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Nach sexueller Missbrauchserfahrung kann ich es nicht ertragen, wenn mein Mann sich selbstbefriedigt

Mausi333 (w, 39) aus Nürnberg: Hallo

Ich litt vor Jahren unter Magersucht und Bulimie, habe eine Borderline diagnostiziert bekommen. Bin das 2.Mal verheiratet. Beide berufstätig in Wechselschicht, so dass wir uns kaum sehen. Aus meiner ersten Ehe hielt 13 Jahre. Mit meinem jetzigen Ehemann bin ich 5 Jahre zusammen.

Meine ganzen Probleme wie Essstörungen, Angstzustände, Borderline, Suizidversuche entstanden durch ein sexuellen Missbrauch vor Jahren. Habe 4 stationäre Therapien hinter mir. Wodurch ich von der Essstörung ganz weg bin. Die Angstzustände (die bei mir durch Anschreien, Streit) verursacht werden, bestehen weiterhin. Auch Anfälle werden dadurch ausgelöst, wie Epilepsie mit Krämpfen.

Mein jetziges Problem ist, dass ich meinen Mann beim Selbstbefriedigen nachts, als er neben mir lag, erwischt habe. In dem mir fast die Luft weg blieb. Mein Herz schlug so schnell, ich war wie gelähmt, übel...ich konnte einige Monate nicht mehr nebem ihm schlafen und wenn ich mich doch mal überwand, dann umklammerte ich ihn im Bett so, dass ich die Kontrolle hatte.

Unter Tränen erzählte ich ihm kurz darauf von meinem Problem. Er versprach mir, es sein zu lassen, wenn ich im Haus bin. Kürzlich ist es wieder passiert. Ich ekel mich jetzt dermaßen vor ihm. Ich weiß, dass es das Normalste für einen Mann ist, aber ich komme damit nicht klar. Meine erste Ehe ist daran gescheitert.

Schlafe unten im Wohnzimmer auf der Couch und immer der Gedanke dabei, er tut es wieder. Was soll ich machen? Wie soll ich damit umgehen?

LG

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Mausi333,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Sie schreiben, Sie haben bereits 4 stationäre Therapien hinter sich. Auf diese Weise haben Sie Ihre Essstörung erfolgreich hinter sich lassen können, was schon sehr viel ist.

Der Ekel, den Sie erleben, wenn Ihr Mann sich selbst befriedigt, hat etwas mit Ihrer traumatischen Erfahrung des sexuellen Missbrauchs zu tun. Sie fühlen sich deshalb bedroht durch seine sexuelle Handlung. Es funktioniert wie ein Trigger, der in Ihnen Kampf- (umklammern und festhalten) oder Fluchtimpulse (schlafen auf der Couch) auslöst.

Aus meiner Sicht wäre es sehr hilfreich, wenn Sie eine Traumatherapie durchführen würden. Es gibt verschiedene Methoden. Nicht jeder Ansatz hilft jedem Betroffenen gleichermaßen. Ich weiß nicht, ob Sie bei Ihren stationären Aufenthalten schon explizit traumatherapeutisch behandelt worden sind. Falls ja, dann wäre es wichtig, dies ambulant fortzusetzen. Falls nein, wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen.

Ich möchte Ihnen in dem Zusammenhang Somatic Experiencing (SE) nach Dr. Peter Levine empfehlen, eine Methode zur Traumabewältigung, die durch ihre kleinschrittige Vorgehensweise eine mögliche Retraumatisierung weitest gehend ausschließt und bei der die belastenden Inhalte nicht unbedingt erzählt werden müssen, um die gespeicherte, traumatische Aktivierung im Nervensystem zu lösen. Vielleicht mögen Sie einmal eine Sitzung bei einem ausgebildeten SE-Therapeuten ausprobieren, um zu sehen, ob Ihnen das weiterhelfen könnte.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie

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