Navigation Psychomeda.de
Das Psychologie-Portal

Alkohol in der Beziehung

amelie (w, 17) aus nürnberg: Hallo, ich bin seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Ich wusste, dass er Probleme hat, mit sich selber und der Familie. Vor kurzem ist ein Familienmitglied von ihm gestorben und er bekam ,Psychosen', in denen er wie in einem Film lebt und verwirrende Dinge sagt. Das passiert aber nur wenn er Alkohol zu sich nimmt. Er meinte auch, dass diese ,Psychosen' früher schon da waren, als seine Mutter gestorben ist. Wir denken es handelt sich um eine zweite Persönlichkeit, die unendlich viel Hass empfindet. Ich möchte ihm wirklich gerne helfen, gegen diesen Hass anzukämpfen, doch ich weiß nicht wie. Wenn sein ,zweites Ich' rauskommt, beleidigt er sehr heftig, wobei es mir schwer fällt ruhig zu bleiben. Er redet auch davon, dass er eventuell ein Dämon ist und dieser seine jetzige ,Hülle' beiseite drängen will. Wenn er so ist, kann man ihn kaum beruhigen. Anfangs kam das nur ganz selten, mittlerweile jedoch kann man fast von täglich sprechen. Er war schon bei vielen Psychologen und Therapeuten aber keiner konnte ihm helfen. Er leidet wirklich sehr darunter und das möchte ich schnellst möglich beenden.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Amelie,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gerne beantworten möchte.
Sie schildern, dass Ihr Freund schon mindestens zwei schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte, die wohl auch zu einer instabilen psychischen Situation bei ihm geführt haben.
Diese Verluste kann er sehr schwer ertragen; er reißt sich aber wahrscheinlich die meiste Zeit zusammen.
Der Alkohol dient ihm dann als “Ventil” nach dessen Genuss er Verlustgefühle, Ängste und Trauer vermehrt zulassen kann. Die führt dann oftmals zu einer “Entladung” seines ganzen Schmerzes und somit auch zu auffälligen Verhaltensweisen.
Sie schreiben, dass er Psychosen bekommen hat. Sind diese tatsächlich so diagnostiziert worden, oder ist es eher so eine pauschale Einschätzung von Ihnen?
Wichtig ist, dass Sie und Ihr Freund noch einmal mehr ärztlichen, bzw. psychologischen Rat an Ihrem Wohnort einholen sollten, um Verhaltensweisen zu erlernen, mit dem Schmerz und der Trauer umzugehen. Auch kann häufiger Alkoholkonsum zu einer Verstärkung dieser Symptome führen… .
Da Sie schreiben, dass diese Verhaltensweisen jetzt fast täglich zu beobachten sind, gehe ich davon aus, dass der Alkoholkonsum mittlerweile auch gestiegen ist.
Unter Umständen sollte Ihr Freund auch an eine professionell geführte Suchttherapie denken, bei der im Fokus das Minimieren des Alkoholkonsum liegen sollte. In diesem Zuge könnte er natürlich die dahinterliegenden Probleme äußern.
ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder neuen Mut machen und einen guten Weg weisen konnte! Für Rückfragen stehe ich Ihnen auch weiterhin gerne unter email: merkle.mediator@googlemail.com zur Verfügung. Im Gegenzug würde ich mich über eine Bewertung und kurze Kommentierung dieser kostenlosen Antwort sehr freuen.

Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen
und lieben Grüßen als Ihr Psychomeda-Berater

Oliver Merkle


Mehr zum Thema auf Psychomeda

Online-Beratung

Auf Psychomeda beantworten Psychologen und Therapeuten Ihre Fragen unentgeltlich. Jetzt online Ihre Frage stellen...


Therapeuten

Zuletzt aufgerufene Therapeuten-Seiten. Therapeut, Coach, Berater? Eintragen...


Beliebt auf Psychomeda


TwitterSocial Feed



Folgen Sie uns auf Twitter


Qualität

Psychomeda ist ein unabhängiges psychologisches Informations- und Beratungsportal von Psychologen und Therapeuten. Wir informieren evidenzbasiert und auf wissenschaftlicher Grundlage. Weiter