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Rauchentzug, hilfe so kenne ich mich nicht...

WASAMAL (m, 52) aus Freiberg:

Ich befinde mich gerade an meiner dritten rauchfreien Woche und bin auf einmal so unbeschreiblich traurig. Ich habe in den letzten Tagen den ganzen Abend nur geheult und heute fühle ich mich so traurig.

Es gibt aber kein Grund dafür, traurig zu sein, dennoch suche ich nach Sachen, die mich zum heulen bringen. Sachen wie alte Musik aus Kindheitserinnerung oder auch Gedichte, Filme und vielleicht Alt-Kontakte usw., ich möchte irgendwie nur heulen und traurig sein.

SO KENNE ICH MICH NICHT.

Bitte um Ihre Meinung dazu. eins ist klar ::: ich werde nie, nie wieder rauchen wollen.

DANKE IM VORAUS

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Lieber WASAMAL,

Sie haben jetzt seit drei Wochen nicht geraucht. Dazu gratuliere ich Ihnen erstmal. Was für eine Leistung.

Dennoch gibt es etwas, das Sie verstört - Sie erleben gerade Trauer, die sie so von sich gar nicht kennen. Sie möchten jetzt die Meinung eines Psychologen dazu hören und wissen schon ganz sicher, dass Sie nie wieder rauchen werden.

Als erstes finde ich es ganz klasse, dass Sie Ihren Entschluss umgesetzt haben, an diesem schon drei Wochen drangeblieben sind - und auch fest entschlossen sind, nicht wieder anzufangen.

Sie möchten gerne wissen woher die Trauer kommt. Ich habe zwei Erklärungen dafür.

Zum einen kann es die Trauer sein, mit der sich Ihr Körper vom Rauen verabschiedet. Es geht ja nicht nur um die Zigaretten, die Sie nicht mehr rauchen. Mit dem Rauchen hängen ja noch andere Gewohnheiten zusammen - die Ihnen auch lieb geworden sind. Und selbst alles, das Sie vielleicht gar nicht so sehr genossen haben, was mit dem Rauchen zusammenhing - der Körper hatte Gewohnheiten damit und steht nun vor der Aufgabe sich davon zu verabschieden. Und welches Gefühl taucht bei Abschied auf? Trauer. Ein ganz normaler Vorgang also. Unangenehm - aber ganz normal. Es ist nur ein Gefühl - und es wird vorbei gehen. Es ist auch ein Zeichen, dass die Gewohnheiten dabei sind, sich zu verabschieden. Freuen Sie sich also über die Trauer und kämpfen Sie nicht noch zusätzlich dagegen.

Zum anderen kann die Trauer alt sein. Es kann sein, dass diese aus der Vergangenheit kommt. Es kann Trauer sein aus der Zeit vor oder während des Rauchens. Es gibt ja auch Gründe, warum sich Süchte entwickeln. In vielen Fällen können Menschen durch eine Sucht vor den eigenen unangenehmen Gefühlen davonlaufen - sie spüren sie dann einfach nicht. Vielleicht wissen Sie ja sogar um welche Trauer es sich handelt? Es ist nicht wichtig, dass Sie diese analysieren. Spüren Sie diese einfach, seien Sie traurig und kämpfen nicht gegen die Gefühle - sie werden vorbei gehen.

Glauben Sie an sich, halten an Ihrem Ziel fest und lassen Sie sich durch Gefühle nicht davon abbringen was Ihnen wichtig ist.

Und ich wünsche Ihnen viel Kraft dazu.

Herzlicher Gruß
Shivani Vogt

P.S. Bitte nehmen Sie sich ein wenig Zeit, um diese kostenlose Antwort zu bewerten. Vielen Dank im Voraus.

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