Lebendige Prozesse
Im Jahre 1999 verfasste ich meine ersten Essays zum Thema Kunsttherapie und “Lebendige Prozesse“. Aus der anwachsenden Sammlung wurde schliesslich im Jahre 2004 ein Buch, welches im Wirkstatt-Verlag veröffentlicht wurde. Es stellte eine erste reflektierende Arbeit auf meine bis dahin gemachten Erfahrungen als Kunsttherapeut dar. Wenngleich der Inhalt aus heutiger Sicht manchen Revisionen bedarf, so beinhaltet er dennoch einige Kernaussagen, die immer noch zentrale Faktoren der therapeutischen Arbeit sind. - von Urs Weth, Oct 2015
Kunsttherapie? Was ist denn das? Landläufig wird der Begriff Therapie nur mit einigen wenigen schulmedizinischen Verfahren in Verbindung gebracht. Krankheits-„bekämpfung" geschieht aus dem aktuellen Verständnis vieler Zeitgenossen entweder durch Medikamente und Anwendungen oder bestenfalls noch durch ein psychotherapeutisches Gespräch, wenn es sich um seelische Störungen handelt.
Dass eine Therapie mit künstlerischen Mitteln zu einem Erfolg führen könne, wird vielerorts kaum für möglich gehalten. Krank fühlt man sich nur dann, wenn die Gelenke weh machen oder der Kopf schmerzt oder auch wenn der Magen in Unordnung geraten ist. Heilen heisst hier meistens nur Schmerz beseitigen und Symptome bekämpfen.
Aber Krankheit ist auch immer ein Ungleichgewicht zwischen aufbauenden und abbauenden Kräften. Hier beginnt das Wirkungsfeld von prozessorientierten Therapien, wie z.B. eine solche mit künstlerischen Mitteln. Durch Belebung oder Herabdämpfung dieser polaren Kräfte, erreicht der Handelnde Gleichgewicht und somit (Selbst-) Heilung.
Mit der Arbeit "Lebendige Prozesse" wurde der Versuch gemacht, dem interessierten Leser das Gebiet der anthroposophischen Kunsttherapie etwas näher zu bringen. Dabei kann die Sache nie in erschöpfender Weise behandelt werden. Das Buch war selbst einem dauernden Wandel unterlegen, wurde laufend ergänzt, neu umgeschrieben und wieder verbessert. Es sollte selbst aus einem lebendigen Prozess heraus entstehen. Und das Buch sollte ein stetig wachsender, schöpferischer Akt bleiben, welcher aus dem immer neu sich übenden Nachklang der Therapietätigkeit entspringt.
So wurde der Umfang im Laufe des Lernprozesses immer größer, differenzierter und die Zusammenhänge umfassender.
Diese Methode des Schaffens war und ist mir wichtig und spiegelt auch Wesentliches aus der eigenen therapeutischen Arbeit wieder. Es wird zunächst ein Mangel an klaren Strukturen, an intellektueller Gliederung und regelkonformen Anweisungen erkennbar sein.
Dennoch ist einer verbalen Auseinandersetzung über die besprochene Kunsttherapie nur dadurch gerecht zu werden, dass sie selbst als wachsendes, lebendiges und ringendes Gebilde wesentlich aus der therapeutischen Tätigkeit heraus entsteht und immer offen und wandelbar bleibt.
Dass eine Therapie mit künstlerischen Mitteln zu einem Erfolg führen könne, wird vielerorts kaum für möglich gehalten. Krank fühlt man sich nur dann, wenn die Gelenke weh machen oder der Kopf schmerzt oder auch wenn der Magen in Unordnung geraten ist. Heilen heisst hier meistens nur Schmerz beseitigen und Symptome bekämpfen.
Aber Krankheit ist auch immer ein Ungleichgewicht zwischen aufbauenden und abbauenden Kräften. Hier beginnt das Wirkungsfeld von prozessorientierten Therapien, wie z.B. eine solche mit künstlerischen Mitteln. Durch Belebung oder Herabdämpfung dieser polaren Kräfte, erreicht der Handelnde Gleichgewicht und somit (Selbst-) Heilung.
Mit der Arbeit "Lebendige Prozesse" wurde der Versuch gemacht, dem interessierten Leser das Gebiet der anthroposophischen Kunsttherapie etwas näher zu bringen. Dabei kann die Sache nie in erschöpfender Weise behandelt werden. Das Buch war selbst einem dauernden Wandel unterlegen, wurde laufend ergänzt, neu umgeschrieben und wieder verbessert. Es sollte selbst aus einem lebendigen Prozess heraus entstehen. Und das Buch sollte ein stetig wachsender, schöpferischer Akt bleiben, welcher aus dem immer neu sich übenden Nachklang der Therapietätigkeit entspringt.
So wurde der Umfang im Laufe des Lernprozesses immer größer, differenzierter und die Zusammenhänge umfassender.
Diese Methode des Schaffens war und ist mir wichtig und spiegelt auch Wesentliches aus der eigenen therapeutischen Arbeit wieder. Es wird zunächst ein Mangel an klaren Strukturen, an intellektueller Gliederung und regelkonformen Anweisungen erkennbar sein.
Dennoch ist einer verbalen Auseinandersetzung über die besprochene Kunsttherapie nur dadurch gerecht zu werden, dass sie selbst als wachsendes, lebendiges und ringendes Gebilde wesentlich aus der therapeutischen Tätigkeit heraus entsteht und immer offen und wandelbar bleibt.
Online-Beratung
Auf Psychomeda beantworten Psychologen und Therapeuten Ihre Fragen unentgeltlich. Jetzt online Ihre Frage stellen...
Therapeuten
Zuletzt aufgerufene Therapeuten-Seiten. Therapeut, Coach, Berater? Eintragen...
Beliebt auf Psychomeda
Social Feed
Folgen Sie uns auf Twitter
Qualität
Psychomeda ist ein unabhängiges psychologisches Informations- und Beratungsportal von Psychologen und Therapeuten. Wir informieren evidenzbasiert und auf wissenschaftlicher Grundlage. Weiter