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Ich würde gern zur Therapie gehen, traue mich aber nicht

Leonie (w, 18) aus Düsseldorf: Ich würde gerne zur Therapie gehen, traue mich aber nicht.

Immer wenn ich mir vorstelle, psychologische Hilfe aufzusuchen, habe ich das Gefühl, dass ich in der Sitzung nicht offen über das reden könnte, was mich zurzeit belastet und anfangen würde zu weinen. Auch wenn das, denke ich mal, nicht schlimm ist und Psychologen oder Therapeuten damit umgehen können, wäre es mir sehr unangenehm. Es ist zwar alles nur in meinem Kopf, aber manchmal haben Vorstellungen einfach zu viel Macht über einem.

Hinzu kommt noch meine Sozialphobie, die es mir überwiegend erschwert mit Autoritätspersonen zu reden und ich deshalb noch weniger über meinen inneren Zustand reden kann.

Wie könnte ich diese unbegründeten Ängste überwinden?

Außerdem weiß ich auch nicht wirklich wie man zur Therapie geht, so dämlich das auch klingt. Geht man einfach zu Therapeuten und sagt, dass es einem schlecht geht oder muss man erstmal etwas anderes machen, wie beispielsweise zum Hausarzt gehen?

Vielen Dank für ihre Zeit. Viele Grüße.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Leonie,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Vorstellungen sind meist schlimmer als die Realität und können dafür sorgen, dass man sich neuen Erfahrungen gar nicht erst stellen möchte. Dies ist eine ganz normale Reaktion auf etwas Ungewisses. Etwas, das man nicht einschätzen kann, führt erstmal zur Verunsicherung und löst Ängste aus.

Sie haben das schon ganz gut erkannt. Denn gleichzeitig ist der Wunsch vorhanden, eine Therapie zu beginnen und sich helfen zu lassen. Insofern müssen Sie Ihre Ängste nicht vorher überwinden, sie können MIT Ihren Ängsten auf Therapeutensuche gehen. Sie sind zugleich schon das Thema, mit dem Sie zur Therapie gehen.

Es gibt 3 Richtlinienverfahren, die von den Krankenkassen finanziert werden: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychtherapie und Psychoanalyse. Alle 3 kommen prinzipiell in Frage.

Sie können zu Ihrem Hausarzt gehen und um eine Therapeutenempfehlung bitten. Da Sie keine Überweisung benötigen, können Sie aber auch selbst Therapeuten anrufen und nach einem Therapieplatz fragen. Sagen Sie einfach, dass es Ihnen sehr schlecht geht, welche Symptome Sie haben und dass Sie unter einer Sozialphobie leiden. Das reicht für den Erstkontakt aus.

Da die Therapienachfrage recht hoch ist, brauchen Sie eventuell etwas Geduld für die Suche. Falls Sie die Therapie selbst finanzieren können, stehen Ihnen auch freie Psychotherapeuten zur Verfügung, die auch mit anderen Verfahren arbeiten, wie z.B. Körpertherapie.

Wenn Sie einen Therapeuten finden, der Ihnen einen Platz anbieten kann, führen Sie zunächst nur 1-3 Erstgespräche. Sie können dann für sich prüfen, ob Sie sich eine therapeutische Zusammenarbeit vorstellen könnten oder nicht. Falls nicht, suchen Sie einfach weiter.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut für den nächsten Schritt -
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie





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