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Wie weit kann man psychisch kranke Angehörige unterstützen?

Klaus (m, 32) aus Köln: Guten Tag
Ich bin mit meiner Frau seid 5 Jahren zusammen und seid 3 verheiratet wir haben eine kleinen Sohn von fast 2 Jahren. Meine Frau und ich haben in unserem Zusammen Sein schon sehr viel zusammen durch gemacht. Von Eileiter Schwangerschaft bis zur Geburt unseres Sohnes. Sie hatte eine sehr unschöne Kinderheit , woran sie heute noch arbeitet. Sie war schon mehrfach vor unserer Zeit in einer Klinik und in Behandlung. Seid einem halben Jahr hat sie wieder starke Depressionen und ist jetzt aktuell in einer Klinik. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie alles was wir uns erarbeitet und aufgebaut haben jetzt hin schmeißen will und was Neues anfangen möchte. Sie sagt, dass sie sich ihrer Gefühle zu mir nicht mehr sicher ist und ob es für eine Partnerschaft reicht. Ich habe die Vermutung, dass noch jemand anderes im Spiel ist der sie nur als lustige fröhliche Person kennt, was sie auch gut und lange spielen kann.
Meine Befürchtung ist, dass sie jetzt dafür alles hinschmeist und am Ende vielleicht was Schlimmes passiert. In der Klinik ist sie wegen vielen Sachen von Kindheit bis heute. Und natürlich auch wegen den ganzen Sachen, die in der Zeit unserer Partnerschaft passiert sind.
Ich stehe ihr die ganze Zeit zur Seite und bin immer für sie da, aber ich weiß auch nicht wie lange ich das selber noch durchhalten kann.
Können sie mir einen Rat oder Tipp geben was ich noch machen oder tuen kann.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Guten Morgen,

wie ich Ihrer Fragestellung entnehme, unterstützen Sie Ihre
Frau schon seid vielen Jahren, toll wenn man sich so auf seinen Partner verlassen kann.
Auch jetzt, machen Sie sich viele Gedanken und kümmern sich wahrscheinlich, da Ihre Frau in der Klinik ist, vermehrt um den gemeinsamen Sohn. Der Sie jetzt bestimmt noch mehr braucht.
Einen psychisch kranken Angehörigen zu unterstützen ist ein schwierige Aufgabe, Sie erfordert sehr viel Geduld und Kraft. Leider vergessen die Angehörigen dann häufig noch mit Ihrer Kraft zu haushalten. Denken Sie daran, Ihr Sohn braucht auch noch Kraft von Ihnen und für Sie selbst sollte auch noch was über bleiben!
In der Therapie entwickeln sich die Klienten in verschiedenste Richtungen weiter, was es den Angehörigen manchmal schwer macht, dran zubleiben. Außerdem sind Klinikaufenthalte sehr emotional intensive Erfahrungen, die der Betroffene nicht mit dem Angehörigen teilen kann. Regelmäßige Angehörigen Gespräche und gemeinsame Zeit, sind da sehr wichtig.
Wenn. Sie das Gefühl haben, Ihre Frau, hat andere Pläne für die Zukunft und Ihr Leben, sprechen Sie es beim Gespräch offen an.
Teilen Sie ruhig Ihre Betroffenheit und Irritation mit. Erwarten Sie jedoch nicht, dass Ihre Frau dann sofort Ihre Bedenken und Ängste versteht. Sie betrachtet die Situation und Alles was gewesen ist, aus einem völlig anderen Blickwinkel. Menschliche Wahrnehmungen können total unterschiedlich sein.
Ihre Frau wird Ihnen sicher auch für die Zeit, wo Sie zu Ihr gestanden haben, dankbar sein. Jedoch, ist die Entscheidung Ihrer Frau, wie Sie ihr Leben weiter führen möchte, nicht an diese Dankbarkeit gebunden. Ich denke, Sie tuen gut daran, Ihre Situation weitergehends zu klären, Ihre eigenen Gefühle zu überprüfen und mögliche Schlüsse und Verhaltensweisen daraus zu entwickeln. Machen Sie sich nicht abhängig von dem was, Ihre Frau alleine möchte, finden Sie auch raus, was Sie wollen und formulieren Sie Ihre Wünsche und Vorderungen so klar wie es geht. Die Entwicklung und Stimmung Ihrer Frau sollte nicht alleine den Weg bestimmen. Erst wenn Sie sich positionieren, wird wieder Klarheit in die Situation kommen. Viel Kraft, viele Grüße und bis dahin Martina Drecker





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