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Soll ich meinem Herzen folgen und mich trennen?

Michael (m, 38) aus Frankfurt: Meine Frau und Ich sind seit 15 Jahren verheiratet und wir haben ein 4 Jahre alten Sohn.

Unsere Beziehung immer mehr eingeschlafen und wir führen jetzt nur noch eine Zweckbeziehung.
Wir streiten nicht viel und ziehen auch an einem Strang bei der Beziehung, nur Sexuell läuft garnichts mehr und selbst das in Arm nehmen haben wir schon weggelassen.

Meine Frau hat mir schon gesagt, dass sie eigentlich nur wegen dem Kind mit mir zusammen ist und das Haus definitiv halten möchte, da es auf einem Familiengrundstück(ihrer Familie) gebaut wurde.

Bei mir ist es nun passiert, das ich eine andere Frau kennengelernt und sie auch geküsst habe. Meine Hormone und Kopf spielen nun total verrückt und ich kann keine klare Entscheidung treffen.

Ich mag meine Ehefrau und ich habe damit ein Riesenproblem sie anzulügen bzw. sie zu betrügen , noch mehr plagt mich der Gedanke, meinem Sohn so etwas anzutun, obwohl ich sozusagen sein Vorbild für Ihn bin.
Dennoch fühle ich mich zu der neuen Frau sehr hingezogen und möchte am liebsten sehr viel Zeit mit Ihr verbringen.

Das größte Problem für mich ist, die Konsequenz zu haben, das ich mein Sohn wahrscheinlich bei der Trennung weniger sehen würde. Genauso die finanziell Einschnitte. Sie arbeitet nur in einem Teilzeit Job und ist mit Erziehung,Kindergarten und Job am Limit ihrer Kräfte.

Das ganz gut funktionierende Kartenhaus würde halt zusammen fallen.

Gibt es einen weg, wie man das Familienglück doch noch retten kann oder sollte man seinem Herzen folgen und sich trennen?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Lieber Michael,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Sie haben sich in eine Frau verliebt und werden sich nun immer bewusster, dass Ihre Ehe nur noch eine Zweckgemeinschaft ist. Auch Ihre Frau empfindet es im Grunde so und insofern steht einer offenen und ehrlichen Aussprache mit Konsequenzen nichts im Weg.

Wenn Sie sich trennen, gibt es dennoch genügend Möglichkeiten, weiterhin ein verantwortungsvoller Vater für Ihren Sohn zu sein. Sie können Ihre Frau weiterhin in der Kinderbetreuung unterstützen, auch finanziell.

Ihr Sohn bekommt momentan eine elterliche Beziehung vorgelebt, in der kaum emotionale oder körperliche Nähe stattfindet. Er wird verinnerlichen, dass Liebesbeziehungen Zweckgemeinschaften sind, in denen man ausharrt, weil man sich wegen Kindern, Haus oder Finanzen nicht trennen kann. Und vielleicht später Bindungsängste entwickeln.

Was ich damit sagen will, ist, dass Sie Ihren Sohn nicht vor negativen Erfahrungen schützen können. Entscheidend ist jedoch, wie ehrlich in Ihrer Familie miteinander kommuniziert wird. Machen Sie Ihrem Sohn nichts vor, er spürt bereits ohnehin die Veränderung.

Auch wenn es nicht leicht wird, nutzen Sie Ihre Verliebtheit dazu, die schon längst anstehenden Veränderungen in Ihrer Partnerschaft zu vollziehen und darauf zu achten, dass dies in Respekt, Achtsamkeit und auf zutiefst freundschaftlicher, verbundener Basis geschieht. Dann wird auch Ihr Sohn wahrnehmen, dass sich seine Eltern zwar trennen, aber trotzdem weiterhin für ihn da sind und ihre Beziehung wird endlich authentisch erfahrbar.

Ich wünsche Ihnen alles Gute -
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie



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