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Mit ACT sich selbst finden und seinen eigenen Weg gehen

Andokkei (w, 22) aus Erfurt : Ich habe vor kurzem eine Beziehung unfreiwillig verloren. Diese Beziehung ging 2 Jahre und war geprägt durch einen Wechsel von Nähe und Distanz da mein Partner bindungskrank ist und nun haben wir von heute auf morgen seid 1,5 Monaten keinen Kontakt mehr. Diese Beziehungsdynamik hat mich emotional abhängig gemacht obwohl er mich seelisch und körperlich geschändet hat. Nun schreit jede Zelle in meinem Körper das ich ihm hinterher rennen sollte obwohl er mir deutlich macht das er keine Beziehung führen kann. Das ganze triggert meinen Vaterkomplex der seither in mir das Bewusstsein von ich muss für Liebe kämpfen, ich muss Leistung bringen um gesehen zu werden und ich bin nicht gesehen, nicht liebenswert und ich werde nicht gewählt prägt. Ich stecke in einer sehr depressiven Phase und leide aktuell unter akuter Einsamkeit obwohl ich ein funktionierendes Umfeld und soziale Interaktion auch mit Austausch über meine Situation habe. Ich werde ihn leider gezwungenermaßen in vier Monaten in einem wichtigen Praktikum wiedersehen. Das zerreißt mich. Was soll ich tun?! Wie kann ich mich stabilisieren? Wie überwinde ich ihn? Finde ich jemals wieder jemanden der mich glücklich machen kann? Wieso ist das Leben so schmerzhaft?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Andokkei,
Gerade im Moment hast du den Eindruck dein ganzes Leben fällt in sich zusammen. Doch du bist nicht allein. Jedem von uns passieren unangenehme Situationen. In diesen Situationen haben wir den Eindruck der Boden unter unseren Füßen verschwindet und wir fallen endlos. Diese Situationen sind nicht zu beschönigen. Sie sind herausfordernd, haben jedoch auch eine große Kraft des Lernens und Wachsens.
Wir gehen gerade viele Gedanken durch den Kopf und sie Sorgen dafür, dass es dir schlecht geht. Du bist mit deinen Gedanken verstrickt, sie ziehen dich in eine Richtung und lösen unangenehme Gedanken und Gefühle aus. Dies führt dazu, dass du deine eigenen Ziele und Werte aus den Augen verlierst. Um diese Verstrickung zu bemerken, benötigst du Aufmerksamkeit auf deine Gedanken und Gefühle. Eine Möglichkeit dazu wäre, sich beim Denken zuzuschauen. Zum Beispiel kannst du dir einen Fluss vorstellen, auf welchem Blätterr schwimmen und jeden aufkommenden Gedanken legst du auf ein Blatt und lässt es langsam den Fluss dahin schwimmen. Hierbei bist du ganz aufmerksam beim Beobachten deiner Gefühle und Gedanken, ohne in einer Handlung zu gehen. Diese Übung gibt die Möglichkeit deine Gedanken aus einer gewissen Distanz heraus zu beobachten, um entscheiden zu können, ob du nach diesen Gedanken handeln möchtest oder einen anderen Weg gehst. Dazu stellt sich die Frage, welchen Weg gehen möchtest du gehen? Um dies herauszufinden, machst du dir Gedanken über deinen Umgang mit dir selbst und wie du dein eigenes Leben gestalten möchtest? Bei jeder ausgeführten Handlung überlegst du dir, ob du dich genau nach diesen Werten verhalten hast oder dein Verhalten hinzu deinen Werten verändern möchtest.
Dir noch weitere Tipps für den Anfang zu geben empfehle ich dir das Buch von Russ Harris: Wer vor dem Schmerz flieht, wird von ihm eingeholt. Er ist Psychologe und Lehrer der Achtsamkeits und Commitment Therapie. Meine zuvor beschriebenen Techniken gehören dieser Verhaltenstherapie Art an.
Solltest du noch weitere Fragen haben oder Tipps benötigen, dann melde dich bei mir.
Viele herzliche Grüße Sandra





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