein Versuchskaninchen zum Erfahrungensammeln?
Für einen Rat wäre ich dankbar.
Liebe Grüße, Sonnenblume
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Sonnenblume,ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Die harmonische Beziehung zu Ihrem Partner könnte vor allem dadurch bestehen, dass es eine geografische Distanz gibt, die immer wieder überbrückt werden muss. Sobald sie als Paar zusammenziehen würden, könnte sich die Beziehungsdynamik massgeblich ändern.
Ob Sie für Ihren Partner nur ein Zeitvertreib oder Versuchskaninchen sind, vermag ich nicht zu sagen. Das kann nur er klären. Wichtiger erscheint mir jedoch, dass Sie ungeduldig und zugleich misstrauisch werden.
Wenn wir bei dem bleiben, was Ihr Partner als Erklärung angibt, dann lässt sich hier am ehesten eine Bindungsstörung vermuten. Die Angst vor dem Verlassen werden bei gleichzeitig starkem Bedürfnis nach Autonomie könnte darauf hindeuten. Zudemhat seine längste Beziehung bisher nur ein halbes Jahr gedauert, d.h. sie war nach der Verliebtheitsphase wieder zu Ende. Es ist also zu vermuten, dass Ihr Freund über keinerlei Erfahrungen verfügt, wie man eine feste, verbindliche Beziehung in räumlicher Nähe führt.
Zum weiteren Verständnis könnte es hilfreich sein, wenn Sie seine ersten, frühen Bindungserfahrungen mit nahen Bezugspersonen näher betrachten. Ich nehme an, dass dies aufschlussreich sein kann.
Doch bei allem Verständnis müssen letztlich Sie entscheiden, ob Sie ihm diesen Freiraum, den er benötigt, weiterhin geben möchten. Es wäre auf jeden Fall nicht gut, ihn unter Druck zu setzen. Leichter wäre es, wenn er sich therapeutische Begleitung suchen würde, um sich sich mit seiner Bindungsthematik auseinander zu setzen. Doch dieser Impuls müsste von ihm ausgehen, z.B. weil er selbst einen Leidensdruck verspürt. Das kann ich in ihren Zeilen nicht erkennen; der Leidensdruck scheint eher momentan auf ihrer Seite zu liegen.
Grundsätzlich würde ich Ihnen empfehlen, weiter im Gespräch zu bleiben, zu versuchen, sich anzunähern unter ehrlicher, offener Einbeziehung aller möglichen Ängste.
Ich wünsche Ihnen alles Gute. Für eventuelle Rückfragen oder eine weiterführende Beratung stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Viele Grüße
Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
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